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Demenz-Therapie: Die beste Behandlung von Alzheimer & Co.

Was bei Alzheimer und Co wirklich und am besten hilft
Auch wenn Demenz noch nicht heilbar ist, man kann einiges tun, damit es den Patienten besser geht. © dpa, Daniel Karmann

Demenz-Therapie: Was bei Alzheimer am besten hilft

Eines vorweg: Demenz ist nicht heilbar – noch nicht. Aber durch die richtigen Medikamente, die durch eine Demenz-Therapie unterstützt werden, und eine leichte Umstellung der Ernährung, verbessert die Lebensqualität Betroffener.

Wichtig ist, dass so früh wie möglich mit der Behandlung begonnen wird. Je mehr Nervenbahnen im Gehirn noch intakt sind, desto länger kann die Demenz verzögert werden. Eingesetzt werden Antidementiva. Diese medikamentöse Therapie hilft dem Demenz-Kranken und somit wird auch die Pflege erleichtert.

Für die Verbesserung des Erinnerungsvermögens und der Denkleistung sind in Deutschland Antidementiva wie Acetylcholinesterase- Hemmer zugelassen. Diese Substanzen werden vom Arzt verordnet. Die Krankenkassen erstatten die Kosten.

Wirkstoff Galantamin, ein Hilfsmittel in der Demenz-Therapie

Eine neuere Entwicklung auf dem Gebiet der Antidementiva ist der Wirkstoff Galantamin. Seinen Namen verdankt das Galantamin dem kleinen Schneeglöckchen (Galanthus nivalis). Heute wird der Wirkstoff nicht mehr aus dem Schneeglöckchen gewonnen, sondern in naturidentischer Form synthetisch hergestellt. Interessant für die Therapie ist Galantamin vor allem deshalb, weil die geistige Leistungsfähigkeit des Patienten, also Gedächtnis, Orientierungsfähigkeit und Sprachvermögen, so länger erhalten bleibt. Der Demenz-Kranke erhält so mehr Lebensqualität, denn alltägliche Dinge, wie Ankleiden oder das Essen zu organisieren, bereiten keine unüberbrückbaren Probleme mehr.

Wenn schwerwiegende Persönlichkeitsveränderungen und Verhaltensstörungen auftreten, muss dies nicht als krankheitsbedingt hingenommen werden. Der entgleiste Gehirn-Stoffwechsel kann durch entsprechende Medikamente wieder in geordnete Bahnen gelenkt werden.

Bei der Therapie der Verhaltensstörungen werden neben Beruhigungs- und Schlafmitteln auch ältere Neuroleptika eingesetzt. Medikamente dieses Typs haben aber Nebenwirkungen, die ihre Anwendung einschränken können. Sie machen den Patienten müde, dadurch steigt das Risiko von Stürzen und möglichen Knochenbrüchen.

Atypische Neuroleptika

Neuere Medikamente mit dem Wirkstoff Risperidon - das zu den so genannten atypischen Neuroleptika gehört - haben eine bessere Wirkung erzielt und gelten daher unter Experten als Mittel der Wahl. Risperidon ist bislang als einziges Medikament für die Behandlung von schweren Aggressionen (Schreien, Kratzen, Beißen, Schlagen), Wahnvorstellungen (unbegründete Beschuldigungen) und Halluzinationen (Sehen von nicht vorhandenen Personen) bei alten Menschen mit Demenz zugelassen. Es hilft auch sehr gut bei Unruhe, Misstrauen und Feindseligkeit.

Es macht die Betroffenen umgänglicher und ausgeglichener und wird deutlich besser vertragen als die älteren Medikamente, da es ganz gezielt in den Stoffwechsel des Gehirns eingreift. Der Patient leidet unter deutlich weniger Nebenwirkungen, ist im Allgemeinen nicht müde oder sturzgefährdet. Er kann seine gewohnten täglichen Aktivitäten teilweise wieder selbst durchführen, benötigt weniger Unterstützung beim Ankleiden oder Essen. Der Schlaf-Wach-Rhythmus normalisiert sich. Weil der Erkrankte am Tag wach und ausgeruht ist, bleibt er leistungsfähiger und kann sich besser konzentrieren.

Demenz therapieren: Ganz ohne Pillen und Tabletten

Demenz Therapie im Alltag
Bei der Demenz-Therapie kann man auch im Alltag einiges tun, dass den Patienten hilft.

Medikamente allein werden die alltäglichen Probleme in einer Familie mit Demenz-Kranken sicherlich nicht lösen. Nichtmedikamentöse Therapien sollten hinzukommen und den Therapieverlauf unterstützen.

Milieu-Therapie:

Die so genannte Milieutherapie ist auf das Umfeld des Patienten ausgerichtet. Sie versucht, die Alltags- und Freizeitaktivitäten des Patienten zu fördern, ihn so weit wie möglich in das normale Familienleben einzubinden und eine einfühlsame und würdevolle Beziehung zwischen den pflegenden Personen und dem Kranken aufzubauen.

Validation:

Im Zentrum dieser Methode steht das Bemühen, dem Demenz-Kranken in seinen Äußerungen, Gefühlen und Handlungen ernst zu nehmen. Der Begriff Validation bedeutet 'wertschätzen'. Anstatt den verwirrten alten Menschen immer zu korrigieren, wenn er Personen verwechselt oder Gegenstände falsch benennt, respektiert man seine aktuelle Gefühlslage mit Ärger, Ängsten, Zorn oder Trauer. Egal, ob sie für den Außenstehenden nachvollziehbar ist oder nicht. Das Annehmen der Gefühle schafft Vertrauen und gibt dem Patienten ein sicheres Gefühl.

Logopädie:

Die Logopädie befasst sich im Bereich der Demenz-Erkrankung mit der Behandlung von Sprachstörungen, den Störungen in der Wortfindung und Wortwahl und Schluckstörungen. Ziel der logopädischen Behandlung von Demenz-Kranken ist es, die Kommunikationsfähigkeit des Patienten zu erhalten und nach Möglichkeit zu erweitern.

Demenz-Therapie beim Essen und Trinken

Der Energiebedarf sinkt im Alter grundsätzlich ab, das Hungergefühl und der Appetit lassen nach und gerade die gesunden Nahrungsmittel wie Vollkornbrot, frisches Obst und Gemüse, werden vernachlässigt. Dabei verlangt der Körper durch die Krankheit nach mehr Energiezufuhr. Der Bedarf an Vitaminen und Mineralstoffen bleibt unverändert. Durch das Alter und die Demenz macht es den Patienten wenig Freunde zu essen. Typische Symptome der Demenz und des Alters, wie schlechte Zähne, Beeinträchtigung des Schluckreflexes und das Nachlassen des Geruchssinns, wirken nachteilig auf den Appetit. Aber schon mit kleinen Tricks, wird dem Hunger auf die Sprünge geholfen.

Weiche Speisen

Weiche Speisen dürfen keine harten Anteile haben. Viele Kranke ‚sortieren’ im Mund die festen Bestandteile heraus.

Menüplan

Eine Liste mit energiereichen und belieben Speisen aufstellen.

Süß und fettreich

Vor allem sehr süße und fettreiche Speisen werden gerne gegessen.

Kontraste und Akzente

Farbkontraste helfen Demenz-Kranken bei der Orientierung. Eine Spargelcreme-Suppe wird in einer weißen Schüssel auf einer Leinentischdecke schwer erkannt.

Achtung, heiß

Demenz-Kranke können nicht mehr einschätzen, dass Essen auch sehr heiß sein kann. Sie verbrühen sich also sehr leicht. Wichtig ist, dass das Essen also nicht zu heiß serviert wird.

Finger-Food

Zahlreiche Demenz-Patienten essen lieber mit den Händen. Warum also nicht auf Finger-Food zurück greifen? Beispiel: Fleischstückchen, Gemüse-Sticks und Kroketten.

Dickflüssig bevorzugt

Bei Schluckstörungen wird oft zu wenig getrunken. Durch Andicken von Flüssigkeiten wird das Trinken erleichtert. Demenz-Kranke bevorzugen übrigens sehr süße Getränke.

Jeder Tropfen zählt

- Immer wieder Getränke anreichen.

- Gleich zu Beginn des Tages etwas zu Trinken anbieten: Das erste Glas Wasser auf der Bettkante, ein Glas Apfelsaft zum Frühstück.

- Abwechslung schaffen und zwischen kalten und warmen Getränken wechseln.

- Trinkjoghurt: Einfach Joghurt mit Wasser oder Saft verrühren.

Tipp:

Um sicherzugehen, dass genug getrunken wird, hilft ein einfacher

Test:

Sind die Achselhöhlen völlig trocken, besteht eine Gefahr der Austrocknung.

Quelle: die Initiative „Altern in Würde“ im Deutschen Grünen Kreuz (DGK)

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