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Chlamydien, Myome: Krankheiten der Gebärmutter

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Leichte Beschwerden oder ernsthafte Krankheit?

Schmerzen in der Gebärmutter haben viele Frauen ab und an. Doch was sind ernste Beschwerden und was ist kein Grund zur Sorge? Wir haben die wichtigsten Fakten für Sie zusammengefasst.

Eine Frau hält eine Hand auf die Gebärmutter
Chlamydien, Myome und Endometriose sind einige Krankheiten der Gebärmutter. Alles was Sie über diese Gebärmutter-Probleme wissen müssen. © Getty Images/iStockphoto, champja

Menstruationsbeschwerden - welche Frau kennt das nicht? Die Regel kommt mal zu spät, mal zu früh, manchmal zu stark oder auch zu schwach. Doch keine Panik: Auch wenn die Regel mal ausbleibt, ist das kein Grund zur Sorge und schwanger sind Sie auch nicht direkt. Meist reagiert der Körper mit diesen Abweichungen nur auf besondere Anforderungen: Besser kein Eisprung, wenn gerade eine Lebenskrise bewältigt werden muss oder hart für einen Wettkampf trainiert. Bleibt die Regel aber länger als sechs Monate aus, sollte ein Arzt den Ursachen auf den Grund gehen.

Fällt die Menstruation hingegen zu heftig oder zu lange aus, sind häufig nur die Hormone aus dem Takt. Deswegen verstärken sich zum Beispiel bei vielen Frauen in den Wechseljahren die Blutungen vorübergehend. Starke Blutungen können aber nicht nur lästig sein, sondern durch Eisenmangel auch gesundheitlich zu schaffen machen. Deshalb sollten Sie die Ursache für starke Blutungen unbedingt mit Ihrem Gynäkologen klären.

Kinderlosigkeit durch Chlamydien-Infektion

Chlamydien sind Erreger einer sexuell übertragbaren Krankheit, die in Deutschland am häufigsten verbreitet ist. Ein Befall durch diese Bakterien macht sich häufig durch Ausfluss oder Unterleibsschmerzen bemerkbar. Oft gibt es aber auch überhaupt keine Beschwerden. Dabei sind die Folgen einer Infektion dramatisch. Fast die Hälfte aller Fälle von ungewollter Kinderlosigkeit sind auf eine unbehandelte Chlamydien-Infektion zurückzuführen. Die Entzündung kann nämlich über die Gebärmutter zu den Eileitern aufsteigen und diese dann verkleben.

Vor allem junge Frauen sind gefährdet, denn an ihrem hochempfindlichen Muttermund setzen sich die Bakterien besonders leicht fest. Ab einem Alter von 30 Jahren kommt es hingegen deutlich seltener zu einer Infektion. Den Test, der die Bakterien nachweist, bekommen Frauen bis 25 sogar von der Krankenkasse bezahlt. Danach kostet er zwischen 30 und 40 Euro – es sei denn, es gibt bereits Symptome. Einmal diagnostiziert, kann eine frische Infektion problemlos mit Antibiotikum behandelt werden. Am wichtigsten bleibt jedoch, einer Chlamydien-Ansteckung vorzubeugen - durch die Nutzung von Kondomen.


Geschlechtskrankheiten: Chlamydien
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Endometriose: Was steckt dahinter?

Schmerzen während des Sex oder starke Schmerzen bei der Menstruation können auf eine behandlungsdürftige Endometriose hinweisen. Behandlungsdürftig ist die Krankheit aber wirklich nur dann, wenn Beschwerden auftreten. Es gibt auch Frauen, bei denen die Krankheit zwar diagnostiziert wird, aber die keinerlei Beschwerden haben. Doch was ist Endometriose überhaupt?

Kleine Teile der Gebärmutterschleimhaut setzen sich im Bauchraum oder an der Gebärmutter fest und verursachen insbesondere vor und während der Regel starke Schmerzen. Leider ist eine zuverlässige Diagnose nur per Bauchspiegelung – einem operativem Eingriff – möglich. Deshalb leiden viele oft jahrelang, bevor die Ursache erkannt wird. Bei der Bauchspiegelung können die Endometriose-Herde gleich entfernt werden. Doch bis zu den Wechseljahren kann die Endometriose auch nach einer Operation jederzeit wiederkommen.

Heilbar ist die Krankheit leider nicht. Die Veranlagung dazu hat man oder nicht. Aber gegen die Beschwerden kann man auch selbst etwas tun: Zum Beispiel mit einem speziellen entspannend wirkendem Bewegungsprogramm.

Endometriose: Erste Warnzeichen erkennen
Endometriose: Erste Warnzeichen erkennen Schlimmstenfalls droht Unfruchtbarkeit 00:02:52
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Schmerzen beim Sex durch Myome

Myome sind gutartige, knubbelige Auswüchse an der Gebärmutterwand. Sie werden meist zufällig bei einer Ultraschalluntersuchung entdeckt und variieren in Form, Größe und Anzahl und wachsen unter dem Einfluss von Hormonen. Jede vierte Frau ab dem 30. Lebensjahr ist betroffen. Gehandelt werden muss grundsätzlich erst, wenn die Myome Beschwerden verursachen. Das ist nur bei einem Viertel der Frauen der Fall. Doch manchmal werden die Geschwulste so groß, dass sie Schmerzen beim Sex verursachen oder auf Darm oder Blase drücken. Auch die Regel kann davon beeinflusst werden und verstärkt und verlängert auftreten. Bei ungünstiger Lage können Myome auch Schwangerschaften verhindern. Myome können meist per Bauchspiegelung entfernt. Nur bei besonders großen Myomen über fünf Zentimetern birgt eine direkte Operation weniger Komplikationen.

Gebärmuttersenkung: Wenn die Blase drückt

Durch Schwangerschaft und Geburt, aber auch durch angeborene Bindegewebsschwäche oder Risikofaktoren wie Übergewicht kann der Beckenboden an Elastizität verlieren. Die Folge: Oft hält es dann auch die Gebärmutter nicht mehr an ihrem Platz. Sie folgt den Gesetzen der Schwerkraft, senkt sich ab und kann so auf die Blase drücken. Die Folge: Blasenschwäche. Doch Sie können etwas dagegen tun. Beckenbodentraining ist das wichtigste Gegenmittel.

Gebärmutterentfernung: Nichts hilft mehr

Noch in den 70er und 80er Jahren wurde jeder dritten Frau die Gebärmutter im Laufe ihres Lebens entfernt. Durch neue Operationstechniken hat sich seither viel geändert. Zum Glück: Die Folgen einer operativen Entfernung der Gebärmutter können schwerwiegend sein. Vor allem die Hormone können dadurch aus dem Gleichgewicht geraten. Studien zeigen, dass Frauen ohne Gebärmutter durchschnittlich vier Jahre früher in die Wechseljahre kommen.

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