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Cranberrysaft, Aroniasaft und Granatapfelsaft: 'Stiftung Warentest' untersucht rote Säfte

Cranberrysaft von Stiftung Warentest unter die Lupe genommen.
Cranberrysaft war die beste Produktgruppe im Test: Alle fünf Säfte haben gut abgeschnitten. © Getty Images/iStockphoto, rez-art

Wie super sind die Superfrucht-Säfte wirklich?

Rote Säfte haben den Ruf besonders gesund zu sein. Dafür sind viele bereit, tief ins Portemonnaie zu greifen. Bis zu zwölf Euro pro Liter können Cranberry-, Granat- oder Aroniasäfte kosten. Doch sind sie ihr Geld wert? Sind die Säfte aus den vermeintlichen Superfrüchten wirklich so super? 'Stiftung Warentest' hat 16 solcher Fruchtsäfte in Rot getestet – die meisten fallen positiv auf. Zehn schneiden gut ab, zwei mangelhaft, der Rest ausreichend oder befriedigend. Am besten überzeugt haben die Cranberrysäfte. Schlusslicht im Test war ein Bio-Granatapfelsaft – er war verdorben und hatte einen hohen Aluminium-Gehalt.

So haben die roten Fruchtsäfte abgeschnitten

Getestet wurden jeweils fünf Aronia- und Cranberrysäfte und sechs Granatapfelsäfte, davon zwölf in Bio-Qualität. Die wichtigsten Kriterien bei der Beurteilung waren Aussehen, Geruch, Geschmack, Mundgefühl und Nachgeschmack. Außerdem wurde im Labor geprüft, ob der Saft verdorben war, ob Zucker zugesetzt wurde und ob es sich um ein Direktsaft oder einen Saft aus stark verdünntem Konzentrat handelt. Wichtig war dem Tester auch, ob Angaben auf der Verpackung korrekt und vollständig waren und wie sich die Flaschen öffnen und schließen lassen.

Unter den drei Saftsorten haben die Cranberrysäfte am besten abgeschnitten - alle fünf mit dem Testurteil 'gut'. Säfte aus Cranberrys enthalten auch am wenigsten Zucker im Vergleich zu den zwei anderen. Am besten war der Cranberrysaft von Rabenhorst für 10 Euro pro Liter.

Bei den Aroniasäften waren die Ergebnisse durchmischt: Drei waren gut, darunter der Saft von Rabenhorst für 7,75 Euro und von Aronia Original für 8,50 Euro pro Liter. Der Saft aus Konzentrat von Grandlavie für 5,35 war zu stark rückverdünnt und dürfte gar nicht als Fruchtsaft verkauft werden. Er hat mit 'mangelhaft' abgeschnitten.

Besonders auffällig waren die Granatapfelsäfte. Am besten abgeschnitten hat der Saft aus Konzentrat von Jacoby für 3,30 Euro pro Liter. Er war auch der günstigste Saft im Test. Drei Säfte sind negativ aufgefallen - sie hatten eine braune statt rote Farbe. Am schlechtesten – mit mangelhaft – war der Granatapfelsaft 7 Leben für 11,40 Euro. Er hatte einen hohen Gehalt an Aluminium. Mit mehr als 500 Milliliter Saft pro Tag würde man mehr Aluminium aufnehmen, als das Bundesinstitut für Risikobewertung für tolerabel hält. 

Wie gesund sind Säfte aus Cranberry, Aronia und Granatapfel?

Cranberrysaft hilft gegen Blasenentzündungen, Granatapfel schützt vor Krebs und das Herz und Aronia ist das Superfood schlechthin: Den roten Beeren, aus denen die Säfte im Test stammen, werden viele gesundheitliche Wirkungen nachgesagt. Doch keine dieser Superkräfte wurde wissenschaftlich nachgewiesen. Zwar enthalten rote Beeren viele wertvolle Inhaltstoffe und sind somit hochwertige Lebensmittel, die zu einer gesunden Ernährung beitragen – mehr aber auch nicht. Was den Vitamin-C-Gehalt betrifft, so schneidet Orangensaft viel besser ab. In den geprüften Säften konnten die Tester das Vitamin gar nicht nachweisen. Immerhin waren Pestizide kein Problem: Bio-Säfte waren komplett frei davon, bei dem Rest fanden die Tester nur Spuren.

"Keine Frucht bietet einen Superschutz. Die Mischung macht’s. Ein Lebensmittel, das Wunder bewirkt, gibt es nicht. Entscheidend ist, wie sich der Mensch insgesamt ernährt", schlussfolgern daher die Autoren des Tests. Und auch wenn die meisten Säfte gut abgeschnitten haben, Superkräfte kann man von ihnen nicht erwarten.

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