Deutsche Bahn und Lieferanten: Für 70.000 Euro in den Puff

Skandal um Schienenkartell erhält neue Dimension

Nicht nur die Versicherungsfirma Ergo hat ihren Mitarbeitern offenbar Lustreisen finanziert, jetzt kamen Besuche anderer Unternehmen ans Licht: Mitarbeiter der Firmen Voestalpine, Thyssen-Krupp und die Deutsche Bahn sollen sich im Berliner Nobel-Bordell Bel Ami getroffen haben. Das berichten das ‚Handelsblatt‘ und die ‚WAZ‘-Mediengruppe.

Deutsche Bahn und Lieferanten: Für 70.000 Euro in den Puff
Deutsche Bahn und Lieferanten: Für 70.000 Euro in den Puff © dpa, Oliver Berg

Damit erhält der Skandal um das Schienenkartell, bei dem Stahlhersteller um Voestalpine und Thyssen-Krupp Preise und Mengen auf dem deutschen Gleismarkt abgesprochen haben, eine neue Dimension. Mitarbeiter der Stahlunternehmen und der Deutschen Bahn sollen zunächst beim Essen Preise abgesprochen haben und sich dann im Bordell vergnügt haben, so das ‚Handelsblatt‘ unter Berufung auf einen Teilnehmer des Treffens.

"Einmal haben wir uns zu fünft ein Zimmer genommen und die Mädels kommen lassen, da ging es drunter und drüber", zitiert die ‚Bild‘ einen Insider.

Es seien 35 Bordellbesuche zwischen 2005 und 2009 dokumentiert, die Kosten dafür betrugen gut 71.000 Euro. Ein früherer Geschäftsführer der deutschen Voestalpine-Tochter habe diese Rechnungen eingereicht. Das bestätigen Urteile des Landgerichts Duisburg.

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