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Dornfingerspinne: So gefährlich ist ihr Biss wirklich

Böses Erwachen nach Dornfingerspinnen-Biss
Böses Erwachen nach Dornfingerspinnen-Biss Mann musste drei Wochen ins Krankenhaus 00:02:13
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Video: Böses Erwachen nach Biss der Dornfingerspinne

Eigentlich fühlt sich die Dornfingerspinne am Mittelmeer besonders wohl, doch mittlerweile wird sie immer öfter in Deutschland gesichtet. Und das ist keine gute Nachricht, denn es handelt sich um Europas gefährlichste Giftspinne. Wie gefährlich das Gift der Dornfingerspinne wirklich ist und welche Symptome nach einem Biss auftreten können, lesen Sie hier.

Wo kommt die Dornfingerspinne plötzlich her?

Im Sommer 2016 sorgte die Dornfingerspinne – auch Ammen-Dornfinger genannt – in Deutschland für Aufregen: Es wurden Warnungen in sozialen Netzwerken und Medien ausgesprochen, man solle sich vor allem in den Regionen Berlin und Brandenburg vor der kleinen Spinne mit dem rot-orangenen Kopf in Acht nehmen. Sie sei auf dem Vormarsch und beiße selbst durch Jeans hindurch in den Körper. Aber woher kommt sie eigentlich?

"Die Spinne kommt aus dem südlichen Europa und braucht warme Temperaturen. Die milden Winter haben ihr geholfen, sich auch hier zu verbreiten", erklärt der Biologe Carsten Scheibe. Die Dornfingerspinne ist ein Jäger, sie spinnt also keine Netze, sondern sucht sich zu Fuß ihre Opfer. Tatsächlich gibt es die Spinnenart in Deutschland schon seit den 1950er Jahren, sie ist nur selten aufgefallen, da die Tiere nachtaktiv sind.

Wie gefährlich ist das Gift der Dornfingerspinne?

Für Menschen kann die giftige Spinne nur gefährlich werden, wenn sie durch Fußgänger gestört wird - tagsüber, wenn sie schläft. Ein Biss fühlt sich zunächst an wie ein Wespenstich und es sind zwei kleine Einstichstellen der Kieferklauen sichtbar. Symptome können sein:

Das Gift ist weder für den Menschen, noch für Tiere lebensbedrohlich, aber extrem unangenehm. Manche Menschen reagieren auf das Gift der Dornfingerspinne heftiger, beispielsweise mit Kreislaufproblemen. Deshalb sollten Sie nach einem Biss in jedem Fall unbedingt einen Arzt aufsuchen.

Wie wahrscheinlich ist ein Biss?

Einen Biss kann man sich im Vorbeigehen einfangen, wenn man durch hohes Gras spaziert. Die Dornfingerspinne baut keine Netze, sondern schustert sich aus langen Grashalmen und Spinnweben ein kleines, hühnereigroßes Nest zusammen, in dem sie haust. Ein Biss ist unter anderem auch beim Rasenmähen möglich, da sie sich hierbei bedroht fühlt. Vor allem die Weibchen können sehr aggressiv und bissig sein, wenn sie im Hochsommer ihre Eier vor Feinden schützen. Daher ereignen sich die meisten Bisse von Ende Juli bis Anfang September.

Die Dornfingerspinne ist vor allem in hohem Gras unterwegs, aber auch auf Waldlichtungen und Ackerflächen. Zu erkennen ist das zirka 1,5 Zentimeter kleine Tier dank ihrer auffälligen Körperfärbung: Der Vorderkörper ist rot-orangefarben mit großen Kieferklauen, die sie vor allem zur Verteidigung ihres Nestes einsetzt. Das Hinterteil ist meistens gelb bis olivgrün. Im Verhältnis zu ihrem Körper sind ihre Beine sehr lang.

Von der Dornfingerspinne gebissen

Benjamin Engel aus Brandenburg war gerade draußen unterwegs, als er im Gras von einer Dornfingerspinne gebissen wurde - mit verheerenden Folgen. "Mein Bein ist dick und rot geworden und ich habe Schüttelfrost gekriegt. Von einem Tag auf den anderen ging es mir richtig dreckig. Dann ging es ab ins Krankenhaus", erzählt der 24-Jährige. Sein Arzt glaubte zunächst, Benjamin sei von einer Zecke gebissen worden, doch der Zustand des Patienten verschlechterte sich zunehmend.

"Zwei Tage später kam ich wieder zu mir, hatte überall Schläuche an mir und musste ein Antibiotikum nehmen." Wegen dem Biss der Dornfingerspinne lag er letztendlich drei Wochen lang im Krankenhaus. "Mein Bein hat förmlich geglüht", erzählt Benjamin weiter. Wie es dem Mann mittlerweile geht, sehen Sie im Video.

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