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Dagmar Döring und die Pädophilie: Sex mit Kindern ist nicht zu verherrlichen!

Pädophilie
Sex mit Kindern ist nicht zu verherrlichen © picture alliance / Photoshot

Der Fall Dagmar Döring: Wie verbreitet ist Pädophilie?

"Nachdem ich nun eine längere, auch sexuell intensive Beziehung zu einem Mädchen habe…": Diese Zeilen stammen von Dagmar Döring! Einer FDP-Politikerin. Geschrieben für ein Buch, das wegen Pädophilie auf dem Index ist. Was hat die heute verheiratete Frau und mehrfache Mutter bloß dazu getrieben, Sex mit Kindern so zu verherrlichen? Nicht nur Parteikollegen sind entsetzt. Wie verbreitet ist Pädophilie eigentlich wirklich? Und gibt es womöglich viel mehr TäterInnen, als wir alle geahnt haben?

Von Dagmar Baumgarten

Aufgetaucht ist Dörings lange verschwundener Aufsatz durch eine Studie, die die Grünen in Auftrag gegeben haben. Eigentlich wollten sie damit ihre eigene umstrittene Vergangenheit zum Thema Pädophilie aufarbeiten Dabei kam heraus, dass sich nicht nur Teile der Grünen, sondern auch der FDP leidenschaftlich für eine Legalisierung von Pädophilie eingesetzt haben. Im fragwürdigen Geist dieser Zeit entstand auch der Text von Dagmar Döring. Jetzt gab die Politikerin ihren Rücktritt als Bundestagskandidatin bekannt.

Das sei ihr alles heute alles unvorstellbar peinlich, und das von ihr beschriebene sexuelle Verhältnis zu einer neunjährigen hätte ja auch niemals wirklich stattgefunden, sagt Dagmar Döring heute. Aber wie kommt man dann als Nichtbetroffene darauf, so detailliert über den Missbrauch eines Mädchens zu schreiben? Das Ganze war ein zweiseitiger Aufsatz für ein Buch das zeigen sollte, dass Sex mit Kindern gar nichts Schlimmes ist. Dort beschreibt die heute 53-jährige aus der Sicht einer Erwachsenen, wie toll es ist, ein Kind zu verführen. Ihre Zeilen sind dabei nirgendwo verurteilend, sondern immer verklärend! So schreibt Frau Döring über das neunjährige Mädchen: „Sie setzte sich schließlich selbst auf meinen Schoß, sprach ganz lieb und brachte auch ihre sexuellen Wünsche zum Ausdruck. Ich war wie betäubt von ihr, so verliebt in ihre Art, ihr Aussehen, ihre Gefühlswelt.“

Warum denkt man sich denn als Nichtbetroffener so in die Gefühlswelt einer Kinderschänderin? Und vor allem - warum rechtfertigt man diese auch noch, indem man über alles einen bittersüßen Guss aus: „das Mädchen wollte es doch auch!“ kippt? Auch Dagmar Döring selbst kann das nicht plausibel beantworten. Sie habe diese Zeit „komplett ausgeblendet“ .

Pädophilie existiert nicht nur bei Männern

Geschrieben hat Dagmar Döring es 1980, in einer Zeit, als die sexuelle Revolution offensichtlich weit übers Ziel hinausgeschossen ist. Alles sollte möglich - nichts durfte mehr tabu sein. Auch Kinder sollten ein Recht auf Sexualität haben. Das was einst als dringend benötigte Freiheit begann, pervertierte plötzlich zum sexuellen Freiheits-Zwang! Was man den Kindern durch solche Übergriffe angetan hat, war damals vielen wohl gar nicht klar! Und auch nicht, welche Lawine man damit losgetreten hat. Denn paradoxerweise begünstigen Übergriffe in der Kindheit, die nicht verarbeitet werden, dass man als Erwachsener genau das Tätermuster an den Tag legt, dessen Opfer man selber war.

Mittlerweile steht der Schutz des Kindes ganz klar über jeglicher sexueller Bestimmung. Waren diese Texte nur ein zeitliches Phänomen? Oder haben sie ausgedrückt, was womöglich doch in vielen schlummert? Klischeemäßig denkt man bei Pädophilen irgendwie nur an Männer. Eine australische Fluglinie wollte sogar mal ein Gesetz erlassen, welches es verbietet, dass Männer neben alleine reisenden Kindern sitzen!

Doch was ist eigentlich mit den Frauen? Wie verbreitet ist weibliche Pädophilie? Es gibt keine gesicherten Erkenntnisse darüber. Während internationale Studien davon ausgehen, dass bei einem Prozent der Männer eine primärpädophile Ausrichtung vorliegt, weiß man über pädophile Frauen fast nichts. Bisher ging man immer davon aus, dass es sich um Einzelfälle handelt. Doch stimmt das oder wird das Thema unterschätzt? Fallen weibliche Pädophile nur auf, wenn sie besonders grausam sind? Eine zarte Frauenhand, die über den Kopf eines Kindes streicht, macht in der Tat einen ganz anderen Eindruck wie dieselbe Handlung eines Mannes. Auf keinen Fall sollte jetzt neue Hysterie ausbrechen, aber das Thema sollte eben auch nicht, wie Frau Döring es jahrzehntelang gemacht hat, einfach ausgeblendet werden.

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