Das Elend der Zwangsprostituierten in Deutschland

Wie der Staat das Leid der Zwangsprostutuierten fördert

Wie viele Frauen in Deutschland gezwungen werden, Sex gegen Bezahlung anzubieten – darüber gibt es keine Zahlen. Die Dunkelziffer ist zu hoch. Dabei gibt es sogar eine strenge EU-Richtlinie zum effektiveren Kampf gegen Menschenhandel. Das Problem: Deutschland hat sie noch nicht umgesetzt. Für Frauen wie Antonetta ist der Zustand unerträglich. Sie wurde zur Prostitution gezwungen, konnte in höchster Not Zuflucht bei der Beratungsstelle „Amalie“ finden.

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Antonetta kam mit dem Traum von einem besseren Leben nach Deutschland, konnte aber keinen Job finden. Dann geriet sie in den Strudel: „Ich bin an unterschiedliche Menschen geraten, habe anfangs einfach nicht daran gedacht, dass ich mit den Männern schlafe. Dann ist es immer schlimmer geworden."

2002 trat durch die rot-grüne Bundesregierung das Prostitutionsgesetz in Kraft mit dem Ziel, Frauen aus der Illegalität zu holen und ihnen sozialversicherungsfähige Arbeitsplätze zu verschaffen. Die Realität ist heute weit davon entfernt: Viele Frauen dürfen nur einen Bruchteil ihrer Einnahmen behalten, leben völlig isoliert und können nicht einmal zum Arzt gehen, weil sie nicht versichert sind. Der Missbrauch ist inzwischen noch schwerer aufzudecken.

Deutschland steht jetzt in der Pflicht nachzubessern. Mit einem neuen Gesetz sollen künftig strengere Kontrollen und Vorschriften für die Bordelle gelten, damit sich endlich etwas ändert - für Frauen wie Antonetta. Obwohl sie noch bei ihrem Freund wohnt, will sie eigentlich von ihm weg. Sie will sich von niemandem mehr zur Prostitution zwingen lassen.