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Darmkrebsvorsorge: Darmspiegelungen retten Leben

Geringerer Wurst-Verzehr kann Darmkrebs-Risiko senken
Geringerer Wurst-Verzehr kann Darmkrebs-Risiko senken WHO rudert zurück 00:00:24
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Darmspiegelung oder Stuhltests - Welche Methode zur Darmkrebsvorsorge ist besser?

Darmkrebs gehört sowohl bei Männern als auch bei Frauen zu den schlimmsten Krebserkrankungen. Aktuellen Statistiken des Robert-Koch-Institutes zufolge ist Darmkrebs die zweithäufigste Krebstodesursache in Deutschland. Jedes Jahr sterben rund 26.000 Menschen an Tumoren des Dickdarms. Heimtückisch und oft unbemerkt befällt der Krebs den Darm. Die Darmkrebsvorsorge bietet daher die beste Möglichkeit, Darmkrebs frühzeitig zu erkennen.

Bei der Darmkrebsvorsorge wird Darmkrebs meistens frühzeitig erkannt.
Die beste Darmkrebsvorsorge ist die Darmspiegelung..

Die Krankheit in vielen Fällen als vermeidbar: Durch regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen lässt sich der Krebs häufig im Frühstadium erkennen und behandeln. Frühzeitige Diagnosen bieten sehr gute Heilungschancen. Darmkrebsfrüherkennung ist deshalb die beste Chance, Leben zu retten.

Wann sollten Sie sich untersuchen lassen?

Ab dem 50. Lebensjahr wird Männern und Frauen zu einem Test auf verborgenes Blut im Stuhl und Tastuntersuchungen des Enddarms geraten. Bis zum 55. Lebensjahr sollten diese Checks jährlich durchgeführt werden, danach wird als Alternative zum Stuhltest die Darmspiegelung angeboten.

Für wen sind die Untersuchungen zur Darmkrebsfrüherkennung besonders wichtig?

Darmkrebs betrifft vor allem ältere Menschen. Er wächst meist lange unbemerkt. Da das Darmkrebsrisiko ab 55 Jahren deutlich steigt, sind in diesem Alter Vorsorgeuntersuchungen unabdingbar. Bestehen jedoch in der Verwandtschaft – sprich bei Großeltern, Eltern, Kindern oder Geschwistern – bereits Darmkrebs-Diagnosen oder verdächtige Polypen, sollten auch unter 55-Jährige zur Darmspiegelung gehen. Erstmals am besten zehn Jahre vor dem Diagnosealter ihrer Angehörigen.

Falls in Ihrer näheren Verwandtschaft bereits Darmkrebserkrankungen bestehen oder bestanden haben, sollten Sie also zehn Jahre vor dem Diagnose-Alter der erkrankten Angehörigen einen Arzt aufsuchen.

Gastroenterologen: Fachärzte für die Darmkrebsvorsorge

Wer führt die Tests durch?

Informieren Sie sich grundsätzlich bei Ihrem Hausarzt. Anschließend können Sie per Überweisung einen Termin beim Gastroenterologen vereinbaren, denn dort finden die meisten Vorsorge-Darmspiegelungen statt. Einfach Methoden wie Tastuntersuchungen und Stuhltests werden auch von Hausärzten, Gynäkologen und Urologen durchgeführt.

Welche Untersuchungsmethoden eignen sich?

Methode 1: Blut- und Stuhluntersuchungen

Für diese Tests müssen Sie an drei aufeinanderfolgenden Tagen mit einem Spatel eine etwa erbsengroße Menge Stuhl auf drei Briefchen auftragen. Beim Arzt wird der Stuhl auf unsichtbare Blutspuren überprüft, die womöglich von frühen Tumoren oder deren Vorstufen stammen. Diese Methode greift nicht in den Körper ein, verursacht dementsprechend auch keinen Schaden. Allerdings sind die Tests recht ungenau, so dass Tumore übersehen oder falscher Alarm ausgelöst werden könnte. Ein positiver Test sollte also in jedem Fall durch eine Darmspiegelung abgeklärt werden. Fazit: Ungenau, aber ohne Risiko!

Methode 2: Darmspiegelung

Darmspiegelungen (sogenannte Koloskopien) werden von Gastroenterologen durchgeführt. Der Arzt untersucht dabei den gesamten Dickdarm mit einem Schlauchendoskop. Dadurch können Gewebeproben entnommen und eventuell vorhandene Polypen direkt entfernt werden. Mit steigendem Alter und wenn Ärzte viele oder große Polypen abtragen müssen, wächst jedoch das Risiko von Komplikationen. Schwere Blutungen und in seltenen Fällen auch Darmdurchbrüche können die Folge sein. Fazit: Zuverlässig, aber mit Risiko!

Wer trägt die Kosten für Vorsorgeuntersuchungen?

Sowohl Blut- als auch Stuhltests sowie die Darmspiegelung werden von den gesetzlichen Krankenkassen empfohlen und bezahlt. Stuhltests können in einem Turnus von zwei Jahren kostenfrei durchgeführt werden. Darmspiegelungen erstattet die Kasse im Abstand von zehn Jahren. Bei auffälligen Befunden sowie Symptomen, die auf Darmkrebs hindeuten, werden auch weitere Darmspiegelungen von den Kassen bezahlt.

Was tun bei der Diagnose 'Darmkrebs'?

Die Krebsbehandlung richtet sich nach der genauen Lage und dem Stadium des Tumors. Während in einigen Fällen eine Operation ausreicht, müssen andere Patienten zusätzlich eine Strahlen- oder Chemotherapie über sich ergehen lassen. Abgestimmt wird die Therapie von verschiedenen Ärzten in einer sogenannten Tumorkonferenz, bei der für jeden Patienten eine individuelle Behandlung erstellt wird.

(Quelle: test 1/2013)

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