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Chemikalien in Kinderkleidung: Krebserregend und hormonell wirksam

Gift in Kinderkleidung Greenpeace
© picture-alliance/ ZB, Patrick Pleul

Unglaublicher Gift-Cocktail gefunden

Sie heißen Nonylphenolethoxylat, Phthalat, zinnorganische Verbindung oder schlicht Antimon. Und so gefährlich wie sie klingen, sind sie auch: Es handelt sich um zum Teil extrem gefährliche Substanzen und sie befinden sich nicht im Sicherheitsbereich von Chemielabors, sondern vielleicht auch im Kleiderschrank in Ihrem Kinderzimmer. Greenpeace hat Kinderkleidung namhafter Produzenten untersucht und die krebserregenden Monster-Substanzen dort gefunden.

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"Teure Klamotten sind nicht sauberer produziert als billige. Der teure Kinderbadeanzug von Burberry war genauso belastet wie der billige von Primark. Der Badeanzug von Adidas war sogar am stärksten verunreinigt", kommentiert Manfred Santen, Chemieexperte von Greenpeace, das Untersuchungsergebnis.

Bis zu 17.000 mg hormonell wirksamer Nonylphenolethoxylate (NPE) pro Kilogramm Kleidung wurde festgestellt. Selbstgesetzte Grenzwerte für Krebs erregende Perfluoroctansäure wurden von Adidas bis zum Fünfzehnfachen überschritten: T-Shirts, Jacken und Schuhe auch von American Apparel, Burberry, C&A, Disney, GAP, H&M, LI-NING, NIKE, Primark, Puma und UNIQLO enthalten einen Gift-Cocktail.

Nur gesiegelte Naturtextilien empfehlenswert

Mit seiner ‚Detox-Kampagne‘ hatte Greenpeace 18 Textilhersteller von Mango über H&M bis Adidas überzeugt, sich bis zum Jahr 2020 auf eine Produktion ohne Risiko-Chemikalien zu verpflichten. Doch an der Umsetzung hapert es offenbar noch deutlich.

Greenpeace folgert daraus: Selbstverpflichtungen der Industrie nützen nichts. Wem die Gesundheit seiner Kinder am Herzen liegt, der sollte Naturtextilien kaufen, die ein Siegel des 'Internationalen Verbands der Naturtextilwirtschaft' IVN oder vom 'Global Organic Textile Standard' GOTS tragen. Die früheren Öko-Nischenprodukte treten heute selbstbewusst auch im Rahmen der Fashion Week als ‚Eco Fashion‘ auf.