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"Der Penis ist die Antenne des Herzens": Warum sein bestes Stück ein Frühwarnsystem ist

Warum sein bestes Stück ein Frühwarnsystem ist
Warum sein bestes Stück ein Frühwarnsystem ist "Der Penis ist die Antenne des Herzens" 00:01:38
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Dieser Urologe spricht Klartext

Viele Männer vermeiden den Besuch beim Urologen so lange es geht: Oft geht 'Mann' erst zum Arzt, wenn ihm etwas weh tut oder er ernsthafte Beschwerden hat. Doch dazu besteht kein Grund, sagt Dr. Christoph Pies. Der Urologe hat ein Buch geschrieben. Darin klärt er über empfindliche Themen auf – und warum sein bestes Stück als Frühwarnsystem für ernsthafte Erkrankungen gilt.

"Niemand muss Angst haben vorm Urologen"

Dr. Christoph Pies
Den Weg zum Urologen vermeiden viele Männer. Dr. Christoph Pies beantwortet die wichtigsten Fragen. © Privat

Männer werden schnell einsilbig, wenn sie über "untenrum" reden müssen, weil es da Probleme gibt. Viele trauen sich nicht oder es ist ihnen einfach peinlich. Wer spricht denn schon gerne über Erektionsprobleme oder Schmerzen im Unterleib? Dr. Christoph Pies sagt: "Niemand muss Angst haben vorm Urologen." Im exklusiven Interview mit RTL Next erzählt er Amüsantes aus dem Praxisalltag und erklärt, warum der Penis die "Antenne des Herzens" ist.

Wie sind Sie Urologe geworden?

Es gab für mich damals keine attraktivere Fachrichtung. Urologie hat mich schon früh in ihren Bann gezogen. Das Tolle an dem Fachgebiet ist, dass wir alles eigenständig machen - von der Urindiagnostik und Blutuntersuchungen über Ultraschall und Röntgen bis hin zu Spiegelungen. Und das vom Säugling bis zum hochbetagten Greis.

Wie ist es, den ganzen Tag als Urologe Penisse zu sehen?

Mann mit Maßband auf der Nase
Erkennt man an der Nase des Mannes seinen Johannes? © iStockphoto

Das tue ich ja nicht. Die Urologie ist extrem vielseitig. Genau das möchte ich auch in meinem Buch vermitteln. Die Penis-Schau macht dabei nur einen Bruchteil meiner Arbeit aus. Die meisten Penisse, die ich sehe, gehören im Übrigen kleinen Kindern mit einer Vorhautenge. Aber klar, es ist auch der eine oder andere lädierte Erwachsenen-Penis dabei.

Wieso haben so viele Männer Angst vor dem Urologen?

Männer betreiben traditionell Reparaturmedizin: Erst wenn etwas kaputt ist, geht man zum Arzt. Hinzu kommt, dass der Genitalbereich sehr angstbehaftet ist. Man verbindet die Urologie unweigerlich mit vermeintlichen Folterinstrumenten wie etwa einem Blasenkatheter. Und über Tabuthemen wie Harninkontinenz oder Erektionsstörungen spricht man auch nicht gerne. Viele denken immer noch, es sei irgendwie unmännlich und ein Zeichen von Schwäche, sich untenrum untersuchen zu lassen.

Was meinen Sie mit Ihrem Satz: "Der Penis ist die Antenne des Herzens"?

Der Penis ist ein sehr effektives Frühwarnsystem für Durchblutungsstörungen! Noch bevor Symptome - wie etwa Herzinfarkt oder Schlaganfall - an anderen Organen auftreten, reagiert zum Glück oft zuerst der Penis. Die Potenz funktioniert nicht mehr. Dieses Alarmsignal muss sehr ernst genommen werden, insbesondere bei Rauchern! Daher die Metapher mit der Antenne.

Weitere Antworten im Video oben

Im Video klären wir noch mehr interessante und prekäre Fragen. Zum Beispiel: Erkennt man an der Nase des Mannes wirklich seinen Johannes? Und sind große Geschlechtsteile zeugungsfähiger?

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