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Das neue IKEA Rückgaberecht im Test: Wie klappt es mit dem Umtausch wirklich?

Umtauschen und Zurückgeben ganz einfach? IKEA macht's vor!

Seit dem 25.08.2014 gilt das neue IKEA Rückgaberecht. Das bedeutet laut Katalog: „Gefällt dir ein Artikel, den du bei Ikea gekauft hast, nicht mehr, bring ihn einfach unter Vorlage der Rechnung oder des Kassenbons zurück und wir erstatten dir den vollen Einkaufsbetrag.“ Und zwar ab sofort ohne zeitliche Begrenzung, ein Leben lang. Und dabei ist es sogar egal ob der Artikel gebraucht oder gar kaputt ist.

Unser Reporter hat getestet, wie einfach es ist, bei IKEA alte Möbel umzutauschen.
Wie einfach ist der Umtausch bei IKEA?

RTL-Reporter Ralf Herrmann hat mal in seinem Keller geschaut, was da noch so liegt von IKEA und vor allem, was davon weg kann. Doch bevor er all seinen Kram zurück bringt, möchte Ralf auf Nummer sicher gehen und ruft bei IKEA an. Eigentlich gilt das neue Rückgaberecht nur für Dinge, die ab dem 25.08.2014 gekauft wurden. Doch die nette Frau am Telefon weist darauf hin, dass die einzelnen Einrichtungshäuser auch kulant sind und rät Ralf, einfach mal hinzufahren und vor Ort zu klären, ob eine Rückgabe möglich ist. Mit den alten Kassenbons und Möbeln geht es los zum nächstgelegenen IKEA. Sogar einen kaputten Stuhl hat Ralf dabei. Ohne Zögern nimmt die Dame am Rückgabeschalter seine alten, gebrauchten und teilweise sogar kaputten Möbel aus dem Keller zurück. Dafür gibt es in diesem Fall zwar kein Bargeld, sondern „nur“ einen Gutschein über den kompletten Neupreis von 79,80, dennoch ist Ralf von seinem Erfolg begeistert. Und die IKEA-Mitarbeiterin verrät, dass es jeden Tag doch einige Kunden sind, die ihre Möbel zurückbringen.

Warum macht ein Unternehmen freiwillig sowas? Marken-Experte Jon Christoph Berndt sieht in dem neuen Rückgaberecht einen cleveren Marketing-Schachzug. Jeder, der im Kopf behält, dass er später ja alles zurückgeben kann, kauft häufig dann einfach mehr. Die Erfahrung zeigt, dass künftig nicht in Scharen die gebrauchten Artikel zurückgegeben werden, denn in Norwegen und Dänemark gilt das Rückgaberecht schon seit drei Jahren. „Es werden nicht viele Menschen tatsächlich ihre Möbel zurückgeben. Das Gefühl man könnte es tun, reicht schon“, prophezeit der Experte.

Mit Kassenzettel wird wirklich ALLES zurückgenommen

Ralf hat nach dem ersten Erfolg jedenfalls das Rückgabe-Fieber gepackt. „Wie würde das Möbelhaus wohl reagieren, wenn ich mit einer ganzen Wagenladung voller alter Dinge beim Rückgabe-Schalter ankomme?“ Dafür startet Ralf eine "Einkaufstour" bei verschiedenen Leuten, die ihre alten IKEA-Möbel verkaufen und auch noch den Kassenzettel haben. Von dem Plan, alles zurückzugeben, wird erst mal nichts verraten.

Bei IKEA dann erstmal der Schock: So einfach möchte die Mitarbeiterin dieses Mal die Möbel nicht zurücknehmen. Doch nach einem Telefonat mit ihrem Vorgesetzten wird tatsächlich auf Kulanz auch die gesamte Wagenladung zurückgenommen – allerdings wieder „nur“ gegen einen Gutschein. Am Ende hält Ralf fünf Gutscheinkarten im Gesamtwert von 1062,99 in der Hand.

Am nächsten Tag bringt Ralf die Gutscheine wieder zurück an die Leute, die ihm tags zuvor, ihre gebrauchten Stücke verkauft haben. Auch die sind überrascht von so viel Kulanz.

Isolde Debus-Spangenberg von der Ikea Pressestelle erklärt: „Wer Möbel zurückbringt, die älter sind, wird sicher auch von unseren Mitarbeitern eine Lösung angeboten bekommen, die für ihn zufriedenstellend ist.“ Zwar gelten nicht genau die gleichen Bestimmungen, wie für die Möbel, die ab dem 25.08.2014 gekauft wurden, dennoch verspricht IKEA eine kulante Lösung, auch wenn sie dazu natürlich nicht unbedingt animieren möchten.

Das neue Rückgaberecht, ein Leben lang, ist besonders dazu gedacht, dass man sich auch nach einem längeren Zeitraum noch gegen ein Möbelstück entscheiden kann, wenn es doch nicht passt. Und auch, wenn es nicht wirklich dem Sinn der Sache entspricht: Unter das neue Rückgaberecht fällt auch, wenn die Küche nach 10 Jahren zurückkommt.

Dann viel Spaß beim Shoppen, oder beim Zurückgeben … eben jeder so, wie er’s mag.

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