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CFS: Symptome und Behandlungsmethoden des Chronischen Erschöpfungssyndroms

CFS kann zu einer starken Lebenseinschränkung führen
Beim chronischen Erschöpfungssyndrom (CFS) sind Betroffene kraftlos und dauerhaft erschöpft. © Ana Blazic Pavlovic - Fotolia, Ana Blazic Pavlovic

Auch junge Leute leiden an CFS

Stellen Sie sich vor, Sie haben permanent Kopfschmerzen, sind ständig erschöpft und auch Schlaf bringt kaum Erholung. Sie gehen zum Arzt, aber der kann Ihnen nicht helfen. Es gibt einfach keine Diagnose, kein Medikament, das Ihnen hilft. So geht es gut 300.000 Menschen in Deutschland. Sie alle leiden unter dem chronischen Erschöpfungssyndrom (CFS). Im schlimmsten Fall kann es Menschen zum Pflegefall machen.

Das Chronic Fatigue Syndrom (CFS) wird auch als myalgische Enzephalomyelitis bezeichnet und ist eine neurologische, multisystemische Krankheit. Von der Weltgesundheitsorganisation WHO wird sie als neurologische Erkrankung des Gehirns unter dem Kürzel G93.3 klassifiziert.

Ihre Ursachen sind bis heute medizinisch noch nicht vollständig geklärt. Betroffene sind mit ihren Kräften am Ende und oft vollkommen verzweifelt. Jeder kann davon betroffen sein: Leistungssportler, Wissenschaftler, Handwerker, Hausfrauen oder Schüler. Laut Fatagio e.V., dem Bundesverband Chronisches Erschöpfungssyndrom, liegt dann CFS vor, wenn die Leistungsfähigkeit im Vergleich zum gesunden Zustand um mehr als 50 Prozent gesunken ist und sich seit mindestens sechs Monaten nicht gebessert hat.

So wirkt sich CFS auf den Körper aus

Vor einiger Zeit hatte man die Erschöpfungszustände noch als Burn-Out-Syndrom oder Folgen von Depressionen betrachtet. Doch mittlerweile ist klar: CFS belastet den menschlichen Körper und seine Psyche noch heftiger. Das Syndrom ist eine Krankheit, bei der Betroffene mit ihren Kräften oft vollkommen am Ende sind und oft gar nicht mehr aus dem Bett kommen. Teilweise entsteht das Chronic Fatique Syndrom aus einem harmlosen Infekt, der dann zu einer Art Dauergrippe wird. Der Akku von Betroffenen ist permanent leer, normalste Dinge wie ein Autoausflug bedürfen sorgfältiger Vorbereitung.

Neben der lähmenden geistigen und körperlichen Erschöpfung gehören zu den weiteren Symptomen unter anderem Kopfschmerzen, Halsschmerzen, Gelenk- und Muskelschmerzen, Konzentrations- und Gedächtnisstörungen, nicht erholsamer Schlaf, Übelkeit, Empfindlichkeiten der Lymphknoten sowie eine anhaltende Verschlechterung des Zustands nach Anstrengungen. Weil die Situation oft ausweglos erscheint, verfallen viele Betroffene zudem in Depressionen.

CFS ist eine schwer erkennbare Krankheit

Eine Diagnose der myalgischen Enzephalomyelitis versuchen Ärzte auf Grundlage international definierter Kriterien, den sogenannten Fukuda-Kriterien, zu stellen. Denn Biomarker, wie beispielsweise ein Bluttest, geben keine Hinweise auf die Krankheit. Laut diesen Kriterien müssen neben dem wichtigsten Symptom der Erschöpfung noch vier weitere Symptome auftreten. Hier muss allerdings sichergestellt sein, dass die Nebensymptome nicht durch andere Krankheiten wie beispielsweise einer Schilddrüsenerkrankung oder Multiple Sklerose hervorgerufen werden. Dabei helfen laut Fatagio e.V. die sogenannten Kanadischen Konsenskriterien, welche die Fukuda-Kriterien im Jahr 2003 erweitert und aktualisiert haben. Auch sie wurden in den Folgejahren erneut überarbeitet und als Internationale Konsenskriterien (ICC) 2011 veröffentlicht.

Trotz dieser entwickelten Kriterien kann es Ärzten schwerfallen, die Krankheit präzise zu diagnostizieren und so leiden CFS-Betroffene oft lange undiagnostiziert an der Krankheit.

Wie kann CFS-Betroffenen geholfen werden?

Eine einheitliche, ursächliche Behandlungsmöglichkeit gibt es bei CFS nicht, denn so schwer die Diagnose selbst ist, so schwer gestaltet sich auch die konkrete Behandlung. Wie Fatagio e.V. berichtet, orientieren sich die meisten Behandlungen an dem Prinzip des ‚Pacing‘. Hierbei wird dem Körper allmählich beigebracht, sich an die neue Lebenssituation zu gewöhnen und sich seine Energie dafür optimal einzuteilen.

Auch sollte darauf geachtet werden, den Körper mit allen wichtigen Nährstoffen zu versorgen, sich im Allgemeinen gesund und ausgewogene zu ernähren und Schadstoffe soweit es geht zu vermeiden. In dieser Kombination habe Pacing in manchen Fällen zu gesundheitlichen Verbesserungen geführt, wie Fatagio e.V. auf der eigenen Website schreibt.

CFS: Eine missverstandene Krankheit

Oftmals wird CFS als eine psychosomatische Erkrankung angesehen, was nicht zuletzt auch dem Namen geschuldet ist. Der medizinische Fachbegriff 'myalgische Enzephalomyelitis' ist deshalb präziser, da er auf die zugrundeliegende physiologische Ursache der Krankheit hinweist und nicht nur auf die chronische Erschöpfung als zentrales Symptom.

Dieses Missverständnis kann dazu führen, dass Betroffene an eine psychosomatische Rehabilitationsklinik verwiesen werden. Die dortigen Verhaltens- und Bewegungstherapien sind für CFS-Patienten jedoch ungeeignet und können sogar zur Verschlechterung der Krankheit führen.

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