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Chirurgische Verhütungsmethoden: Sterilisation und Vasektomie

Es muss nicht immer die Pille sein
Es muss nicht immer die Pille sein Verhütungsmethoden im Überblick 00:02:40
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Dauerhafte Entscheidung: Chirurgische Verhütungsmethoden

Die chirurgische Methode der Sterilisation macht entweder Mann oder Frau durch eine Unterbrechung der Samen- oder Eileiter dauerhaft unfruchtbar, deswegen muss ein solcher Eingriff ganz genau überlegt und abgewägt werden.

Diese chirurgischen Verhütungsmethoden gibt es
Sterilisation oder Vasektomie: Chirurgische Verhütungsmethoden © Gina Sanders - Fotolia, Erwin Wodicka

1. Tubensterilisation (Frau)

Wirkungsweise: Durch eine Sterilisation werden die Eileiter endgültig verschlossen oder durchtrennt

Anwendung: Während einer stationären oder ambulanten OP unter Vollnarkose werden bei einer Bauchspiegelung beide Eileiter mittels Klammern oder Verschweißen mit Hitze verschlossen. Oft werden die Abschnitte der Eileiter, in denen die Befruchtung mit den Samenzellen stattfindet, zusätzlich durchtrennt

Vorteile: keine hormonelle Belastung, endgültige Unfruchtbarkeit, Hormonproduktion, Sexualtrieb und Menstruationszyklus bleiben unverändert

Nachteile: endgültige Unfruchtbarkeit, neben den üblichen Risiken/Komplikationen einer OP unter Vollnarkose besteht die Gefahr der Verletzung der Bauchfellbänder, was ein verfrühtes Einsetzen der Wechseljahre zur Folge haben kann, Eileiterschwangerschaften, stärkere und unregelmäßigere Blutungen, Menstruationsbeschwerden

Pearl-Index:0,1

Kosten: ambulant ca. 500 Euro

Für wen geeignet: Für Frauen/Paare, die ihre Familienplanung abgeschlossen oder keinen Kinderwunsch (mehr) haben

Chirurgische Verhütungsmethoden sollten gut durchdacht werden

2. Vasektomie (Mann)

Wirkungsweise: Bei der Sterilisation des Mannes durchtrennt der Chirurg die Samenleiter und versperrt dadurch den Spermien den Ausgang, maximal 8 Spermaproben über mehrere Monate hinweg testen den empfängnisverhütenden Erfolg der Vasektomie

Anwendung: Während einer stationären (örtliche Betäubung) oder ambulanten OP (Vollnarkose) legt der Arzt mit einem Schnitt am Hodensack die Samenleiter frei und entfernt je ein Stück Samenleiter aus der Mitte und verödet die Schnittstellen, die Spermien sterben ab und werden über den Blutkreislauf abgebaut

Vorteile: Der Eingriff ist bei Männern wesentlich leichter durchzuführen und risikoärmer als bei Frauen, keine hormonelle Veränderungen beim Mann, kein physischer Einfluss auf die Libido, das Ejakulat sieht ganz ‚normal’ aus

Nachteile: relativ endgültige Lösung, Zeugungsfähigkeit nur bei 80% der Männer innerhalb von 2 Jahren nach dem Eingriff wieder herstellbar

Pearl-Index: 0,1

Kosten: ca. 400 Euro

Für wen geeignet:Für Männer/Paare, die ihre Familienplanung abgeschlossen oder keinen Kinderwunsch (mehr) haben

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