Das perfekte Model: Blasen inklusive

Das perfekte Model: Blasen inklusive
Wer Model werden will, darf bei Blasen nicht jammern, verrät Margrieta Wever in ihrer Kolumne.

Das perfekte Model: Die zweite Show

Blasen an den Füßen, das gehört dazu: Wenn Fashionweek ist, und das nachfolgend in Berlin, Paris, Mailand, London und New York, läuft ein gut gebuchtes Model schnell mal bis zu sechs Shows am Tag und das pro Stadt etwa fünf Tage lang. Und nicht etwa auf bequemen Turnschuhen.

Von Margrieta Wever

Für jede Show gibt es Schuhe, meistens vom Designer selbst und daher ausgefallen, neu und mit ziemlich hohen Absätzen. Da die Designer manchmal kurzfristig noch etwas in der Planung ändern, kann es sein, dass die Schuhe gerade nicht in deiner Größe zu haben sind, aber in bis zu zwei Nummern kleiner oder größer. Das ist furchtbar unbequem und sehr anstrengend, da man darauf gehen muss, als hätte man niemals was anderes getan. Erst dann ist man wirklich professionell. Und dabei immer gleich bleiben, selbstbewusst aussehen und hoffen, dass man sich nicht hinlegt.

Eine andere Peinlichkeitsfalle ist der Busen- oder Po-Blitzer. Obwohl es auch sicherlich ein sehr guter PR-Zug sein kann. Ich hatte auch mal einen Busenblitzer, und das ausgerechnet mit dem 'Finalkleid' in einem wunderschönen Weiß. Es war etwas zu groß und somit rutsche mir das Schulterbändchen ab. Schon war ich oben rum halb blank, ich fand es überhaupt nicht lustig, aber habe versucht ganz unauffällig - insofern das in solch eine Situation geht - das Bändchen zurückzuschieben.

So lief ich in New York mit einem Minirock rum, der für meinen langen Körper eigentlich zu klein war. Auf der ersten Hälfte vom Gang über den Laufsteg war alles noch ok, aber als ich mich am Ende dann umdrehte um zurückzulaufen, rutsche mir der Minirock endgültig über den Popo leicht nach oben und zeigte meine holländische Pracht, sehr zur Belustigung des Publikums.

Ein bisschen Spaß gehört dazu

Hass und Neid unter Models gibt es leider doch recht oft. Obwohl es mehr nette Mädels gibt als Zicken. Ich denke, das ist genauso verteilt wie in anderen Jobs auch. Allerdings können sie sich gegenseitig schon ziemlich veräppeln. So hatte bei einer Fashionshow mal eine Kollegin etwas von meinem Kleiderständer geklaut. Da der Designer mich gut kannte, wusste er, dass ich es nicht war, aber immerhin hat sich das Mädchen, die das Outfit geklaut hatte, das sehr wohl überlegt. Wenn sie die Kleidung bei einer anderen wegnimmt, kommt sie ja nicht so schnell infrage.

Ebenso gab es ein Mädchen, dass immer meinen (sehr teuren) Orangensaft ausgetrunken hat. Ich war sehr verärgert, denn immer wenn ich mich auf meinen Saft freute, war er schon leer. Eine andere Kollegin verriet mir dann, dass ein bestimmtes Mädchen immer an meine Flasche ging, obwohl sie wusste, dass sie mir gehörte. Ich sprach direkt mit ihr, um ihr zu sagen, dass sie das zu unterlassen hat. Ihre Begründung für ihr Verhalten war, dass ich als Model mehr verdiene und ich nicht jammern sollte. Ich habe daraufhin meinen Orangensaft mit ein bisschen Parfüm 'präpariert'... Sie hat es noch einmal gemacht und danach nie wieder. Ich finde sowas unmöglich. Ich hoffe, sie hat daraus etwas gelernt.

Eines der Models bei 'Das Perfekte Model‘ hat schon vor der Show viel dazu gelernt: Samantha. Sie hat gezielt 15 Kilo abgenommen und ihre Figur hart erkämpft, davor habe ich viel Respekt. Sie hat schon einige Misswahlen hinter sich gebracht, obwohl ich dazu gleich sagen muss; eine Misswahl ist keine Modelwahl. Das ist wie Florian Silbereisen mit David Guetta zu vergleichen, das sind zwei ganz andere Welten. Und eine Misswahl wird niemals zu so großem Ruhm und Reichtum führen wie es die Arbeit als (Top-)Model tun kann.

Ich bin mal gespannt auf nächster Woche, bis dann!

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