Depression und Schlafstörungen: Arbeitslosigkeit macht Elli (26) krank

Schlafstörungen, Depression, Herz-Kreislauf-Probleme

Ellie ist seit über zwei Jahren arbeitslos. Und es geht ihr damit überhaupt nicht gut. Sie leidet unter Schlafstörungen und Appetitlosigkeit. Sie hat über zehn Kilo abgenommen. Außerdem ist ihr ständig so flau, dass sie sofort zu weinen anfangen könnte. Gott sei Dank ging kürzlich ein Vorstellungsgespräch gut aus. Jetzt fiebert sie ihrem Probe-Arbeitstag entgegen und hofft, dass es mit dem Job klappt. Sie rechnet damit, dass es dann auch allgemein wieder besser wird.

Mit ihren Problemen steht die 26-jährige Ellie nicht allein da. Ärzte wissen, dass Hartz-IV-Empfänger deutlich eher krank werden als Menschen, die Arbeit haben. Rund 40 Prozent der Arbeitslosen fühlen sich gesundheitlich angegriffen gegenüber nur 17 Prozent der Beschäftigten.

Ursachen für die schlechte Gesundheit der Arbeitslosen sind zum einen die ständige Ungewissheit, wie die Zukunft aussehen wird. Daraus entwickeln sich Ängste, die sich nicht so einfach abschütteln lassen. Hinzu kommt im Alltag die Diskriminierung als Arbeitsloser und die oft genug entwürdigende Behandlung auf den Ämtern.

Das Bild des arbeitslosen Trinkers ist übrigens ein Vorurteil, das völlig falsch ist: Studien haben gezeigt, dass Arbeitslose deutlich weniger trinken als Berufstätige. Richtig ist aber, dass Arbeitslose weniger Sport treiben. Das ist vielleicht eine der Ursachen - neben den psychischen Gründen - dafür, dass Arbeitslose häufiger übergewichtig sind.

Experten empfehlen den von Arbeitslosigkeit betroffenen Menschen, sich eine ehrenamtliche Beschäftigung zu suchen. Dort bekommen sie die notwendige Bestätigung und Wertschätzung. Außerdem erhält die Tätigkeit im Ehrenamt Disziplin und Einsatzbereitschaft, eine Übung, die die Herausforderungen eines Jobs durchaus ersetzen kann.

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