'Cosmopolitan' präsentiert Schock-Cover gegen Zwangsehe und Ehrenmorde

'Cosmopolitan' präsentiert Schock-Cover gegen Zwangsehe und Ehrenmorde
Cosmopolitan UK - 02/15 © © Erin Mulvehill/Cosmopolitan/Karma Nirvana Breaking Free

Neue Kampagne soll aufrütteln

Das Frauenmagazin 'Cosmopolitan' ist eigentlich bekannt für seine bunten Cover. Darauf zu sehen ist meist ein Hochglanzfoto eines bekannten Models und Ankündigungen für Sex-Tipps und Persönlichkeitstests. Umso schockierender ist das 'Cover' der Februarausgabe der Zeitschrift: Es zeigt nichts außer ein Schwarz-Weiß-Bild eines jungen Mädchens, das scheinbar an der Plastikhülle des Magazins erstickt.

Das düstere Bild erzählt die Geschichte von Shafilea Ahmed, einer jungen Inderin, die in England lebte, und im September 2003 von ihren Eltern umgebracht wurde. Sie erstickten sie mit einer Plastiktüte vor den Augen ihrer Geschwister, weil sie sich geweigert hatte, eine Zwangsehe einzugehen. Mit diesem ungewöhnlichen Cover möchte sich das Magazin gegen sogenannten 'Ehrenmorde' stark machen, die in England immer wieder vorfallen, wie die 'Daily Mail' berichtet.

Zu kaufen ist die Ausgabe mit diesem Cover allerdings nicht, denn es ist Teil eine speziellen Kampagne, die von der Werbeagentur 'Leo Burnett Change' kreiert wurde. Gemeinsam mit der Frauen-Wohltätigkeitsorganisation 'Karma Nirvana' will Cosmopolitan der Gewalt und den Morden im Namen der Ehre ein Ende setzen.

Das Frauenmagazin veröffentlichte außerdem ein sieben Sekunden langes Video, in dem die Plastikhülle des Magazins gelöst wird. Dies symbolisiert die Befreiung von Frauen, die unter Gewalt leiden müssen. Das Fake-Cover soll bei einer Lobby-Veranstaltung vor dem britischen Parlament präsentiert werden.

Kampagne hat bereits über 100.000 Unterstützer

Shafilea war gerade einmal 17 Jahre alt, als ihre Eltern ihrem noch jungen Leben ein Ende setzten. Es dauerte danach noch neun Jahre, bis diese dann endlich verurteilt wurden. In diesem Jahr soll die Zwangsehe in England zwar per Gesetz verboten werden, trotzdem leiden noch immer tausende von Frauen unter häuslicher Gewalt, Missbrauch und Vergewaltigungen im Namen der Familienehre.

"Wir sind unglaublich Stolz auf unsere Kampagne", so eine Sprecherin des Cosmopolitan. "Wir rufen zu einem Gedenktag für die Opfer von Ehrenmorden auf. Mehr als 100.000 Menschen haben unsere Kampagne bereits unterstützt." Es bleibt nur zu hoffen, dass diese Schock-Kampagne endlich Besserung bringt - nicht nur in England, sondern auf der ganzen Welt.

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