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Depression in der Schwangerschaft: So erkennen Sie die Symptome

Schwangerschaftsdepression: Die Symptome sind schwer zu erkennen
Depression in der Schwangerschaft: Mehr als nur Hormonschwankungen © picture-alliance/ ZB, Patrick Pleul

Depression in der Schwangerschaft: Woran kann man sie erkennen?

Depressionen in der Schwangerschaft werden oft nicht erkannt, verdrängt oder als Hormonschwankung abgetan. Dass Frauen sich während der Schwangerschaft zeitweise niedergeschlagen, erschöpft oder launisch fühlen, kommt vor. Auch Selbstzweifel oder Ängste können eine Schwangere überkommen. Doch was kann man tun, wenn schlechte Laune, Niedergeschlagenheit und Angst zum Dauerzustand wird? Wir zeigen Ihnen, wie sie eine echte Schwangerschaftsdepression erkennen und was Sie dagegen tun können.

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Wenn eine Frau in anderen Umständen ist, wird von ihr normalerweise hauptsächlich eines erwartet: Dass sie vor Glück strahlt und vor Gesundheit und Vitalität nur so strotzt. Doch bei vielen Schwangeren wird die Vorfreude auf das Kind durch massiv negative Gedanken und Ängste getrübt - mitunter so schlimm, dass es ihnen den Schlaf raubt. Die eigene Erwartungshaltung, doch jetzt überglücklich sein zu müssen, erhöht dabei nur noch den Druck: Die Frauen haben dann oft das Gefühl, nicht gut genug für ihr Kind zu sein.

Verwandte, Bekannte und sogar Ärzte erkennen oft nicht, dass es sich bei diesen depressiven Zuständen nicht nur um hormonell bedingte Stimmungsschwankungen handelt, die "dann nach der Geburt schon verschwinden" würden. Doch häufig ist es dann so, dass es, wenn das Kind dann erst mal da ist, alles nur noch schlimmer wird.

Prof. Dr. med. Anette Kersting von der Universitätsmedizin Leipzig und ihr Forscher-Team schätzen momentan, dass etwa jede fünfte Frau während der Schwangerschaft an einer Depression leidet. Dabei kann sie mehr oder weniger folgende Symptome aufweisen:

- Niedergeschlagenheit und Traurigkeit

- Keine Freude mehr an Dingen, die normalerweise immer Freude bereitet haben.

- Appetitlosigkeit - oder im Gegenteil starke Zunahme des Appetits

- Schlafstörungen

- Konzentrationsschwierigkeiten

- Schuld- und Minderwertigkeitsgefühle

- Sorgen und Ängste

- Stimmungsschwankungen und häufiges Weinen

Wie kann man eine Schwangerschaftsdepression behandeln?

Die Forscher fanden bei ihren Studien ebenfalls heraus, dass zwischen einer Schwangerschaftsdepression und dem eigenen Körpergefühl der Frauen ein Zusammenhang bestehen kann - wenn die Schwangeren beispielsweise stark übergewichtig sind. Hormonschwankungen spielen bei der Ausbildung einer Schwangerschaftsdepression wohl eher keine so bedeutende Rolle, meint Prof. Dr. med. Anette Kersting.

Auch negative Erlebnisse in der Kindheit der Betroffenen, zusammen mit einer gewissen Neigung zu Depressionen können das Risiko an einer Schwangerschaftsdepression zu erkranken erhöhen. Oft setzen sich die werdenden Mütter dann nur noch mehr unter Druck perfekt sein zu müssen - das Kind soll es ja schließlich einmal besser haben, als man selbst.

Doch eine Schwangerschaftsdepression ist immer auch ein Gesundheitsrisiko für das ungeborene Kind - man sollte sie also nicht unter den Tisch kehren, sondern sich therapeutische Hilfe suchen. Eine schwere Depression lässt sich notfalls auch mit Medikamenten behandeln - doch die Einahme von Antidpepressiva während der Schwangerschaft ist ein Risiko, da die Auswirkung auf das ungeborene Baby noch nicht ausreichend erforscht ist.

Gegen eine Depression in der Schwangerschaft kann aber intensive therapeutische Behandlung - beispielsweise in einer Selbsthilfegruppe - den Frauen helfen, ihre Ängste und Selbstzweifel zu überwinden. Auch ein körperliches Bewegungsprogramm - gerade bei Frauen, die an Übergewicht leiden - kann hilfreich sein.