Cola gegen Durchfall: Hilft dieses Hausmittel wirklich?

04.01.13 10:34
Cola gegen Durchfall: Hilft dieses Hausmittel wirklich?
Bildquelle: deutsche presse agentur
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Was ist wahr, was ist falsch?

Spinat enthält viel Eisen, Cola hilft gegen Durchfall, Alkohol wärmt und Kälte fördert Erkältungen – es gibt viele Mythen, die sich hartnäckig halten, obwohl sie seit Jahren widerlegt sind. Aber was ist dran an der Behauptung, Eis helfe gegen Husten oder Schimmel löse Heuschnupfen aus? Was tatsächlich stimmt und was absoluter Humbug ist – 15 Behauptungen auf dem Prüfstand.

Cola hilft gegen Durchfall
Falsch. Zwar ist Cola gut, um dem Körper schnell Flüssigkeit und Mineralstoffe zu liefern, die er durch den Durchfall verloren hat. Das in der Cola enthaltene Koffein regt jedoch die Nieren zum Entwässern an und verstärkt so den Flüssigkeitsmangel. Zudem reizt Kohlensäure den angegriffenen Darm.

Vegetarier leben länger
Falsch. Zwar haben Vegetarier Studien zufolge tatsächlich eine höhere Lebenserwartung als Fleischesser. Dies hängt jedoch nicht mit einem Verzicht auf Fleisch oder andere tierische Produkte zusammen, sondern mit der auch sonst sehr bewussten Lebensweise von Vegetariern. Sie ernähren sich in der Regel auch sonst bewusster und ausgewogener, trinken wenig Alkohol, rauchen seltener und treiben mehr Sport.

Lesen bei Schummerlicht schadet den Augen
Falsch. Lesen bei schummrigem Licht ist zwar anstrengend für die Augen und sie können anfangen, zu brennen oder trocken werden. Dadurch lässt die Sehkraft für den Moment tatsächlich nach. So sollten Sie anschließendes Autofahren beispielsweise vermeiden. Nach einer kurzen Erholungsphase sind die Augen jedoch wieder leistungsfähig wie eh und je.

Spinat ist gesund, weil er besonders viel Eisen enthält
Falsch. Spinat ist zwar gesund und ein durchaus wertvolles Gemüse, das die Sehkraft stärkt und das Muskelwachstum anregt. Aber es enthält nur wenig mehr Eisen als Schokolade - und dieses Eisen ist auch noch relativ schlecht verwertbar. Der Mythos, das Spinat besonders viel Eisen enthält, hat ihren Ursprung in einem Kommafehler. Bei einer Eisenanalyse vor mehr als 100 Jahren wurde der tatsächliche Eisengehalt von 2,9 Milligramm in 100 Gramm Spinat aus Versehen mit 29 Milligramm angegeben. Dieser Kommafehler wurde über Generationen weitergegeben und hält sich bis heute.

Frisches Gemüse ist gesünder als Tiefkühlgemüse
Falsch. In der Regel ist Tiefkühlgemüse sogar gesünder und enthält mehr Vitamine als das aus dem Supermarkt. Denn dieses wird häufig über weite Strecken und lange Zeit transportiert. Zudem wird es oft unreif geerntet, während Tiefkühlgemüse erntefrisch und reif geerntet wird. Durch die sogenannte Schockfrostung bleiben die meisten Vitalstoffe erhalten.

Viele Ernährungs- und Gesundheitsmythen sind längst widerlegt

Grog oder Punsch helfen gegen Erkältungen
Das ist lediglich ein Gerücht. Ganz im Gegenteil belastet Alkohol das Immunsystem zusätzlich. Auch wenn sich nach dem Trinken ein wohlig-wärmendes Gefühl einstellt,weil der Alkohol den Puls auf Trab bringt. Aber lassen Sie sich davon nicht täuschen. Denn durch die damit einhergehende Gefäßerweiterung sinkt der Blutdruck ab, so dass die normale Durchblutung gestört wird. Folglich kann der Körper dann schnell auskühlen - und das bewirkt genau den gegenteiligen Effekt. Außerdem kann Alkohol die Wirkung von Medikamenten beeinflussen. Zudem entzieht Alkohol dem Körper Wasser, was besonders bei einer Erkältung fatal ist, da der Organismus gerade dann viel Flüssigkeit braucht.

Schimmel kann Heuschnupfen auslösen
Das stimmt teilweise: Gräser und Kräuter blühen in den Hochsommermonaten richtig auf. Zeitgleich verstreut auch der Schimmelpilz Alternaria seine Sporen. Auf diesen reagieren viele Menschen mit ähnlichen Symptomen wie bei Heuschnupfen – mit laufender Nase und tränenden oder juckenden Augen. Daher wird die Allergie gegen Schimmelsporen häufig mit Heuschnupfen verwechselt - selbst von Medizinern.

Grapefruitkerne beugen Entzündungen vor
Das stimmt nur eingeschränkt: Grapefruitkernextrakt enthält viele Flavonoide. Diese zählen zu den sekundären Pflanzenstoffen und haben antibakterielle und entzündungshemmende Wirkung. Aus diesem Grund wird der Extrakt als Mittel gegen Entzündungen im Mund- und Rachenraum angeboten, beispielsweise zum Gurgeln. Allerdings ist offen, ob der Extrakt besser wirkt als beispielsweise Salbeiblätter.

Eis schlecken gegen Husten
Es klingt zu schön um wahr zu sein – doch es stimmt tatsächlich. Durch die Kälte schwellen die entzündeten Schleimhäute ab. Da sie zudem leicht betäubt werden, lässt auch der Schmerz nach. Die im Eis enthaltene Milch und Sahne fördern die Schleimproduktion, weshalb ein großer Becher Eis vor allem bei Reizhusten beruhigend und lindernd wirkt.

Knochenschwund durch Kaffee, Alkohol und Rauchen
Es ist erschreckend, aber es stimmt. Kaffee wirkt durch das enthaltene Koffein entwässernd. Dadurch wird auch vermehrt Kalzium ausgeschwemmt. Wer aber Milch in den Kaffee gibt, kann diesen Effekt mildern. Wer regelmäßig und in größeren Mengen Alkohol trinkt, produziert Stoffe, die Vitamin D zerstören, welches wiederum maßgeblich ist für den Einbau von Kalzium in die Knochen. Zudem verbraucht der Körper beim Alkoholabbau Parathormon, das die Kalziumaufnahme reguliert. Nikotin fördert den Östrogenabbau. Folglich kommen Raucherinnen durchschnittlich zwei Jahre früher in die Wechseljahre als Nichtraucherinnen. Das erhöht ebenfalls das Osteoporose-Risiko.

Gegen Tinnitus lässt sich nichts ausrichten
Falsch. Wichtig ist das richtige Timing. So sollte beim ersten Ohrensausen oder den ersten Ohrgeräuschen frühzeitig ein Arzt aufgesucht werden. Kommt es zu weiteren Symptome wie dem Verlust des Hörvermögens oder dem Gefühl von Schwindel, sollte sofort ein Arzt konsultiert werden. Je früher Tinnitus behandelt wird, desto größer die Chancen, den Tinnitus erfolgreich zu therapieren. Die Erfolgschancen sind dabei in den ersten drei Monaten nach Auftreten der Symptome am größten.

Schnarchen ist harmlos
Falsch. Schnarchen ist ein komplizierter Zusammenhang zwischen Atmung und erschlaffter Muskulatur des Nasen- und Rachenraums. Sind die Atemwege verengt, kommt es zu den typischen Schnarchgeräuschen. Dafür gibt es einige körperliche Voraussetzungen wie vergrößerte Polypen und Rachenmandeln, die den Effekt verstärken. Mit zunehmendem Alter erschlaffen außerdem die Muskeln, was das Schnarchen ebenfalls begünstigt. Menschen, die schnarchen, haben im Schlaf teilweise Erstickungsanfälle. Während dieser meist unbemerkten Erstickungsanfälle setzt die Atmung bis zu zwei Minuten am Stück aus. Harmlos ist Schnarchen nur bei Erkältungen mit Schnupfen.

Nasse Haare führen zur Erkältung
Falsch. Nasse Haare allein sind kein Auslöser für eine Erkältung. Erst wenn sich Erkältungsviren bereits in den Schleimhäuten der Nase und des Rachens festgesetzt haben, können nasse Haare den Ausbruch einer Erkältung fördern, weil sie den Körper auskühlen. Das gleiche gilt auch für kalte Füße. Dadurch wird die Durchblutung der Nasenschleimhäute reduziert und die Schleimhäute trocknen aus. Dies stellt für Schnupfenviren dfen idealen Ansiedlungsplatz dar.

Vitamin C beugt Erkältungen vor
Falsch. Vitamin C kann höchstens helfen, die Erkältung besser und schneller zu überstehen. Es konnte jedoch kein Anhaltspunkt dafür gefunden werden, dass die vermehrte Einnahme von Vitamin C die Immunabwehr stärkt.

Wunden sollen an der Luft heilen
Falsch. Auch Ärzte haben diese Ansicht lange vertreten. Doch mittlerweile wurde erkannt, dass Luft die Wunde eher austrocknet. Und durch die stärkere Schorfbildung können nach dem Abheilen der Verletzung Narben zurückbleiben. Daher ist es besser, ein Pflaster auf die Wunde zu kleben. So können die Bindegewebszellen für einen spurlosen Heilungsprozess sorgen.

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