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Deshalb können Bluttransfusionen von Müttern gefährlich werden

Bild: Deshalb können Bluttransfusionen von Müttern gefährlich werden
Was aber macht ihre Blutspende so heikel? © Getty Images, vitranc

Welche Personengruppe ist gefährdet?

Eine Bluttransfusion stellt in den meisten Fällen eine lebensrettende Maßnahme dar. Niederländische Forscher haben jedoch herausgefunden, dass gespendetes Blut von Müttern nicht für jeden Empfänger lebensrettend ist, sondern für viele sogar lebensgefährlich werden kann.

Bluttransfusionen kommen beispielsweise dann zum Einsatz, wenn der Körper viel Blut verloren hat und diesen Verlust nicht selbst kompensieren kann. Auch wenn Blutbildungsstörungen vorliegen, wie es bei Leukämie der Fall ist, wird eine Blutspende notwendig.

Dass dabei nicht alle Blutgruppen untereinander kompatibel sind und es im schlimmsten Fall zu lebensbedrohlichen Folgen kommen kann, ist soweit bekannt.

Hier nochmal ein kurzer Überblick der miteinander verträglichen Blutgruppen:

Empfänger hat Blutgruppe A: verträglich mit A und 0

Empfänger hat Blutgruppe B: verträglich mit B und 0

Empfänger hat Blutgruppe AB: verträglich mit A, B, AB und 0

Empfänger hat Blutgruppe 0: verträglich mit 0

Geschlecht bei der Bluttransfusion nicht unerheblich

Stellt sich die Frage: Ist wirklich nur die Blutgruppe entscheidend, ob der Körper eine Blutspende verträgt oder abstößt? Dieser Fragen haben sich Forscher des University Medical Centers in Leiden (Niederlande) gewidmet. Ihre Ergebnisse erhielten sie aus einer großangelegten Studie von 2005 bis 2015 mit über 31.000 Patienten, die bereits Bluttransfusionen erhalten haben beziehungsweise regelmäßig erhalten.

Dabei fanden Sie heraus, dass Bluttransfusionen von Müttern für Männer lebensgefährlich sein können. Warum? Innerhalb der zehn Jahre andauernden Studie sind knapp 4.000 Patienten verstorben. Untersuchungen der Forscher ergaben, dass das Sterberisiko für Männer deutlich höher war, wenn sie Bluttransfusionen von Frauen erhielten, die bereits einmal schwanger waren, als bei Spenden von Männern oder noch nicht schwangeren Frauen.

Vor allem jüngere Männer unter 50 Jahren waren von diesem Risiko betroffen. Erhielten männliche Patienten eine Blutspende einer Frau, die bereits schwanger war, wurde als häufigste Todesursache eine starke Lungenentzündung festgestellt. Bei Frauen hingegen spielte die mütterliche Vorgeschichte oder das Geschlecht des Spenders keine Rolle.

Was macht das Blut von Müttern so gefährlich?

Die Forscher vermuten, dass die Gefahr in den im Blut vorhandenen Antikörper schlummert, die der weibliche Körper im Verlauf der Schwangerschaft bildet, um das ungeborene Kind vor Krankheiten und Infektionen zu schützen. Diese Antikörper bleiben auch nach der Geburt im Körper. Gelangen sie in den männlichen Blutkreislauf, kommt es zu gesundheitlichen Problemen, die bis zum Tod führen können.

Nun müssen weitere Untersuchungen und Studien die Befunde des Forscherteams aus den Niederlanden bestätigen.

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