Das perfekte Model: Erfolg gibt's nicht geschenkt

Das perfekte Model: Die Gewinnerin ist nicht immer die Erfolgreichste
Jennifer, Jenny, Johanna und Anika kämpfen noch um den Sieg bei 'Das perfekte Model.

Die Gewinnerin ist nicht immer die Siegerin

Es gibt schon seit Jahrzehnten sogenannte Modellwettbewerbe. Die großen, ernsthaften nennen sich 'Elite Model Look' und 'Ford Supermodel Of The World'. Und da stammen schon so einige Supermodels her: Adriana Lima, Gisèle Bündchen, Alessandra Ambrosio, Yfke Sturm. Nur nicht jeder wurde auch Erster. Gisèle zum Beispiel wurde "nur" Dritte. Und Adriana und Alessandra schafften es nicht mal in die Top 3.

Und wenn man sich andere Sendungen angeschaut hat; von vielen Gewinnerinnen hört man heute nichts mehr, außer, dass sie mal auf irgendeiner Party abgelichtet wurden und in der Gala oder Bunte ganz hinten auf den 'Society'-Seiten abgebildet sind. Das hat mit ernsthaftem Modeln nichts mehr zu tun, das reicht gerade noch für einen C-Promi-Status.

Schon mal von Georgia Goettmann gehört? Eine wunderschöne Deutsche. Sie gewann vor langer Zeit der 'Supermodel Of The World Contest', hatte alle Chancen, die sie haben wollte, aber hatte offenbar keine große Lust auf den Job. Sie lebt ein normales, unauffälliges Leben hier in Deutschland und manchmal sehe ich sie bei mir um die Ecke im Supermarkt oder im Park.

Ebenso gibt es Mädchen, die ohne Wettbewerb weit gekommen sind. Wieso das so ist? Weil ein Model sich weiter entwickeln kann und weil ein großer Teil des Erfolgs mit Willenskraft zu tun hat. Es wird dir im Leben nichts geschenkt, außer das Leben selbst. Wenn man es als Model schaffen will, reicht ein Gewinn nicht, es ist nur der erste Schritt, der einem damit etwas erleichtert wird. Beweisen und sich auf Dauer halten, dafür muss man kämpfen und vieles aufgeben. Und meine These ist, dass die Mädchen, die nicht gewonnen haben, noch härter kämpfen werden, um es zu schaffen.

Der Erfolg fällt einem nicht in den Schoß

Ich selbst wusste gar nicht, wie hart man kämpfen muss, um es zu schaffen. Ich war gerade mal 17 und dachte, Karl Lagerfeld meldet sich dann schon. Da ich sowieso noch in die Schule ging, war es erst mal nicht so wichtig. Als ich dann nach Paris reiste, um mein Glück dort zu versuchen, und in Mailand war, um täglich zwölf Termine abzuklappern, wusste ich; Jobs fallen einem nicht in den Schoß. Da habe ich dann gelernt, mich durchzubeißen und nicht aufzugeben. Ich habe so zu sagen Blut geleckt, und ich wollte es schaffen. Dabei ist die Modewelt äußerst gnadenlos; es geht nicht um dich, es geht um dein 'Image'. Das hat zwar auch mit deinem Charakter und deiner Persönlichkeit zu tun, ist aber niemals eine Bewertung davon.

Das getrennt zu sehen, sein eigenes Image als Produkt und sich selbst immer noch als die Person, die man immer schon war, ist nicht leicht. Das kann furchtbar an einem nagen und unsicher machen. Ich habe bei 1,81 Meter und 57 Kilo damals auch oft genug gehört, ich sei zu dick. Ich habe glücklicherweise ein gesundes Köpfchen mitbekommen und wusste, dass es schwachsinnig ist zu denken, ich sei wirklich dick. Wer da dem Druck der Termine nicht stand hält und Geduld mitbringt, ist bald wieder enttäuscht daheim oder endet, leider, mit einer so schrecklichen Krankheit wie Bulimie oder Anorexie (Magersucht).

Jetzt bin ich mal gespannt, wer nächste Woche das ‚Rennen’ gewinnt. Ihr könnt jetzt alle telefonisch mitabstimmen, also habt ihr es auch in der Hand.

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