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Deutsche Bahn bewegt mit einer Werbung gegen Homophobie ganz Deutschland

Werbespot gegen Homophobie

Zum 25. Jubiläum des ICE-Zuges, bringt die Deutsche Bahn einen bewegenden Werbespot heraus. Sie wirbt damit, mehr als nur Orte zu verbinden - nämlich auch uns Menschen. Unabhängig von Herkunft, Aussehen und vor allem Sexualität. Wer den Werbespot aufmerksam verfolgt merkt schnell, dass die Protagonisten homosexuell sind.

Deutsche Bahn bewegt mit einer Werbung gegen Homophobie ganz Deutschland

Von Lina Reveand

Eigentlich sollte diese Werbung gar nicht "besonders" für uns sein. Doch leider ist sie genau das immer noch. Es kommt immer noch nicht so oft vor, dass Homosexualität öffentlich so angesprochen wird. Aber wieso? Sollten wir uns dabei nicht auf das Wesentliche konzentrieren, nämlich die Liebe zwischen zwei Menschen, unabhängig vom Geschlecht? Ja, das sollten wir!

Leider wird diese Meinung nicht von allen Menschen geteilt. Schwule und Lesben werden nach einem Coming-Out oftmals von einem Großteil unserer Gesellschaft erniedrigt und abgewiesen. Ist das auch der Grund,wieso der Werbespot nicht im Fernsehen sondern nur im Internet zu sehen ist?

In den sozialen Netzwerken fand der Clip jedenfalls viel Zuspruch und positive Rückmeldungen. Die Deutsche Bahn habe damit einen Volltreffer gelandet und setze sich kritisch mit gesellschaftlichen Problemen auseinander, äußerten viele User.

Nur wer aktiv handelt kann etwas verändern

Es gibt immer wieder Diskrimierung und Intoleranz in unserer Gesellschaft. Aber nur wer dagegen kämpft und sich dafür stark macht, kann etwas bewegen. Bis dahin werden solche Clips leider weiterhin als "außergewöhnlich" gelten. Doch das sollte nicht die Normalität sein! Wir sollten jegliche Form von Liebe respektieren, auch wenn wir uns vielleicht nicht mit ihr identifizieren können.

Gesellschaftskritische Werbung wie der Bahn-Spot ist derzeit angesagt. Konzerne werben mit Kritik am wachsenden Konsumverhalten oder dem Fortschritt der Technik, doch ändert sich wirklich etwas? Die Menschen können sich mit den Clips identifizieren und unterstützen sie, eine Entwicklung in der Grundeinstellung gibt es jedoch selten.

Probleme werden angesprochen, geteilt und vergessen. Um grundlegend etwas zu ändern, muss danach auch etwas getan werden. Es reicht nicht, eine aussagekräftige Werbung in sozialen Netzwerken zu teilen. Etwas mehr aktive Auseinandersetzung ist hier gefragt. Die Werbespots sind ein Anfang, doch wir müssen sie auch aktiv umsetzen!

Erst wenn wir solchen Werbespots gegen Homophobie keine Aufmerksamkeit mehr schenken, weil Homosexuelle so in unserer Gesellschaft toleriert werden wie Heterosexuelle auch, haben wir unser Ziel erreicht.

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