Das perfekte Model: Die großen und kleinen Probleme von Models

Beziehungsprobleme und Schlankheitswahn

Ein Mädchen aus Evas Gruppe bekam vom Freund Blumen nach Kapstadt geschickt. Das ist natürlich sehr romantisch und lieb, aber wenn man Topmodel werden möchte, steht eine Beziehung nur im Weg.

Das perfekte Model: Die großen und kleinen Probleme von Models

Von Margrieta Wever

Da man stetig auf Reisen ist, der Freund aber sein normales Leben zu Hause weiter verfolgt, sieht man sich kaum und muss sich immer vermissen. Man wächst in seiner Karriere enorm schnell, man sieht, tut und hört Dinge, von denen andere nur lesen können. Dann kommt man wieder nach Hause und ist quasi aus seinem alten Leben herausgewachsen. Ebenso ist man vom Freund entfremdet, egal wie viel man telefoniert und schreibt. Er lebt ein anderes Leben und kann logischerweise bestimmte Dinge nur sehr schwer nachvollziehen. Und dann rede ich noch nicht mal über beidseitige Eifersucht.

Die Modelanwärterin Paula-Helen ist vollschlank, sie hat eine tolle Figur, ist aber leider fürs Modeln zu schwer. Sie wird wohl kaum gebucht werden, außer sie nimmt ab. Oder zu. Sie hätte als Plus-Size-Model (ab Größe 42) gute Chancen. Dieser Markt ist relativ neu und wächst rasant. Paula-Helen meint, sie müsse abnehmen, und zwar zehn Kilo. Da besteht natürlich akute Magersuchtsgefahr.

Erstens: Wenn die Figur von sich aus nicht schlank ist, wird sie das auch nie ohne Qual sein. Sogar wenn ein Mädchen wie Paula-Helen ihr Traumgewicht erreicht, bleibt es ein stetiger Kampf dieses zu behalten. Und wenn sie durch das Abnehmen erstmal auf den Geschmack‘ gekommen ist, und ihre Willensmacht über ihr Körpergefühl empfindet, ist das der erste Schritt in den Magerwahn. Hinzu kommt, dass man nicht einfach hungern soll, wenn man abnehmen möchte. Sport ist sehr wichtig, die Ernährung sollte trotz kleineren Portionen ausreichend und ausgeglichen sein. Ein Model, das hungert, sieht meistens auch verhungert aus - und das ist niemals schön.

Zweitens sollte sie sich wirklich überlegen, ob die Arbeit als Model das alles wert ist. Eine Modelkarriere dauert nicht ewig, und die wenigsten sind danach für das restliche Leben finanziell versorgt. Was ich damit sagen will: Es gibt ein Leben nach dem Modeln, dies sollte man nie vergessen und auch darauf hinarbeiten. Wenn eine Modelkarriere nur klappt, wenn man sich Jahre lang quält, rate ich dringend davon ab. So glamourös ist der Job nicht; echte Topmodels stehen früh auf (4 oder 5 Uhr), reisen ständig, sind immer von zu Hause weg. Sie besuchen nicht ständig Champagner-Partys, aber fotografieren oder drehen Werbespots unter unangenehmen Umständen, bei fast jeder Wetterlage und zu fast jeder Tageszeit. Es ist ein knochenharter Job, das realisiert niemand, der es nicht schon selbst erlebt hat.

Die richtige Modelagentur finden ist schwer

Wie findet man als Model die richtige Agentur? Nicht jede Agentur ist auch gut, es gibt keine Stiftung oder Kammer dafür und kein Gütesiegel oder Prüfungsamt. Jeder, der möchte, kann eine Modelagentur aufmachen. Der Bäcker, der Kioskbetreiber, der Busfahrer, egal wer. Es gibt ein paar Faustregeln, die durchaus helfen - schaut euch hierzu einfach in meinem Buch 'Traumberuf Topmodel' die Liste der Modelagenturen an, die ich in Deutschland, Österreich und der Schweiz empfehle. Trotzdem noch schnell ein paar hilfreiche Tipps: Schaut euch die Website der Agentur an: Sieht diese professionell aus? Sind die Models euch vom Namen oder Look her bekannt? Zeigen die tatsächlichen Magazine Auszüge (je mehr, desto besser) oder nur schöne Fotos ohne Text (Finger lieber weg!)? Hat die Agentur eine Geschäftsadresse in einer guten Nachbarschaft oder Geschäftsgebiet? Wenn eine Agentur viele Models zeigt, heißt es nicht, dass die Agentur auch gut ist. Viele Models haben eine Agentur im Ausland, die sie nur ‚so’ vertritt, ohne dass die Models jemals in der Agentur zu Besuch waren oder vor Ort Termine wahrgenommen haben. So versammelt eine ‚No Name’-Agentur mit guten Kontakten schnell an die 200 und mehr Models in ihrer Kartei - wobei sie noch nie eines davon erfolgreich vermittelt haben muss.

Wilde Tiere beim Shooting - ein beliebtes Thema. So oft passiert es aber nicht. Sollte man wirklich große Angst vor einer bestimmten Tierart haben, sollte man dies unbedingt bei der Agentur melden. Bei Allergien natürlich ebenso. Die meisten Tiere, die man bei Fotoshootings trifft, sind ziemlich tot: Lederhandtaschen, Lederschuhe, Pelzkragen. Das schreibe ich jetzt quasi herzlos, aber so ist es. Die Chance, dass ein Model jemals mit einer Schlange oder einer Spinne arbeitet, ist wirklich sehr klein. Sollte es doch passieren, muss man immer professionell sein, und gut versichert. Im Nachhinein werdet ihr euch über ein legendäres Foto, das andere so sicher nicht haben, freuen. Ich für mich hätte gerne mal mit einer Python oder einer Vogelspinne gearbeitet, aber bei mir hat es sich auf Hunde, Schafe und Pferde eingeschränkt. Leider.

Anzeige