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Das ist die richtige Schule für Ihr Kind

Das ist die richtige Schule für Ihr Kind
© Christian Schwier - Fotolia, Christian Schwier

Gymnasium, Realschule, Hauptschule: Wohin schicken Sie Ihr Kind?

Auf welche weiterführende Schule soll mein Kind gehen? Diese Frage beschäftigt alle Eltern, deren Kind die Grundschule verlässt. Jetzt ist die Wahl der richtigen Schule wichtig. Aber welche ist die richtige Schule für Ihr Kind? Tipps für die Entscheidung zum Schulwechsel.

Meistens wollen Kinder gerne auf die Schule, die auch die Freunde besuchen werden. Auch wenn das verständlich ist, sollten Sie sich nicht von diesem Wunsch bei der Wahl der Schule beeinflussen lassen. In erster Linie sollten Sie sich nach der Entwicklung Ihres Kindes richten.

Diese Entwicklung wird natürlich an Zeugnisnoten festgemacht. Bei Einsen und Zweien ist die Entscheidung schnell getroffen, aber was, wenn sich eine Drei oder etwa eine Vier dazwischen gemogelt hat? Eine Drei ist keine schlechte Note, allerdings kommt es darauf an, in welchem Fach die Drei vergeben wurde. Sie sollten darüber mit dem Grundschullehrer bzw. der Grundschullehrerin Ihres Kindes sprechen.

Eine Vier zeigt eher die Tendenz an, die Anmeldung Ihres Kindes an einem Gymnasium zu überdenken. Bewegen sich die meisten Zeugnisnoten im guten Mittelfeld, ist der Besuch einer Real- oder Gesamtschule ratsam. Hier hat Ihr Kind auf jeden Fall die Gelegenheit, sich zu steigern und später einen Übergang in die höhere Schulform zu schaffen.

Kinder, die immer schon Lernschwächen hatten und sich in der Grundschule durchgekämpft haben, sollten eine Schule besuchen, in der auf diese Schwächen eingegangen wird und in der sie entsprechend gefördert werden. Zu berücksichtigen ist bei der Wahl einer Hauptschule allerdings vor allem der soziale Aspekt: Nicht selten sind Hauptschulen oft auch soziale Brennpunkte mit hohem Konflikpotenzial.

Das A und O jeder Überlegung sollte sein, dass Ihr Kind gerne zur Schule geht und Freude am Lernen hat. Andauernde Niederlagen durch zu hohe, aber auch durch zu niedrige Anforderungen sind entmutigend und führen in einen Kreislauf aus Unlust und Versagen.

Beachten Sie: Die Wahl der Schulform ist entscheidend für Erfolg oder Versagen Ihres Kindes in seiner schulischen Laufbahn.

Stellen Sie Ihren Ehrgeiz zum Wohle Ihres Kindes zurück. Denn: Überforderung schadet Ihrem Kind und bewirkt das Gegenteil der gewünschten Entwicklung.

Aber auch die Wahl einer zu anspruchslosen Schulform kann zum Versagen führen: Ist Ihr Kind unterfordert, wird sich das in den Leistungen widerspiegeln.

Ist Ihr Kind gut drauf?

Beziehen Sie die Bewertung, die der Grundschullehrer oder die Grundschullehrerin abgibt, mit in Ihre Entscheidung ein. Die Lehrer haben in den wichtigen Entwicklungsjahren viel mit Ihrem Kind gearbeitet, es beobachtet und können Leistungen und Fähigkeiten in der Regel professionell einschätzen. Allerdings sollte hierbei auch das persönliche Verhältnis zwischen Grundschüler und Lehrer berücksichtigt werden. Eine negative subjektive Beurteilung kann zu einer ungerechtfertigten negativen Schulempfehlung führen.

Ganz entscheidend bei der Schulwahl sind neben den schulischen Beurteilungen individuelle und soziale Aspekte, die die Persönlichkeitsentwicklung Ihres Kindes betreffen. Hat Ihr Kind genügend Selbstvertrauen, um mit der gewählten Schulsituation fertig zu werden? Kann es sich in dem neuen sozialen Umfeld durchsetzen und sich anpassen? Unabhängig von den Schulnoten sollten Sie als Eltern also dabei auch Ihrem Bauchgefühl vertrauen und darauf, wie gut Sie die Persönlichkeit Ihres Kind kennen. Ist Ihr Kind stark und selbstbewusst genug, um Rückschläge einzustecken und höheren Anforderungen (schlechtere Noten, umfangreicherer Stoff, schnelleres Lerntempo) gerecht zu werden? Beobachten Sie Ihr Kind beim Lernen und achten Sie auf einige Kriterien, die Ihre Entscheidung erleichtern können:

Ist Ihr Kind wissbegierig und interessiert an neuen Sachen und Sachverhalten?

Geht Ihr Kind eher verkrampft an Aufgaben heran und setzt sich selbst unter Druck?

Braucht Ihr Kind lange für seine Aufgaben?

Ist Ihr Kind oft unzufrieden mit seiner eigenen Leistung?

Arbeitet Ihr Kind selbstständig und zielorientiert?

Ist Ihr Kind kritikfähig?

Umgekehrt müssen Sie auch die Leistungen, die die jeweilige Schulform bringt, berücksichtigen:

Was bietet die Schule Ihrem Kind?

Werden Interessen und Kreativität Ihres Kindes gefördert?

Wird das Vertrauen Ihres Kindes in seine eigenen Fähigkeiten gestärkt?

Werden Fähigkeiten sozialen Handelns gefördert?

Gehen Sie zum "Tag der offenen Tür" und schauen Sie sich verschiedene Schulen an. Nehmen Sie auch die Beratungsangebote von Lehrkräften wahr.

Falsche Entscheidung? Dann ist das Kind noch nicht in Brunnen gefallen!

Trotz langen Hin- und Herüberlegens können Sie am Ende die falsche Entscheidung getroffen haben. Wenn sich in der ersten zwei Jahren der Sekundarstufe I, in den Klassen 5 und 6, herausstellt, dass die gewählte Schulform nicht die Richtige für Ihr Kind ist, können Sie Ihr Kind immer noch an einer anderen Schule anmelden.

Klassen 5 und 6 sind Probejahre

Denn in der Sekundarstufe I bilden die Klassen 5 und 6 eine besondere pädagogische Einheit: die Erprobungsstufe. In Anknüpfung an die Lerninhalte Ihres Kindes in der Grundschule wird es in diesen zwei Jahren an die Unterrichtsmethoden und Lernangebote der jeweiligen Schule herangeführt. Kenntnisse und Fähigkeiten Ihres Kindes werden beobachtet und gefördert. Ziel ist es, in Zusammenarbeit mit Ihnen als Eltern, die Entscheidung über die Eignung für die gewählte Schulform abzusichern. Innerhalb der Erprobungsstufe geht Ihr Kind ohne Versetzung von der 5. Klasse in die 6. Klasse über.* Am Ende der Klasse 6 entscheidet dann die Versetzungskonferenz über den weiteren Besuch der gewählten Schulform oder über einen Wechsel.

* Eine Ausnahme bildet die Gesamtschule: Hier erfolgt der Übergang in die nächste Klasse von der 5. bis zur 9. Klasse ohne Versetzung.

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