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Chronisches Erschöpfungssyndrom: Symptome und Behandlungsmethoden

Auch junge Leute leiden an CFS

Stellen Sie sich vor, Sie haben ständig Kopfschmerzen, sind müde und erschöpft. Schlafen bringt kaum Erholung. Sie gehen zum Arzt, aber der kann Ihnen nicht helfen. Es gibt einfach keine Diagnose, kein Medikament, das Ihnen hilft. So geht es gut 300.000 Menschen in Deutschland. Sie alle leiden unter dem chronischen Erschöpfungssyndrom. Im schlimmsten Fall kann es Menschen zum Pflegefall machen.

Chronisches Erschöpfungssyndrom: Symptome und Behandlungsmethoden
Beim chronischen Erschöpfungssyndrom sind Betroffene kraftlos und müde. © Ana Blazic Pavlovic - Fotolia, Ana Blazic Pavlovic

Dabei gibt vor allem das Chronische Erschöpfungssyndrom den Medizinern Rätsel auf. Betroffene sind mit ihren Kräften am Ende und oft vollkommen verzweifelt. Und es kann jeden treffen: Leistungssportler, Wissenschaftler, Handwerker, Hausfrauen oder Schüler.

Vor einiger Zeit hatte man die Erschöpfungszustände noch als Burn-Out-Syndrom oder Folgen von Depressionen betrachtet. Doch mittlerweile ist klar: Das chronische Erschöpfungssyndrom (auch als CFS bezeichnet) belastet den menschlichen Körper und seine Psyche noch heftiger. Das Syndrom ist eine Krankheit, bei der Betroffene mit ihren Kräften oft vollkommen am Ende sind und oft gar nicht mehr aus dem Bett kommen. Teilweise entsteht das Chronic Fatique Syndrom aus einem harmlosen Infekt, der dann zu einer Art Dauergrippe wird. Der Akku von Betroffenen ist permanent leer, normalste Dinge wie ein Autoausflug bedürfen sorgfältiger Vorbereitung.

Das chronische Erschöpfungssyndrom ist vor allem gekennzeichnet durch eine lähmende geistige und körperliche Erschöpfung sowie durch eine spezifische Kombination weiterer Symptome. Dazu gehören neben der ständigen Müdigkeit und Kraftlosigkeit unter anderem auch Kopfschmerzen, Halsschmerzen, Gelenk- und Muskelschmerzen, Konzentrations- und Gedächtnisstörungen, nicht erholsamer Schlaf, Empfindlichkeiten der Lymphknoten sowie eine anhaltende Verschlechterung des Zustands nach Anstrengungen. Weil die Situation oft ausweglos erscheint, verfallen viele Betroffene zudem in Depressionen.

Das CFS ist eine schwer erkennbare Krankheit

Ein weiteres Problem: Ärzten fällt es schwer, die Krankheit präzise zu diagnostizieren, weil beim chronischen Erschöpfungssyndrom viele Symptome vorkommen, die auch andere Krankheiten begleiten.

So kann den Betroffenen geholfen werden

Forscher aus England haben in einer Studie mit 641 Patienten mehrere Therapien getestet, wie sie im Fachmagazin 'The Lancet' schreiben. Die Mediziner wählten dabei verschiedene Behandlungsansätze und wendeten sie bei vier Gruppen an. Alle Teilnehmer erhielten bei Bedarf Medikamente gegen Schlaflosigkeit und Depressionen.

Gruppe 1: Medikamente, aber keine weitere Therapie

Gruppe 2: Kognitive Verhaltenstherapie

Gruppe 3: Bewegungsprogramm, bei dem stufenweise die körperliche Aktivität gesteigert wird

Gruppe 4: APT-Therapie, bei der versucht wird, die wenige Energie sinnvoll zu nutzen

Nach einem Jahr prüften die Ärzte dann den Zustand ihrer Patienten. Das Ergebnis: 60 Prozent der Teilnehmer der Bewegungsprogramm-Gruppe und der Verhaltenstherapie ging es nach einem Jahr deutlich besser als zu Beginn der Studie. Diese Methoden scheinen offensichtlich eine größere Wirkung zu erzielen, als die APT-Therapie (42 Prozent der Patienten ging es besser) oder gar der Verzicht auf zusätzliche Therapien (45 Prozent der Patienten ging es besser).

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