LIEBE LIEBE

Dating Portal "What'sYourPrice" will Deutschland erobern

"Der eine zahlt, der andere kommt"

Sich mit einem Mann gegen Geld treffen? Klingt, genau, eher nach einem Gewerbe, das meistens horizontal ausgeführt wird. Nur handelt es sich in diesem Fall um die Strategie einer neuen US-Dating-Plattform, die jetzt auch in Deutschland ihr Glück versuchen will. Das Prinzip: der eine zahlt, der andere kommt (vereinfacht ausgedrückt...)

Dating Portal "What'sYourPrice" will Deutschland erobern
"What'sYourPrice" klingt nach einem unmoralischen Online-Portal © vgstudio - Fotolia

Von Merle Wuttke

Man fühlt sich sofort an diese 90er-Jahre-Schmonzette mit Demi Moore und Robert Redford erinnert, mit dem Titel "Ein unmoralisches Angebot", in der ein Mann eine Million Dollar bietet, um mit der Frau eines anderen zu schlafen, und damit alle Beteiligten in einen moralischen Konflikt führt. Moral spielt bei "What’sYourPrice?" allerdings überhaupt keine Rolle. So nennt sich die neue Dating-Börse, die mit ihrem Namen auch ihr Konzept auf den Punkt bringt.

Denn die Mitglieder gliedern sich in zwei Kategorien auf: großzügig und attraktiv bzw. in Zahler und Bezahlte. Wer sich als attraktiv (meistens Frauen) einstuft, wartet auf Angebote, verhandelt und willigt bei einem annehmbaren Preis dann ins Geschäft ein. Für die Zahler (zum größten Teil Männer), soll sich das lohnen, weil laut Unternehmen, Frauen eher bereit sind, aufs Ganze zu gehen, wenn ihre Investitionen vor dem Date (Make-up, Klamotten etc.) großzügig honoriert wurden... Autsch, ein solches Frauenbild gab es wahrscheinlich zuletzt vor 60 Jahren.

Ein ungeküsster Nerd "kauft" sich jetzt Frauen

Es wundert jedenfalls nicht, dass ausgerechnet ein Technik-Nerd namens Brandon Wade, der bis zu seinem 21. Geburtstag noch nicht ein einziges Mal geknutscht hatte, die Idee zu dieser doch sehr eindeutigen Dating-Börse hatte. Frei nach dem Motto: "Mit Geld kriegt ihr sie alle!" Und es scheint zu funktionieren, in den USA läuft "What’sYourPrice?" erfolgreich seit vier Jahren, in Deutschland haben sich bereits jetzt 6000 Menschen registriert. Knappe 70 Euro kostet angeblich ein "Date" im Moment für deutsche "Zahler" im Durchschnitt.

Wie sehr sich das Ganze an der Grenze zur Prostitution bewegt, zeigt ein Blick auf die "attraktiven" registrierten Mitglieder der US-Seite: hier sieht man sehr viel Busen, sehr viel knappe Kleidung, sehr viel langes Haar – würden die Damen, die sich zur "Auktion" anbieten, nur eine Kleinigkeit weniger am Leib tragen, könnten sie sich auch woanders zeigen... Wobei sich ohnehin die Frage stellt, ob nicht einige clevere, berufsbedingt käufliche Damen ohnehin nicht schon längst ihre Dienste hier inoffiziell anbieten. Zumindest sie würden so von dem überflüssigen Dating-Portal profitieren. Allen anderen bleibt nur zu sagen: "What’sYourPrice? Wat’n Sch***!"

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