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Cyberchondrie: Krankheits-Symptome im Internet checken? Bloß nicht!

Dr. Google
Schlimme Diagnose im Internet bekommen? Bloß nicht aufregen, sondern einen echten Arzt um Rat fragen. © picture alliance / ZB, Thomas Eisenhuth

Dr. Google ist unzuverlässig

Der Gedanke kommt fast automatisch auf, wenn es plötzlich an einer ungewöhnlichen Stelle zwickt und zwackt: Schnell im Internet bei Dr. Google nach den Symptomen suchen, anstatt zum Arzt zu gehen? Lieber nicht! Wissenschaftler der Harvard Medical School in Boston haben 23 Internet-Diagnoseseiten aus verschiedenen Ländern verglichen und festgestellt - nur 34 Prozent der Web-Ferndiagnosen waren korrekt. Oder anders ausgedrückt: Zwei Drittel der Diagnosen waren falsch.

Besonders schlecht war die Trefferquote bei seltenen Krankheitsbildern (28 Prozent). Kein Wunder also, dass Ärzte sich schon über Cyberchondrie beschweren. Denn viele Menschen fühlen sind nach einer schnellen Symptom-Recherche im Internet sicher, todkrank zu sein. Eine traditionelle Untersuchung beim Arzt dauert zwar länger, spart aber das Gedankenkarussell, das eine bedrohliche Ferndiagnose auslöst.

Zur Überraschung der US-Experten fragten die Symptom-Checker im Netz nicht einmal nach dem Alter und Geschlecht des Patienten. DocResponse schnitt im Test als bestes Portal ab (50 Prozent richtige Diagnosen), MEDoctor stellte die schlechtesten Diagnosen (nur 5 Prozent richtig). Bei echten Ärzten treffen zwischen 85 und 90 Prozent der Diagnosen zu, so die Harvard-Experten. Der Gang zum Arzt lohnt sich also.

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