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Codein in Hustensaft: Mutter verliert 4-jährige Tochter

Kind stirbt nach Einnahme von Hustenmittel
Kind stirbt nach Einnahme von Hustenmittel Umstrittener Wirkstoff Codein 00:02:42
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Denise schlief ein und wachte nicht mehr auf

Sandra Parmetler aus Österreich hat ihre 4-jährige Tochter verloren, weil sie ihr Hustensaft mit dem Wirkstoff Codein gegeben hat. Warum der längst umstrittene Wirkstoff gerade für Kleinkinder so gefährlich sein kann und jetzt sogar die Staatsanwaltschaft ermittelt.

Der Wirkstoff Codein war Ursache für den Tod der kleinen Denise
Die vierjährige Denise wachte nach der Einnahme des Hustensafts nicht mehr auf

Die letzten Worte ihrer Tochter Denise wird Sandra Parmetler nie vergessen. Denn nachdem sie " Mami, ich hab dich lieb" sagte, ist die 4-Jährige eingeschlafen - und nicht mehr aufgewacht. Als Sandra ihre Tochter am Morgen mit blauen Lippen und blauer Zunge in ihrem Bett findet, holt sie sofort einen Rettungswagen. Doch für Denise kommt jede Hilfe zu spät.

Zwei Tage zuvor waren sie und ihre Zwillingsschwester Melanie mit ihrer Mutter bei einer Ärztin. Beide hatten starken Husten. Die Ärztin verschrieb ihnen den Hustensaft, der eine der Schwestern das Leben kostete. Sandra habe beiden am Abend diesen Hustensaft verabreicht, so wie vorgeschrieben. Eine Überdosierung wurde bei der Obduktion auch nicht festgestellt.

Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Ärztin

Zwar darf Hustensaft mit dem Wirkstoff Codein in Europa noch verschrieben werden, ist aber unter Experten bereits stark in Kritik geraten. Denn Codein, das im Körper zu Morphin umgewandelt wird, kann zum Atemstillstand führen. Darum rät eine europäische Experten-Gruppe, den Wirkstoff Kindern unter zwölf Jahren keinesfalls zu geben. Auch in Deutschland warnt das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte die Ärzte schon länger vor den Risiken. Prof. Dr. Julia Stiengel sagt: "Ärzte bekommen Warnungen und aktuelle Anwendungsbeschränkungen und sind daher schon seit längerem informiert, dass Codein bei Kindern in der Anwendung sehr gefährlich ist."

Jetzt ermittelt die Staatsanwaltschaft, ob die Ärztin Sandra Parmetler über die Risiken informiert hat. Auch drei Monate nach dem Tod ihrer Tochter hat die Mutter noch Schlafstörungen und sieht regelmäßig nach, ob ihre andere Tochter Melanie noch atmet.

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