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Cyberchonder: Krankheiten googlen kann krank machen

Worauf Sie bei Dr. Google achten sollten, damit Sie kein Cyberchonder werden
Gesundheitsseiten sollten sorgfältig und kritisch durchgelesen werden. © iStockphoto

Neues Krankheitsbild: Cyberchonder

Jetzt macht das Internet auch noch den Ärzten Konkurrenz: Immer mehr Bundesbürger suchen erste Hilfe im Internet, meldet der Branchenverband Bitkom. Damit erkundigen sich 60 Prozent aller Internetnutzer im Netz nach Krankheiten, Verletzungen oder einer gesunden Ernährung.

Der ungefilterte Zugang zu Gesundheitsinformationen hat allerdings auch seine Kehrseite. Ärzte diagnostizieren bereits ein neues Krankheitsbild: den Cyberchonder. Betroffene erstellen ihre Erstdiagnose selber, anhand von Informationen, die sie aus dem Internet haben. Damit lässt sich prima eine passende Krankheit zum Symptom finden. Für den Psychologen Hans-Jochim Helling sind Cyberchonder keine verrückten Spinner, sondern "Menschen auf der Wahrheitssuche".

Ärzte sind gar nicht erfreut, wenn Patienten mit einem bereits fertigen Befund ihre Praxis betreten. Denn oftmals bringen sie nicht nur die Diagnose mit, sondern schlagen dem Arzt sogar eine passende Therapie vor. Er soll dann nur noch das Rezept unterschreiben.

Dabei begrüßen es Gesundheitsexperten grundsätzlich, wenn auch Patienten die Möglichkeit haben, sich online vorab zu informieren und entsprechend vorbereitet zum Arzt gehen können. Um aber gute von schlechten Informationen filtern zu können, sollten die Inhalte im Internet kritisch durchgelesen werden.

Darauf sollten Sie auf Gesundheitsportalen achten

Die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen hat eine Checkliste zusammengestellt, was die User von Gesundheitsseiten beachten sollten.

Ist der Anbieter der Gesundheitsinformationen erkennbar? Idealerweise ist der Name, die vollständige Adresse und eine Kontaktmöglichkeit per Telefon oder per E-Mail leicht auffindbar und gut lesbar angegeben. Außerdem muss deutlich werden, ob es sich um einen kommerziellen Anbieter handelt oder nicht. Bei kommerziellen Anbietern sollte die Branche erkennbar sein.

Der Autor des Textes muss mit Namen und Bezeichnung über oder unter dem Text stehen. Denn nur so kann unterschieden werden, ob ein qualifizierter Fachmann schreibt oder ob Laien oder betroffene Patienten Ihre Erfahrung oder Meinung äußern. Das hilft auch, die Qualität der Information einzuordnen.

Die Information sollte weitgehend objektiv verfasst sein. Werden Therapien oder Behandlungsmöglichkeiten thematisiert ist es unseriös, Risiken zu verschweigen. Außerdem sollte darauf geachtet werden, wie alt die Informationen sind. Evtl. hat sich in der Zwischenzeit in dem Forschungsbereich viel bewegt und es gibt neue Behandlungsmöglichkeiten, die besser sind.

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