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DDR und FDJ: Schüler lernen Zwänge und Einschränkungen kennen

In den Urlaub geht's ins sozialistische Ausland

Gestern gab es den dritten Teil zur Punkt 12-Wochenserie ‚Zurück in die Vergangenheit‘. In unserem großen Experiment zum Jahrestag des Mauerfalls lernen 22 Schüler, die im vereinten Deutschland aufgewachsen sind, eine Woche lang das Leben der DDR kennen.

Im vorletzten Tag im DDR-Camp bekommen die Schüler ein Gefühl dafür, wie ihre Altersgenossen damals aufgewachsen sind und welche Einschränkungen und Zwänge das Leben zu dieser Zeit mit sich brachte. Denn Heimleiterin Susanne Ungrad zeigt den Schülern, wie bescheiden sie früher leben mussten und welche Reiseziele ihnen zur Verfügung standen. Sie erzählt von ihren damaligen Erlebnissen und Eindrücken, denn sie selbst ist in Ostdeutschland aufgewachsen und kennt sich daher gut mit den Beschränkungen bei der Auswahl der Reiseziele aus.

Heute ist es für Teenies selbstverständlich, dass die Grenzen offen sind und sie ihr Reiseziel frei wählen können. Doch früher war das anders, der Urlaub musste sich auf das sogenannte sozialistische Ausland begrenzen. Auch bei der Frage nach ihren liebsten Urlaubszielen zeigt sich ganz deutlich, dass nur wenige Schüler Europa als Urlaubsziel wählen würden und es die meisten Kinder eher in fremde und weit entfernte Kontinente zieht.

Der Zusammenhalt der Klassengemeinschaft ist faszinierend

Als nächstes steht Geographie-Unterricht bei Frau Lehmann auf dem Plan. In dieser Stunde bekommen die Kinder nochmal ein genaueres Bild über die möglichen Urlaubsländer, die sie zu DDR-Zeiten hätten bereisen dürfen. Auch Frau Lehmann spielt die Lehrerrolle der Zeit getreu, denn damals herrschte ein strenger Ton im Klassenzimmer. Ein ganz großes Thema zur damaligen Zeit war die Ausbeutung der Menschen in Westdeutschland. Das zeigt sich auch bei einem Blick in die Lehrbücher von damals, denn hier herrscht ein scharfer Ton gegen den Klassenfeind BRD.

Frau Lehmann bleibt bei diesem Thema hartnäckig und duldet keine Widersprüche. Es zeigt sich, dass diese Art des Unterrichts für die Schüler völlig fremd ist und sie spüren am eignen Körper, was Auflehnung gegen den Staat bedeutet. Für die Teenager ist dies ein ganz besonderes Erlebnis, denn sie sind bisher in Freiheit aufgewaschen ohne jede Art von Zwängen. Diese Situation bringt viele von ihnen zum Nachdenken, denn sie werden sich bewusst, was Freiheit bedeutet.

Der letzte Tag naht und die Schüler dürfen am Abend eine Nachricht an ihre Familien zu Hause schicken. Dafür müssen Sie auf eine heute fast ausgestorbene Möglichkeit zurückgreifen: die Postkarte. Für viele von ihnen ist es eine ganz neue Art der Kommunikation. Die Jugendlichen versuchen in ihrer Grußkarte, die Gefühle und Eindrücke aus dem DDR-Lager in Worte zu fassen. Doch es zeigt sich, dass die bisherigen Erlebnisse unterschiedliche Eindrücke hinterlassen haben. Für die einen sind die Zwänge und Einschränkungen der damaligen Zeit hart, für andere ist der Zusammenhalt der Klassengemeinschaft aber auch faszinierend.

Morgen wird der Gemeinschaftssinn der Schüler nochmal gestärkt, denn Sie müssen zusammen eine DDR-Schülerdisco organisieren. Wie die Schüler das große Finale erleben, sehen Sie morgen unserer Wochenserie.

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