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Chorionkarzinom: Krebs, der während der Schwangerschaft entsteht

Krebs durch Schwangerschaft
Krebs durch Schwangerschaft Fehlgeburt durch Chorionkarzinom 00:02:54
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Wenn die Schwangerschaft lebensbedrohlich wird

Eine Schwangerschaft ist das Naturwunder überhaupt. Für Katja Bohm hatte die Schwangerschaft aber ein böses Nachspiel: Ihr wurde kurz nach der eigentlich frohen Botschaft ein aggressiver Krebs diagnostiziert: Ein Chorionkarzinom, ausgelöst durch die Schwangerschaft. Nach nur ein paar Wochen verliert sie dadurch ihre ungeborenen Zwillinge. Durch den Krebs konnten ihre Kinder nicht mehr versorgt werden.

Chorionkarzinom ist eine aggressive Krebserkrankung, bei der die Muskulatur der Gebärmutter durch einen bösartigen Tumor zerstört wird. In der Regel entwickelt sich das Chorionkarzinom aus einer Blasenmole. Diese wird durch eine fehlerhafte Befruchtung der Eizelle ausgelöst und es kommt zu blasenartigen Wucherungen in der Gebärmutter - daher auch der Name. Aber auch eine Fehlgeburt, eine vorangegangene Eileiterschwangerschaft oder sogar eine zuvor völlig normal verlaufende Schwangerschaft kann verantwortlich für diesen Tumor sein. Grund für die Entstehung sind dann Zellen, die von diesen Schwangerschaften im Körper verblieben sind und zu dem bösartigen Tumor entarten.

Das Risiko an Chorionkarzinom zu erkranken ist vergleichsweise niedrig: Nur eine Schwangere von 40.000 wird von dem Tumor befallen. Unter den Betroffenen sind besonders Erstgebärende jenseits des 30. Lebensjahres. Aber für die betroffenen Frauen ist die Erkrankung lebensgefährlich.

Denn bei einem Chorionkarzinom kommt es zu starken Blutungen aus der Vagina. Und als wär das nicht schon schlimm genug, streut der Tumor bei nicht rechtzeitig einsetzender Therapie sehr schnell: Metastasen können sich im ganzen Körper, besonders in Lunge, Vagina, Gehirn, Niere und Leber, bilden.

Als die Ärzte den Krebs bei Katja diagnostizierten, hatte er zum Glück noch nicht gestreut. Dennoch folgten für die 23-Jährige schwere Monate mit insgesamt 20 Chemo-Therapien. Jetzt ist die Berliner krebsfrei. Ihren Wunsch, doch noch Mutter zu werden, steht aus medizinischer Sicht nichts im Wege. Die Chancen erneut an einem Chorionkarzinom zu erkanken, sind jetzt noch geringer.

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