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Der richtige Kindergarten für Ihr Kind

Finden Sie den richtigen Kindergarten für Ihr Kind
Welcher Kindergarten der richtige für Ihr Kind ist, hängt vom Träger ab. © picture-alliance/ ZB, Waltraud Grubitzsch

Vorüberlegung: Wie soll das Kind betreut werden?

Oft ist die Auswahl an Kinderbetreuungsplätzen begrenzt. Da ist man froh, überhaupt einen der begehrten Plätze für sein Kind in einer Kita zu ergattern. Trotzdem möchte man sein Kind in guten Händen wissen und nach Möglichkeit über die Form der Kinderbetreuung mitentscheiden. Welche aber ist die richtige Betreuung für Ihr Kind?

Stellen Sie sich zunächst die Frage, wie Sie Ihr Kind erziehen wollen. Welche Werte sollen ihm vermittelt werden? Welches padägogische Konzept steht im Vordergrund? Wo würden Sie sich wohl fühlen? Berücksichtigen Sie auch Ihren zeitlichen Betreuungsbedarf: Für welchen Zeitraum brauchen Sie eine Kinderbetreuung? Welche Öffnungszeiten muss der Kindergarten haben? Denken Sie ebenso an die anstehenden Betreuungskosten: Welche finanziellen Mittel stehen Ihnen für die Betreuung Ihres Kindes zur Verfügung?

Kirchlicher Kindergarten

In der Regel verfügt jede Gemeinde über mindestens einen Kindergarten, dessen Träger die Kirche ist. Dort werden die Kinder nach den Werten des christlichen Glaubens erzogen. Das heißt, es finden kirchliche Rituale statt: Es werden Kirchenlieder gesungen, vor dem Essen wird gebetet und wer möchte, kann am regelmäßig stattfindenden Kindergottesdienst teilnehmen. Kirchliche Feste und Feiertage (Weihnachten, Ostern, Sankt Martin, etc.) werden zur gegebenen Zeit in den Kindergartenalltag integriert. Auch konfessionslose Kinder und Kinder mit anderen Glaubensrichtungen werden in kirchliche Kindergärten aufgenommen. Der Kindergartenbeitrag richtet sich nach den üblichen staatlichen Betreuungskosten, die sich am Bruttojahreseinkommen orientieren. Je nach Gemeinde können die Beiträge in unterschiedlicher Höhe erhoben werden.

Öffentliche und private Kindergärten

Kommunale Kindergärten

Die Träger öffentlicher Kindertageseinrichtungen sind Städte oder Gemeinden. Diese Kitas schreiben sich normalerweise kein spezielles Förderungskonzept auf die Fahne. Hier geht es darum, den Kindern soziale Fähigkeiten und kulturelle Unterschiede näherzubringen. Wie auch in anderen Einrichtungen wird gemeinsam gesungen, gespielt, gemalt und geturnt. Diese Kitas werden aus öffentlichen Mitteln finanziert. Die Kindergartenbeiträge richten sich also auch hier nach den festgesetzten Beiträgen der Gemeinde und dem elterlichen Bruttojahreseinkommen.

Kindergarten mit Elterninitiative

Diese Kindergärten sind aus einer Elterninitiative hervorgegangen und werden auch von Eltern verwaltet. Wie Unternehmer um ihre Mitarbeiter, kümmern sich die Eltern als Träger um das Personal, Öffnungszeiten und pädagogische Inhalte. Meistens sind in diesen Kitas die Gruppen der Kinder kleiner und es stehen mehrere Erzieherinnen und Erzieher zur Verfügung. Ein Engagement der Eltern ist aus Kostengründen stark gefragt: Koch- und Putzdienste sowie Handwerkerarbeiten müssen in einem bestimmten Turnus von den Eltern übernommen werden. Zum staatlich geregelten einkommensabhängigen Betreuungsbeitrag kommen oft noch zusätzliche Kosten als Elternbeitrag aus Umlagen der Kita hinzu.

Waldkindergarten

Aus einer Elterninitiative gehen nicht selten Waldkindergärten hervor. Bei diesem Kindergarten-Modell findet alles draußen statt. Bei Wind und Wetter machen die Kinder all das, was anderswo drinnen passiert, in besonderer Nähe zur Natur. Nur bei extremen Temperaturen ziehen sich die Waldkinder in oft provisorische Unterschlüpfe zurück. Regenkleidung und Gummistiefel gehören also zur täglichen Garderobe.

Montessori-Kindergarten

Gemäß der Montessori-Pädagogik bieten diese Einrichtungen Kindern die Möglichkeit zur freien Persönlichkeits-Entwicklung. Zunächst wird jedes Kind als ‚Tabula rasa’, als ‚unbeschriebenes Blatt’ gesehen. Nach eingehender Beobachtung durch die Erzieher werden die Kinder dann adäquat zu ihren persönlichen Interessen und Fähigkeiten gefördert. Auch diese Kindergärten werden mit öffentlichen Mitteln und den Betreuungskosten der Eltern finanziert.

Privater Kindergarten

Private Kindergarten werden nicht mit öffentlichen Mitteln finanziert. In der Regel sind es wohlhabende Familien, die entsprechende Beiträge bezahlen. Die pädagogischen Konzepte dieser Kindergärten variieren von Einrichtung zu Einrichtung.

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