Der Frühling ist endlich da: Heute wird ein schöner Tag

Der Frühling ist endlich da: Heute wird ein schöner Tag
Die Sonne genießen © dpa bildfunk

Eis essen statt Alltagsstress

Heute wird der bis jetzt wärmste Tag des Jahres. Davon merke ich zwar noch nichts, aber ich überlege schon, was ich bei dem herannahenden guten Wetter unternehmen kann, um die Temperaturen richtig auszukosten. Eine Spurensuche.

Von Sabine Möller

Wisst ihr, was ich wirklich am Frühling liebe? Der Duft von an der Luft getrockneter Wäsche. Ich weiß nicht, warum ich so gern meine Nase in Klamotten vergrabe, wenn sie frisch von der Leine im Wind kommen. Vermutlich sind es Kindheitserinnerungen, die ich damit verbinde. Aber schon damals habe ich mir vorgestellt, wir könnten mit den Sonnenstrahlen, die sich im T-Shirt und in der Unterhose verfangen haben, das schöne Wetter in den Kleiderschrank zaubern. Ganz so, wie ich es mir vorgestellt habe, war es dann nicht, dennoch blieb die Vorfreunde auf den Frühling und die erste getrocknete Wäsche an der frischen Luft.

Was ebenso zu meinen Favoriten im Frühling gehört, ist, den Balkon zu verschönern. Der hat im Winter ziemlich gelitten. Nun habe ich Blumen gepflanzt und warte darauf, dass sie blühen und alles in ein buntes Farbenmeer tauchen. Und wenn ich meine Gartenhandschuhe abstreife, gönne ich mir in der Regel einen Kaffee, lege die Beine auf die Gartenbank und genieße mein kleines Paradies.

Warum wir die Sonne nie genießen können

So, nun mal genug mit der Träumerei. Klar wäre es super, heute mal all die wirklich wichtigen Dinge sein zu lassen und einfach mal die Seele baumeln zu lassen. Aber wer macht das schon? Ich bin ehrlich, ich kann das nicht. Ich bin so gefangen in meinem Schaffensprozess, dass ich einkaufe, Wäsche wasche, Schreibkram erledige und was sonst noch so an Aufgaben ansteht, dass ich völlig vergesse, die Sonne zu genießen. Geht es euch auch so? Dass ihr den ganzen Tag schon verplant mit Dingen, die vermeintlich wichtig sind, aber selber vergesst, euch die Ruhe und Entspannung zu gönnen, die man bräuchte, um mit neuer Kraft ans Werk zu gehen? Ich bin leider so, dass ich mir diese Auszeit nicht zugestehe oder eher ein schlechtes Gewissen bekomme, wenn ich draußen sitze und das Wetter genieße, während sich drinnen die Bügelwäsche türmt.

Und während ich an meinem Schreibtisch sitze und das hier schreibe, fällt mir ein Spruch ein, der hinter mir an der Wand prangert: "Und dann muss man ja auch noch Zeit haben, einfach da zu sitzen und vor sich hin zu schauen." Der Spruch kommt nicht von mir, sondern von Kinderbuchautorin Astrid Lindgren. Gerade weil ich mich gern daran erinnere, dass ich viel zu hektisch durch den Alltag haste, habe ich mir den Spruch an die Wand geklebt. Darum sollte ich ihn mir heute zu Herzen nehmen, um den wärmsten Tag des Jahres zu genießen und mir die Sonne ins Gesicht scheinen zu lassen. Vorher stelle ich aber noch eine Wäsche an, um die Sonnenstrahlen einzufangen – für den Kleiderschrank.

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