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Den Schlafrhythmus ändern - geht das überhaupt?

Kann man die innere Uhr wirklich bekämpfen?
Kann man die innere Uhr wirklich bekämpfen? Langschläfer haben es im Alltag oft schwer 00:09:38
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Langschläfer haben durch ihren Schlafrhythmus im Alltag Probleme

Wie wäre es, wenn man den Arbeitsalltag ganz individuell an den eigenen Schlafrhythmus anpassen könnte? Ein Traum? Für Arbeitnehmer und Schüler sieht der Alltag in der Regel leider ganz anders aus. Der Wecker klingelt meist um sieben Uhr morgens und schon am frühen Morgen wird Höchstleistung von ihnen verlangt. Wir haben getestet, wie produktiv man beim Kampf gegen die eigene innere Uhr ist und ob man den eigenen Schlafrhythmus so einfach ändern kann.

Geht es um den persönlichen Schlafrhythmus, lassen sich zwei Arten von Menschen unterscheiden: Eulen und Lerchen. Die Eulen sind diejenigen, die gerne lange schlafen. Sie werden erst später am Tag aktiv, sind dafür aber am Abend noch leistungsfähig. Bei den Lerchen ist es genau andersherum: Sie sind Frühaufsteher und haben frühmorgens ihr Leistungshoch, während sie abends früher müde sind.

Aber auch wenn einem selbst schon längst klar ist, dass man morgens eher etwas mehr Schlaf braucht, um am Tag richtig fit zu sein, nützt einem das im Grunde nichts. Im Alltag werden die Aufstehzeiten von der Arbeit oder der Schule bestimmt. Doch kann man seinen Schlafrhythmus "künstlich" ändern und dabei genauso fit sein? Sozusagen von der Eule zur Lerche werden?

Das Ergebnis des Selbsttests ist eindeutig

Obwohl unsere Reporterin morgens eigentlich um jede Minute Schlaf froh ist, hat sie sich den Wecker ein paar Tage lang deutlich früher gestellt als sonst. Erstaunlicherweise klappte das Aufstehen auch gut, das gute Wetter hat sie ermutigt, schnell und früh aus dem Bett zu steigen. Ab dem Nachmittag hatte sich die Euphorie des Vormittags allerdings wieder erledigt, erzählt sie in ihrem Videotagebuch. Das Problem: Nach ihrem Durchhänger am Nachmittag war sie abends wieder hellwach und kam dadurch wieder erst spät ins Bett. Dadurch hat sie nach ein paar Tagen Experiment insgesamt viel zu kurz geschlafen, täglich nur fünf bis sechs Stunden. Im nächsten Testdurchgang hatte der Wecker deshalb Pause und die Reporterin hat ihren Alltag auf ihren ganz persönlichen Schlafrhythmus eingestellt.

Schlafforscher Robert Göder rät: "Sie sollten versuchen nach dem eigenen Rhythmus zu leben. Wenn Sie immer wieder dagegen ankämpfen müssen, dann tut Ihnen das nicht gut! Das kann dazu führen, dass man auch Probleme mit Diabetes oder Übergewicht bekommt."

Auch Schüler profitieren vom selbstbestimmten Lernalltag

Eine Schule bei Aachen testet schon seit Längerem, inwiefern sich der Schlafrhythmus auf die Leistungsfähigkeit auswirkt. Am 'Dalton Gymnasium' dürfen Schüler ab einem gewissen Alter selbst entscheiden, wann sie morgens zur Schule kommen. Weil sich der Körper in der Pubertät ändert, brauchen gerade Jugendliche morgens länger, um wach zu werden und bekommen den Unterricht in der ersten Stunde oftmals nur am Rande mit. Deshalb dürfen Oberstufenschüler selbst entscheiden, ob sie um acht Uhr oder kurz vor neun kommen, wenn sie den verpassten Stoff nachholen.

Die Schule hat mit dem Konzept Erfolg: Den Schülern fällt es einfacher, selbstständig zu arbeiten, so wie es einem selbst am besten liegt. Ob in Zukunft mehr Schulen und Arbeitgeber durch Gleichzeit & Co. ermöglichen werden, nach dem privaten Schlafrhythmus zu arbeiten, bleibt fraglich. Aber Erfolg hätte die Methode auf jeden Fall - denn fit macht produktiv!

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