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Das beste Party-Alter? Der Feier-Biorhythmus ändert sich, aber nicht der Spaßfaktor!

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Das beste Party-Alter? Der Feier-Biorhythmus ändert sich, aber nicht der Spaßfaktor!
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Welt-Party-Tag: 24 Stunden feiern für den Weltfrieden

Gestern war der Tag der großen Sause. Ach was. Gestern war der Tag der globalen Sause! Denn gestern war Welt-Party-Tag. Ein Feiertag, auf den sich die Studenten-WG von gegenüber offensichtlich seit einem Jahr akribisch und lautstark vorbereitet hat. Dabei ging es an diesem Tag gar nicht hauptsächlich darum, die Feste zu feiern, bis man fällt. Nein – es ging um nichts Geringeres als den Weltfrieden. Motto: Wer eine Party macht, macht keinen Krieg. Aber wie macht man anständig Party? Das ist vor allem eine Frage des Naturells. Und des Alters.


Die einfache Party-Beurteilungsregel „Nur wenn´s lang ging, war´s auch wirklich gut!“ gilt ja nur für ein bestimmtes Zeitfenster. Dieser Hang/Zwang zum bedingungslosen (und oft auch sinnlosen) Ausdehnen einer Feier wird eingerahmt von Lebensphasen, in denen Anfang und Ende eines geselligen Beisammenseins erfreulich klar definiert sind. Das fängt an mit „Deine Eltern können dich um 18 Uhr wieder bei uns abholen“ und findet sich in späteren Jahren auf Einladungen zu Geburtstagen wieder, auf denen der Gastgeber klipp und klar sagt, dass er um 23 Uhr zu Bett zu gehen wünscht.

Macht ein vorgegebenes oder selbstgesetztes Zeitlimit die ganze Chose langweiliger? Nicht unbedingt. Ab einem gewissen Alter ist die ein oder andere Eingeladene eher froh, dass sie nicht wieder als Einzige als Spießerin dasteht, nur weil sie auch samstags spätestens um Viertel vor elf hundemüde ist. Und machen wir uns nichts vor: Man steckt das alles ja auch nicht mehr so einfach weg wie mit Anfang 20.

Der Feierrhythmus ändert sich

Arbeiten – Feiern – kurz heimkommen und duschen – direkt weiter in die Arbeit fahren. Diesem Biorhythmus können nur sehr junge Erwachsene folgen. Dem großen Rest sieht man entweder irgendwann an, dass er gerne und lange feiern geht. Oder er klappt am nächsten Tag zusammen und schwört sich, dass er nie, nie wieder so exzessiv (worauf sich das bezieht, kann jede für sich selbst ergänzen) unterwegs sein will. 

Wann der Moment gekommen ist, ab dem man eine private oder öffentliche Party zu der Uhrzeit verlässt, zu der man „früher“ erst losgezogen wäre, lässt sich nicht genau festmachen. Irgendwann um die 30 herum, so meinen wir beobachtet zu haben, wird die diesbezügliche innere Uhr neu gestellt.

Erste Anzeichen (28plus) können Überlegungen sein, ob es wirklich so viel Spaß macht, auf diesen mörderisch hochhackigen Schuhen eine Nacht lang rumzustehen oder zu tanzen. Und ob man körperlich in der Lage sein wird, nach der Party auf eben diesen hohen Absätzen kilometerweit durch die Morgendämmerung zu staksen, nur um sich an der angesagten Imbiss-Bude Pommes Rot-Weiß zu besorgen.

Danach (39plus) folgt häufig eine Phase,  in der man zwar noch mitbekommt, dass jeder Barkeeper einen plötzlich siezt, man aber wegen der Hintergrundgeräusche nicht mehr versteht, was der goldige Kerl erzählt, der mit einem auf den Drink wartet. War das schon immer so unglaublich laut hier?

Man trifft sich immer noch gerne abends auf eine gemeinsame Pizza und ein Glas Wein, schaut vielleicht noch zusammen einen Film. Aber das war es dann meistens auch schon: Das war die Feier – und nicht erst der Auftakt zu einer langen Nacht. Trotzdem schön.

Richtige Partys feiert man ab und an natürlich auch mit Ü30 noch. (Sonst gäbe es ja all die offiziellen Ü30-, Ü40-, etc-Partys nicht, Obwohl die auch nicht jedermanns Geschmack sind. Da sind ja nur alte Leute unterwegs!) Danach jammert man sich aber gerne eine Woche lang gegenseitig vor, wie doof man doch war, dass man so lange geblieben ist, und dass man drei volle Tage gebraucht hat, um das Schlafdefizit wieder auszugleichen. Auch so etwas verbindet und festigt den Freundeskreis.

So hat jede Lebensphase ihre ganz eigene Feierfarbe. Mit 18: Endlich Gas geben, ohne dass das Jugendschutz-Gesetz oder die Besitzer der Wohnung (= Eltern) spaßbremsen. 24: War das ein geiles Wochenende; soweit ich mich erinnern kann! 32: Ach nö. Heute bleib ich mal daheim. 41: Wollen wir was Schickes zusammen kochen? Ich hab noch diesen leckeren Wein aus Frankreich … Und 52: Hey! Lass und mal wieder so richtig feist weggehen! Ich hol´ dich um halb sieben ab!

Der Möglichkeiten gibt es also viele, sich einen netten Abend zu machen. Auch und besonders heute, wo wir ja für den Weltfrieden feiern sollen in einer weltumspannenden und damit mindestens 24 Stunden dauernden Massenparty. Ausgerufen wurde der Welt-Party-Tag übrigens zum ersten Mal 1996 – er ist also im berüchtigsten Party-Alter. Ob es auch das beste ist? Naja. 24 Stunden feiern kann schon auch verdammt lang sein. Auch für 21-Jährige.

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