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Depressions-Ursachen: Sind die Gene Schuld an Depressionen?

Depressions-Ursachen: Sind die Gene Schuld an Depressionen?
Schottische Wissenschaftler haben eine genetische Ursache für Depressionen festgestellt © Alliance - Fotolia, Ihar Ulashchyk

Depressions-Gen entdeckt

Schottischen Wissenschaftlern ist es offenbar gelungen, eine genetische Ursache für Depressionen und andere psychische Erkrankungen zu identifizieren. Nach Angaben der Universität Edinburgh ist vermutlich das Gen ABACA13 für die heimtückische Krankheit verantwortlich.

Die Wissenschaftler haben festgestellt, dass dieses Gen bei Patienten die unter Depressionen, Schizophrenie und sogenannten bipolaren Störungen leiden teilweise nicht aktiv oder beschädigt ist. Die Forscher hatten die Gene von 2.000 psychisch Kranken mit denen von 2.000 gesunden Menschen verglichen und waren dabei auf die neuen Erkenntnisse gestoßen.

Schätzungen zu Folge leidet jeder fünfte bis zehnte Mensch unter Depressionen oder zumindest einer depressiven Verstimmung. Psychische Leiden nehmen in unserer Gesellschaft immer weiter zu. Die dramatischen Fakten: In Deutschland sind etwa vier Millionen Menschen depressiv. Frauen sind etwa doppelt so häufig betroffen wie Männer. Jeder Dritte litt Studien zufolge schon einmal unter einer Depression. Und jeder siebte Betroffene war deswegen sogar bereits arbeitsunfähig, teilt die Techniker Krankenkasse mit.

Doch nur ein geringer Anteil der Betroffenen wird richtig behandelt; auch weil sich nach wie vor viele Menschen nicht trauen, ihre Verstimmung und Niedergeschlagenheit offen mitzuteilen. Depressionen sind nach wie vor ein Tabu-Thema in unserer Gesellschaft.

Eine Depression ist eine Erkrankung, die unser Gefühlsleben betrifft und sich individuell in sehr unterschiedlicher Weise äußern kann. In der Regel wird eine Depression mit Niedergeschlagenheit, Traurigkeit und Antriebslosigkeit gleichgesetzt. Die Grenzen zu anderen Krankheitsbildern wie beispielsweise dem Burn-Out-Syndrom sind aber fließend. Alle Symptome einer Depression können sich allmählich (über Wochen und Monate) oder sehr rasch (in Tagen oder Stunden) entwickeln. Bisweilen geschieht die Veränderung sogar schlagartig.

Eine depressive Phase oder Episode kann Wochen bis Monate dauern. 50 Prozent der Patienten erleiden nach einer ersten depressiven Episode eine weitere. Nach der zweiten und dritten Episode liegt die Wahrscheinlichkeit für eine weitere bei 70 bzw. 90 Prozent.

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