Das perfekte Model: Rumzicken ist ein No-Go

Das perfekte Model: Rumzicken ist ein No-Go
Rumzicken ghört sich für ein Model einfach nicht, findet Margrieta Wever. © Folge 5

Topmodels haben keine Selbstzweifel

Diesen Dienstag wurde wieder rumgezickt, als gäbe es kein Morgen: Die Mädchen lästern willig vor laufender Kamera oder sie zicken gegen das Team am Set. Doch beides geht für ein professionelles Model absolut nicht. Erstens: Wer keine Konkurrenz sieht, muss auch nicht darüber lästern. In diesem Fall - Samantha gab ihre Meinung dazu, wer bleibt und wer nicht - kommt das aus purer Unsicherheit. Und damit gibt man seine Selbstzweifel zu, und ein wahrhaftes Topmodel leidet nicht an Selbstzweifeln. Auch nicht unbedingt an Größenwahn, aber sicher nicht an Selbstzweifeln.

Da sind wir bei Zweitens: Wer jetzt schon so ganz am Anfang, nein, an der Andeutung eines Anfangs einer Modelkarriere (es ist ja noch keine!) gleich rumzickt am Set, wird nicht sehr weit kommen. Sissi ist dafür ein gutes Beispiel. Vor allem fällt es langsam auf, dass sie besonders schnell verärgert ist und dies auch keineswegs versucht zu verstecken. Schon bei einer der ersten Sendungen, wo es zwischen Sissi und Samantha um ein besonderes Kleid ging, und wo sie anschließend rumjammerte wegen Blasen am Fuß. Kunden mögen das überhaupt nicht, und ein Ruf ist schneller zerstört als aufgebaut. Die meisten Topmodels, die ich kenne, sind alle äußerst professionell und ausnahmslos nett am Set. Und Sissi hat bis heute leider wirklich nur ihre schlechteste Seite gezeigt. Dies könnte sie eine tolle Karriere kosten, nicht nur im Model-Business, sondern in jeder Berufssparte.

Texte in fremden Sprachen lernen gehört auch dazu

Als Model muss man sich recht schnell einen Text merken können. Es ergibt sich öfters ein Casting, in dem man einige Zeilen sprechen muss, zwar nicht spontan, aber genau das, was vorgegeben wird. Obwohl spontan auch nicht jeder kann. Erschwert wird das noch, wenn der Text in einer Sprache ist, die man weder beherrscht noch versteht. So hatte ich einmal in Mailand ein Casting für eine Fernsehwerbung und musste mir 'mal eben' fünf Zeilen Text auf Italienisch merken. Dabei spreche ich außer der Menükarte bei meinem Lieblings-Italiener nicht ein Wort Italienisch! Und nicht nur dass ich mir mir einen Text komplett blind merken bisste, ich sollte ihn auch noch möglichst natürlich aussprechen. Ich habe mir wahnsinnig viel Mühe gegeben - nur leider hatte es alles keinen Zweck, sie suchten eigentlich einen 'Pamela Anderson'-Typ, und das bin ich ganz sicher nicht.

Als ich mir in Sydney einen Text auf Englisch merken musste, war das schon wesentlich einfacher. Allerdings hatte meine dortige Agentur dem Kunden wohl gesagt, ich wäre ein Schauspieltalent. Als wir gerade die Probeaufnahmen machen wollten, sagte der Kunde mir, dass er besonders gespannt auf meine Performance sei, was mich irgendwie so verwirrte, dass ich prompt mein Text vergaß. Ich fühlte mich auf einmal so unter einer Lupe beobachtet - womit ich eigentlich gut umgehen kann, aber irgendwie an dem Tag nicht. Ich stammelte, stotterte und verhaute das Casting komplett, leider. Obwohl... es handelte sich hier um vier Freundinnen im Urlaub in Rom, die mit ihren Monatsbinden den Trevi-Brunnen trocken legen wollten. Also kein Auftrag, auf dem man wirklich 'heiß' ist als Model. Aber immerhin ein Kunde, der die Rechnungen bezahlt.

Noch schnell etwas zu ‚Höckernasen’ bei Models. Ja, Eva hat eine etwas größere Nase, und die von KK ist auch nicht unbedingt klein. Gisèle Bündchen sagt selbst, dass sie ihre Nase groß findet. So seht ihr, dass man nicht 100 Prozent perfekt sein muss, es geht um viel mehr als das. Das Gesamtbild. Der Gesamteindruck. Ein starker Willen. Gute Proportionen. Und, wie wir am Dienstagabend gelernt haben: Umgangsformen und 'Contenance'.

Bis nächste Woche!

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