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Dammmassage: Anleitung zur intimen Geburtsvorbereitung

Wofür ist die Atemtechnik bei der Geburt wichtig?
Wofür ist die Atemtechnik bei der Geburt wichtig? Schwangerschaft & Geburt 00:02:15
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Die Dammmassage hilft, einen Dammriss zu vermeiden

Die Dammmassage wird von Hebammen oft empfohlen, um den bei der Geburt stark strapazierten Damm auf die bevorstehende Dehnung vorzubereiten. Wir verraten Ihnen, wie die Massage funktioniert und was Sie sonst noch wissen müssen.

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Wer sich ein wenig mit der Geburt von Kindern auseinandergesetzt hat, weiß, dass ein Dammriss oder auch ein Dammschnitt keine Seltenheit sind. Um die Wahrscheinlichkeit zu senken, dass dies passiert, kann man eine geburtsvorbereitende Dammmassage vornehmen.

Dammmassage zur Vorbeugung von Dammriss

Der Damm ist das Gewebe, welches Vagina und After voneinander trennt. Während der Geburt wird der Damm stark strapaziert und kann in einigen Fällen der Belastung nicht standhalten. Die Folge: Der Damm reißt.

Um den Damm ausreichend auf die Geburt vorzubereiten, empfehlen Hebammen Schwangeren zur Geburtsvorbereitung häufig die Dammmassage, die das Dammgewebe elastischer und dehnbarer machen soll und zudem für eine bessere Durchblutung dieses Areals sorgt.

Ab wann und wie oft wird die Dammmassage vorgenommen?

In der Regel reicht es, wenn Sie in der 34. SSW mit der Dammmassage beginnen. Von da an sollten Sie sich aber täglich einige Minuten Zeit nehmen, um das empfindliche Gewebe auf die Geburt vorzubereiten.

Falls Sie einen Vaginalpilz oder eine bakterielle Vaginose haben, sollten Sie den Beginn der Dammmassage auf einen Zeitpunkt verlegen, an dem die Krankheit abgeheilt ist.

Dammmassage so funktioniert’s

Massageöle: Zum Massieren können Sie jedes naturbelassene Öl verwenden. Zum Beispiel Mandel-, Weizenkeim- oder Olivenöl. Mittlerweile gibt es allerdings auch spezielle Dammmassage-Öle. Wenn es Ihnen angenehmer ist, können Sie auch Gleitgel für die Massage verwenden. Hier fällt dann allerdings der pflegende Effekt weg.

Die Vorbereitung: Achten Sie auf jeden Fall darauf, dass Ihre Fingernägel kurz genug sind, damit sie keine Verletzungen im Intimbereich verursachen. Außerdem sollte Hygiene besonders groß geschrieben werden. Waschen Sie Ihre Hände gründlich, bevor Sie mit der Dammmassage beginnen. Zusätzlich können Sie mit einem weichen Waschlappen und etwas warmem Wasser Ihren Intimbereich reinigen. Das hat auch den Vorteil, dass das Gewebe durch die Wärme etwas aufgeweicht wird.

Die Position: Anschließend suchen Sie sich eine entspannte Haltung aus. Das kann halb sitzend mit einer Stütze im Rücken sein oder, wenn Ihnen das angenehmer ist, auch in der Hocke beziehungsweise mit einem Bein auf dem Badewannenrand. Nicht jede Frau kennt den Bereich um ihre Vagina gut. Daher nehmen Sie ruhig einen Spiegel zur Hand und machen Sie sich mit Ihrer Scheide, dem Damm und dem After vertraut.

Massagetechniken: Geben Sie etwas Öl auf Ihre Fingerspitzen und verreiben es ein wenig. Dann führen Sie entweder Daumen oder Zeigefinger in die Vagina ein, je nachdem wie es für Sie bequemer ist. Üben Sie nun etwas Druck auf das Gewebe Richtung Damm aus und bewegen den Finger halbkreisförmig hin und her. Haben Sie sich an das Gefühl gewöhnt, können Sie mit den anderen Fingern auch zusätzlich den Bereich zwischen Vagina und Anus massieren.
Nachdem Sie die Massage einige Male durchgeführt und sich an das Gefühl gewöhnt haben, können Sie das Dammgewebe auch vorsichtig dehnen. Führen sie hierfür zwei Finger in Ihre Vagina ein und spreizen sie ein wenig. Übertreiben Sie es nicht. Sie sollten lediglich ein leichtes Ziepen und keinen richtigen Schmerz verspüren. Halten Sie die Spreizposition Ihrer Finger nun einige Sekunden. Sie werden merken, dass das Ziepen mit der Zeit weniger wird.

Übrigens: Eine Dammmassage kann auch problemlos von Ihrem Partner durchgeführt werden. Gerade mit dickem Bauch ist das Erreichen bestimmter Körperregionen nicht ganz einfach und kann mit Unterstützung einer anderen Person wesentlich entspannter werden.

Wenn es Unsicherheiten gibt

Sollten Sie sich unsicher sein, ob Sie alles richtigmachen oder was sie sonst noch zusätzlich zur Geburtsvorbereitung tun können, fragen Sie auf jeden Fall Ihren Arzt oder Ihre Hebamme.

Und hier die Dammmassage noch einmal in Bildern: