Dammschnitt: Wann wird er gemacht und wie verheilt er schneller?

Schwangere Frau sitzt zu Hause mit Stift und Papier.
Besser Dammschnitt als Dammriss? © Getty Images, Petar Chernaev

Wann ein Dammschnitt gemacht wird und wie Sie die Heilung unterstützen können

Viele werdende Mütter fürchten sich davor, dass bei der Geburt Ihres Kindes ein Dammschnitt gemacht werden muss. Tatsächlich nimmt die Dammschnitt-Rate aber seit einigen Jahren ab. Wir verraten Ihnen, wann Ärzte einen Dammschnitt durchführen müssen und was Sie danach beachten sollten.

Bei der Geburt wird das Gewebe rund um die Vagina dermaßen strapaziert, dass der Arzt in manchen Fällen einen Dammschnitt machen muss. Der Sinn hinter einem Dammschnitt ist oftmals, das stark gedehnte Gewebe zu entlasten, um die Geburt zu beschleunigen und zu verhindern, dass es zu einer Asphyxie des Fötus kommt – sprich zu einer Unterversorgung von Sauerstoff durch die Nabelvene.

Dammschnitt: Wann muss er erfolgen?

Nicht in allen Fällen muss der Arzt einen Dammschnitt durchführen, da sich das Gewebe durch die produzierten Hormone bereits während der Schwangerschaft vorbereitet: Es wird weicher und elastischer. Auch kann eine Dammmassage das Gewebe dehnbarer machen.

Für die Dammschnitt-Rate in Deutschland liegen laut Techniker Krankenkasse keine verlässlichen Daten vor. Manche Quellen sprechen von 60 Prozent. Tatsächlich ist die Rate in den letzten Jahren zurückgegangen, da Ärzte vorsichtiger geworden sind, vorschnell das Dammgewebe zwischen Scheide und After einzuschneiden. So kann es nämlich passieren, dass der Dammschnitt weiter einreißt. Auch verheilt die Dammschnitt-Wunde generell eher langsam.

Es gibt aber Fälle, in denen ist ein Dammschnitt notwendig. Wenn sich das CTG verschlechtert, die Herztöne des Kindes abfallen oder wenn das Baby noch nicht ganz ausgereift ist und sein Kopf vor zu viel Druck geschützt werden muss. Auch bei einer Geburt mit Saugglocke oder Zange muss der Arzt schneiden, um die Instrumente ansetzen zu können.

Dammschnitt vs. Dammriss: Was ist besser?

Nachdem mehrere Studien belegen konnten, dass ein Dammschnitt schlechter heilt als ein natürlich eintretender Dammriss, äußern immer mehr Frauen, dass sie möglichst keinen Dammschnitt wollen und einen eventuellen Riss in Kauf nehmen.

In manchen Fällen sind die Risse sogar nur oberflächlich und verheilen sehr schnell, da das Genitalgewebe sehr gut durchblutet ist.

So schmerzt der Dammschnitt weniger und heilt besser

Damit der Ganz zu Toilette nach einem Dammschnitt angenehmer wird, sollten Sie sich ausgewogen und ballaststoffreich ernähren. Dadurch wird der Stuhlgang weicher. Viel trinken, regelmäßig Trockenobst und Joghurt essen sowie Bauchmassagen im Uhrzeigersinn sollen ebenfalls helfen, dass der Dammschnitt weniger schmerzt.

Sitzbäder mit Wirkstoffen wie Kamille oder Eichenrindenextrakt lassen die Wunder besser heilen. Auch Arnika in Form von Homöopathische Globuli fördert die Wundheilung.

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