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Den Körper entgiften: Werden Sie wieder fit!

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Turnen Sie Ihr Fett weg! Abnehmen und Entgiften mit Pilates Detox 00:21:56
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Darum sollten wir unseren Körper ab und zu entgiften

Sie fühlen sich schlapp und müde? Ihnen fehlt die Kraft für den Alltag? Dann lagern in Ihrem Körper unter Umständen zu viele Giftstoffe. Denn Stress, falsche Ernährung und Umweltgifte können unseren Stoffwechsel behindern. Die Folgen sind eine verminderte Leistungsfähigkeit sowie ein geschwächtes Immunsystem.

Den Körper entgiften: Werden Sie wieder fit!
Den Körper entgiften: Eine Entschlackung des Körpers - etwa mit einer Trinkkur - stärkt das Immunsystem und kurbelt den Stoffwechsel an. © Getty Images/iStockphoto, puhhha

"Ob wir gesund bleiben, hängt zu 70 Prozent von unserem Lebensstil ab." sagt Präventions-Experte Prof. Dr. Ingo Froböse. In seinem Buch "Versteckte Krankheiten" klärt der Dozent der Deutschen Sporthochschule in Köln gut verstänlich über die Ursachen für verschiedene moderne Krankheiten auf. Ein Teil dieser Krankheiten hat ihren Ursprung in einem gestörten Stoffwechsel. Vor allem die Zunahme sitzender Bürotätigkeit und falsche Ernährung lähmen unseren Stoffwechsel. Vom Körper produzierte Stoffwechselgifte, aber auch über die Nahrung zugeführte Umweltgifte gelangen nicht mehr aus dem Körper heraus. Stattdessen lagern sie sich an und machen uns ganz allmählich krank.

So entgiftet der Körper

Der Körper verfügt im gesunden Zustand über ein hervorragendes Selbstreinigungssystem. Leber und Niere filtern einen großen Teil der Giftstoffe aus den Körperflüssigkeiten heraus. Aber auch die Lungen, die Haut, der Darm und das Lymphsystem - das sogenannte "Abwassersystem" des Körpers - transportieren unermüdlich Schadstoffen aus den Körperzellen heraus.

Leber - Das Arbeitstier unter den Organen 

Die Leber ist eines der schwersten und belastbarsten Organe unseres Körpers. Sie speichert Zucker, Vitamine und Eisen und leitet sie an die entsprechenden Zellen weiter. Sie verarbeitet Eiweiß und baut alte, verbrauchte rote Blutkörperchen ab. Außerdem produziert sie täglich einen Liter Verdauungssaft, mit dessen Hilfe Nahrungsfette verstoffwechselt werden. Pro Minute passieren eineinhalb Liter Blut die "Leberkläranlage".

Nieren - Unterstützung für die Leber

Insgesamt filtern die Nieren jeden Tag etwa 180 Liter Flüssigkeit aus dem Blut - so viel passt ungefähr in eine Regentonne. Dabei sortiert sie schädliche Gifte, unbrauchbare Stoffwechselabfälle und überschüssige Mineralien aus, die am Ende in ungefähr eineinhalb Litern Urin ausgeschieden werden Verwertbares Material wie kleine Eiweißbausteine, Mineralien und Salze werden ebenfalls herausgefiltert und landen, wenn sie gebraucht werden, wieder im Blutkreislauf. So werden unsere viereinhalb bis sechs Liter Blut (je nach Geschlecht und Körpergröße) jeden Tag rund 300 mal komplett gereinigt.

Darm - 300 Quadratmeter Abwehrteppich

Der Darm verarbeitet nicht nur unsere Nahrung und versorgt den Körper mit wichtigen Nährstoffen. Er ist auch ein wichtiger Bestandteil unseres Immunsystems. Immerhin wird hier ein Großteil an schädlichen Bakterien und Krankheitserregern abgefangen und unschädlich gemacht. Doch Antibiotika, Kortison, Umweltgifte und Schadstoffe aus der Nahrung schädigen das große Organ. Und wenn die guten Darmbakterien sterben, dann haben die schlechten freie Bahn.

Das Lymphsystem - Unbekannte Entgiftungsstation

Lunge - Sauerstoff heißt Energie

Mit jedem Atemzug gelangen etwa eineinhalb Liter Luft in unsere Lungen. Doch es wird nicht nur wichtiger Sauerstoff aufgenommen. Denn anders als bei der Nahrung kann man sich nicht aussuchen, welche Qualität die Luft hat, die man einatmet. Schon in Nase und Rachen werden gröbere Luftverschmutzungen abgefangen und durch Niesen und Räuspern oder Husten wieder herausbefördert. Feinere Verschmutzungen werden von den Schleimhäuten und Flimmerhärchen in Luftröhre und Bronchien gefiltert. Nur Feinstaubpartikel können noch in die Lunge gelangen. Dort richten sie allerdings erheblichen Schaden an und bahnen sich ihren Weg weiter in Gewebe und Blut.

Lymphsystem - Das unbekannte Abwassersystem

Die Lymphflüssigkeit ist ähnlich wie das Blutplasma zusammengesetzt und besteht zu einem großen Teil aus Wasser. In hauchdünnen Lymphkapillaren bahnt sie sich ihren Weg durch das Gewebe und vereinigt sich zu immer größer werdenden Lymphbahnen, die parallel zu den Venen laufen. Anders als das Blut hat die Flüssigkeit in den feinen Lymphkapillaren keine Fließrichtung. Erst in den großen Lymphbahnen wird die Richtung des Lymphflusses bestimmt. Das heißt aber auch, wenn der Körper still liegt oder ruht, dann fließt auch das Lymphwasser nicht. Erst Bewegung bringt Schwung in die Sache.

Das Lymphwasser transportiert Schadstoffe aus den Zellen ab und liefert neues, "frisches" Zellwasser wieder an. Auf ihrem Weg durch den Körper passiert die Lymphflüssigkeit zahlreiche Lymphknoten. Bei erwachsenen Menschen sind das etwa 600 bis 700 Stück. Die Lymphknoten filtern Schadstoffe aus dem Lymphwasser heraus und geben sie zum Abtransport ans Blut weiter. Über Leber und Nieren werden die Schadstoffe wieder aus dem Körper ausgeschieden.

Wenn die Lymphe nicht fließt

Die Zellen des Körpers können nur dann arbeiten, wenn regelmäßig Abbauprodukte aus ihnen heraustransportiert und neue Nährstoffe angeliefert werden. Wenn sich das Lymphwasser staut, kann dieser Prozess nicht mehr stattfinden. Das Gewebswasser staut sich an. Im schlimmsten Fall führt das zu größeren Wasseransammlungen im Gewebe, die auch Ödeme genannt werden. In diesen Ödemen lagern sich Schadstoffe an. Der Körper vergiftet sich langsam selbst.

Darum machen Diäten erstmal müde

Wasser trinken
Gegen Müdigkeit bei der Diät hilft viel trinken © Getty Images/iStockphoto, mediaphotos

Um den Körper vor Vergiftung zu schützen, muss das Filtersystem aus Leber, Nieren, Lungen, Darm, Haut und Lymphsystem funktionieren. Dazu benötigt es vor allem eins: Flüssigkeit! Wer viel trinkt sorgt zumindest dafür, dass der Körper genügend Flüssigkeit hat, um alle wasserlöslichen Gifte wieder loszuwerden. Leider sind nur die wenigsten Gifte wasserlöslich. Die meisten Gifte sind fettlöslich. Da der Körper die Eigenschaft hat, Fett anzulagern, lagert er gleichzeitig genau die Gifte an, die sich gerne in Fett lösen, bzw. an Fett binden. Und so hart das klingt: Aber je größer das Fettdepot in einem Körper, desto größer ist auch das "Giftmülllager".

Nicht umsonst fühlen sich viele Abnehmwillige am Anfang einer Diät alles andere als großartig und beschwingt. Denn beginnt der Körper mit dem Abbau von Fettzellen, lösen sich auch die Gifte wieder und gelangen so ins Blut. Die Folge: Müdigkeit und Infektanfälligkeit durch ein geschwächtes Immunsystem. Auch hier hilft wieder nur eins: Führen Sie Ihrem Körper genügend Flüssigkeit zu. Am besten durch Wasser oder leichte Kräutertees.

Wird man die Gifte nie wieder los?

Um sich und seinen Körper vor den Folgen von Umweltgiften zu schützen, kann man natürlich einiges tun. Dabei steht gesunde und bewusste Ernährung an erster Stelle. Verzichten sie wo immer möglich auf Konserven und behandelte Lebensmittel. Essen sie frisches Obst und Gemüse nach Saison. Versuchen Sie, so oft wie möglich selber zu kochen. Gerade in Fertig- und Tütengerichten verstecken sich viele Inhaltsstoffe, deren Auswirkungen auf den Körper bei langfristigem Verzehr nicht abschließend geklärt sind.

Achten Sie darauf, sich ausreichend zu bewegen. Es muss nicht gleich Leistungssport sein. Schon kleine Bewegungseinheiten im Alltag können helfen, den Stoffwechsel ein bisschen in Schwung zu bringen. Wer öfter mal die Treppe nimmt, einen Spaziergang macht oder mit dem Fahrrad fährt unterstützt seinen Körper bei der täglichen Entgiftungsarbeit. Und versuchen Sie möglichst ausreichend zu trinken. Als kleine Entgiftungshilfe möchten wir Ihnen hier die Methoden "Ölziehen" und eine einwöchige "Trinkkur" vorstellen.

Ölziehen - Entgiftung über die Mundschleimhaut

Olivenöl
Entgiftung über "Ölziehen" © BG, Bettina Glaser . Werbe- und Arch

Der Körper braucht nicht nur Wasser zum Entgiften. Denn viele Gifte können in Wasser nicht gelöst werden und verbleiben somit im Körper. Eine sehr alte, aber sehr wirkungsvolle Methode - die vor allem in Griechenland und Italien weit verbreitet ist - ist das Ölziehen. Dazu nimmt man jeden Morgen einen Esslöffel kaltgepresstes Bio-Olivenöl in den Mund und spült damit alle Ecken des Mundes aus.

Nach fünf bis zehn Minuten kann man das Öl ausspucken, den Mund ausspülen und die Zähne putzen. Die Mundschleimhaut ist ein idealer Ort, um Gifte auszuleiten. Und das Öl bindet vor allem die nicht wasserlöslichen Gifte an sich und befördert sie aus dem Körper. Angenehmer Nebeneffekt: Auch die Zähne werden wieder weißer, denn Öl wirkt als natürliches Bleichmittel.

Sehr wirkungsvoll: Entgiftung durch Trinkkur

Probieren Sie doch auch mal eine einwöchige Trinkkur aus. Denn die meisten Menschen nehmen vor allem tagsüber zu wenig Flüssigkeit zu sich. Mit der Trinkkur trinken Sie bis zu vier Liter Wasser täglich - eine hervorragende Ausgangbasis für eine gute Entgiftung. Vor allem am Vormittag sollten Sie viel trinken. Denn nachts läuft die Regeneration des Körpers auf Hochtouren. Entsprechend hoch ist die Konzentration der Stoffwechselgifte am morgen. Deshalb braucht der Körper schnell wieder viel Flüssigkeit, um die Gifte abtransportieren zu können.

So geht's:

- Morgens direkt nach dem Aufstehen (in jedem Fall VOR dem Frühstück) ein großes Glas (0,3 l) lauwarmes Wasser trinken.

- Dann zum Frühstück am besten entkoffeinierten grünen Tee oder einen milden Kräutertee - ungesüßt natürlich. Trinken Sie ruhig drei bis vier Tassen. Wenn Sie auf Kaffee nicht verzichten können, sollten Sie sich in der Trinkkur-Woche auf eine Tasse am Tag beschränken.

- Trinken Sie bis zum Mittagessen oder frühen Nachmittag jede Stunde ein großes Glas (0,3 l) Wasser.

- Ab 14/15 Uhr können Sie dann normal trinken, also in kleineren Portionen. Aber achten Sie darauf, dass Sie immer noch regelmäßig trinken.

- Vor dem Schlafengehen sollten Sie auch noch mal ein Glas lauwarmes Wasser trinken.

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