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Depressionsatlas 2015: In diesen Regionen leben die meisten Depressiven

Im Norden mehr Depressive als im Süden

Die Zahl der Menschen mit Diagnose Depression steigt - von 2000 bis 2013 haben die Fehlzeiten in Unternehmen aufgrund von Depressionen um fast 70 Prozent zugenommen. Das geht aus dem 'Depressionsatlas 2015' hervor, den die Techniker Krankenkasse (TK) jetzt vorgestellt hat. Nach Regionen betrachtet lässt sich ein Nord-Süd-Gefälle bei den Fehlzeiten erkennen.

Depressionsatlas 2015
Die Techniker Krankenkasse hat herausgefunden: Im Norden der Bundesrepublik fehlen die Menschen häufiger wegen Depressionen, im Süden seltener.

Im Norden der Bundesrepublik fehlen die Menschen häufiger wegen Depressionen, im Süden seltener. Bei der Verordnung von Antidepressiva beobachteten die Autoren der Studie ein Ost-West-Gefälle - im Osten wird weniger verschrieben, im Westen mehr. Allerdings stelle man auch fest, dass sich die Regionen annäherten. Die höchsten Fehlzeiten gebe es in Merzig-Wadern im Saarland mit durchschnittlich 1,7 Fehltagen pro Kopf sowie unter anderem in Lübeck, Neumünster, Bad Segeberg, Duisburg, Gelsenkirchen, Herne und Bielefeld (mit jeweils 1,6).

In guter seelischer Verfassung sind die Menschen der Studie zufolge im thüringischen Greiz mit 0,2 sowie im oberfränkischen Kulmbach mit 0,3 depressionsbedingten Fehltagen pro Jahr. Diese Fehltageübersicht zeige jedoch nur zum Teil, wie psychisch belastet die jeweilige Region sei. Denn nicht jede Depression führe zu einer Krankschreibung. Beziehe man die Verordnungen von Antidepressiva mit ein, stelle man fest, dass Regionen mit unterdurchschnittlichen Fehlzeiten relativ hohe Verordnungsraten aufwiesen.

So würden die Kulmbacher zwar 70 Prozent weniger depressionsbedingt krankgeschrieben als der Bundesdurchschnitt. Aber auch hier bekämen 5,5 Prozent der Erwerbspersonen Antidepressiva verschrieben (bei einem deutschlandweiten Mittelwert von an die sechs Prozent).

Problematisch sind vor allem Berufe mit hohem Stresslevel

Im Verhältnis zu Erkältungen oder Rückenbeschwerden würden mit 1,6 Prozent zwar wesentlich weniger Menschen aufgrund von Depressionen krankgeschrieben. Die es treffe, fielen aber sehr lange aus - im Durchschnitt 64 Tage, erläuterte TK-Vorstandschef Jens Baas. Für ein Unternehmen mit 250 Mitarbeitern bedeute dies, dass vier Beschäftigte gut zwei Monate im Jahr fehlten.

Betroffen seien vor allem Berufe mit hohem Stresslevel und großer psychischer Belastung. So gebe es in Callcentern durchschnittlich 2,8 Fehltage, in der Altenpflege 2,5, in Erziehungs- 1,6 und in Sicherheitsberufen 1,4 Fehltage. Frauen fehlen der Studie zufolge durchschnittlich 1,3 Tage wegen Depressionen, Männer durchschnittlich 0,8 Tage. Mit dem Alter nehmen die Fehlzeiten demnach deutlich zu - erst mit 60 Jahren seien die Werte wieder rückläufig.

Als Depression im medizinischen Sinn gelten nicht die depressiven Verstimmungen, die etliche Menschen zeitweise haben. Zu den vielfältigen Symptomen der psychischen Erkrankung zählen eine anhaltend gedrückte Stimmung, eine Hemmung von Antrieb und Denken und ein Interessenverlust, hinzukommen variierende körperliche Symptome.

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