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Der Körper nach der Geburt: Wie viel darf man sich im Wochenbett zumuten?

Das hilft gegen Schmerzen nach der Geburt
Das hilft gegen Schmerzen nach der Geburt Körper muss sich nach Geburt erholen 00:01:29
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So viel Erholung braucht der Körper nach der Geburt

Die Moderatorin Michelle Hunziker ist nur vier Tage nach der Geburt ihrer Tochter in den Job zurückgekehrt. Das ist verdammt schnell und wirft Fragen auf: Ist so etwas medizinisch überhaupt vertretbar? Mutet sich eine Frau damit nicht zuviel zu, setzt sie gar ihre Gesundheit aufs Spiel?

Der Körper nach der Geburt: Wie viel darf man sich im Wochenbett zumuten?
© Splash News

Von Christiane Mitatselis

Da stand Michelle Hunziker, als hätte es die Strapazen der Geburt nie gegeben. Mit strahlendem Lächeln moderierte die 36-Jährige am Montag im italienischen TV eine Satire-Sendung. Sie sagt, sie bekomme die Sache locker hin. Sie sei nur zwei Stunden beschäftigt, ihre kleine Tochter Sole verbringe diese Zeit schlafend.

Hunziker hatte eine natürliche Geburt, keinen Kaiserschnitt. Sie war drei Tage im Krankenhaus, das reichte ihr zur Erholung. Man kann davon ausgehen, dass sie dies mit ihren Ärzten abgestimmt hat und sich nicht übernimmt. Aber wie auch? In ihrer Sendung muss sie vor allem reden und lächeln, darin ist sie geübt, der Stress dürfte sich in Grenzen halten.

Ihr Fall ist nicht übertragbar auf das normale, in der Regel anstrengendere Arbeitsleben, in dem sich Frauen auf jeden Fall länger schonen sollten.

Es kommt nicht so sehr darauf an, wie lange eine Frau nach der Entbindung im Krankenhaus bleibt (Durchschnitt sind in Deutschland drei bis vier Tage), sondern darum, dass sie sich ausreichend ausruht. Denn auch wenn die Geburt ohne Komplikationen verläuft, ist der Körper zunächst geschwächt. Schwangerschaft und Geburt sind zwar keine Krankheiten, doch wer sich zu früh zu viel schaltet und waltet, kann ernsthaft krank werden.

Schlimme Schmerzen als Folge von Überlastung

Hebammen warnen vor Nierenbeckenentzündungen, verbunden mit schlimmen Schmerzen, die als Folge von Überlastung auftreten. Es kann zu Inkontinenz kommen oder Absenkungen der Gebärmutter. Alles sehr unangenehm.

Frauen, die einen Kaiserschnitt hatten, müssen natürlich besonders vorsichtig sein. Übernimmt man sich körperlich, kann man einen Narbenbruch erleiden, der wiederum operiert werden muss.

Das in Deutschland gültige Mutterschutzgesetz gibt einen vernünftigen Rahmen vor: Sechs Wochen vor der Entbindung und acht nach ihr gilt in Betrieben Beschäftigungsverbot für angestellte Schwangere. Bei Früh- und Mehrlingsgeburten verlängert sich die Schutzzeit nach der Entbindung auf zwölf Wochen. Wer vor der Geburt länger im Dienst bleiben will, kann das beim Arbeitgeber beantragen. Eine frühere Rückkehr ist nur nach Totgeburten und mit ärztlicher Erlaubnis möglich.

Es geht dabei nicht darum, Frauen etwas zu verbieten, die Gesetze sind zu ihrem Schutz verfasst worden. Frauen dürfen von Arbeitgebern nicht dazu gezwungen werden, aus dem Geburtssaal sofort wieder an den Arbeitsplatz zu wechseln.

Selbstständig Arbeitende wie die Moderatorin Hunziker können natürlich tun, was sie wollen. Es spricht sicher nichts dagegen, dass eine Unternehmerin bald nach der Geburt für ein zwei, drei Stunden in ihrem Büro vorbeischaut und vielleicht ein wenig telefoniert und ihre Briefe liest – solange sie sich dabei gut fühlt, sich nicht selbst unter Druck setzt und übertreibt

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