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Cerclage: Muttermund-Schutz einsetzen lassen

Cerclage: Muttermund-Schutz einsetzen lassen
Wenn der Muttermund vorzeitig geöffnet ist, kann es zu Infektionen kommen. Die Cerclage-Methode kann Abhilfe schaffen. © Sven Bähren - Fotolia

Sabia Boulahrouz hatte bisher keine leichte Schwangerschaft. Sie nahm stark ab und aufgrund ihrer zwei Fehlgeburten, die sie bereits erlitt, soll sie sich nun entschieden haben, einen eher ungewöhnlichen Eingriff vornehmen zu lassen: Ihr soll ein Muttermund-Schutz (Cerclage) eingesetzt worden sein. Die Kinder, die sie verlor, starben im fortgeschrittenen Stadium ihrer Schwangerschaft. Dabei soll in beiden Fällen ihr Muttermund vorzeitig geöffnet gewesen sein.

Cerclage - wann macht der Muttermund-Schutz Sinn?

Das Einsetzen eines solchen Muttermund-Schutzes wird im Fach-Jargon 'Cerclage' genannt. Es ist ein operatives Verfahren, bei dem der Gynäkologe dem Muttermund eine Art Schutz einsetzt. Ist der Muttermund bereits geöffnet, obwohl die Geburt noch nicht ansteht, bedeutet das, dass eine Zervixinsuffizienz vorliegen könnte. Der Muttermund ist also bereits geweitet, verkürzt und weich. Grund dafür ist oftmals eine Bindegewebsschwäche. Die kann unter anderem entstehen, wenn es zu früheren Fehlgeburten gekommen ist oder Geburten recht schnell aufeinander gefolgt sind.

Gerade in Verbindung mit Wehen - richtige und keine Übungswehen -  besteht bei einem frühzeitig geöffneten Muttermund die Gefahr, dass es zu einer Frühgeburt oder gar einer Fehlgeburt kommt. Außerdem wird durch die frühzeitige Öffnung riskiert, dass Keime in die Gebärmutter eindringen und eine Infektion auslösen können. Als Maßnahme gegen die Muttermundschwäche nehmen Mediziner eine Cerclage vor, um den Muttermund wieder zu schließen. So ist der auch Schutz vor Infektionen wieder gewährleistet.

Arten der Cerclage

Wann und welche Art der Cerclage durchgeführt wird, entscheidet der Mediziner im Einzelfall. Es gibt verschiedene Verfahren, um sie durchzuführen: Die prophylaktische Cerclage wird in der 13. bis 16. Schwangerschaftswoche vorgenommen, wenn die Frau eine belastete Anamnese, also drei oder mehr späte Fehlgeburten, erlitt.

Außerdem gibt es noch die therapeutischen Verfahren: Die 'Urgent Cerclage' und die Notfallcerclage.

Bei der 'Urgent Cerclage' handelt es sich um einen Eingriff, bei der eine Verkürzung des Gebärmutterhalses von 40 bis 50 Millimeter auf 25 Millimeter vorgenommen wird. Die

Notfallcerclage führt der Gynäkologe durch, wenn der Muttermund vorzeitig geöffnet ist oder eine heraustretende Fruchtblase vorliegt.

Was ist der Muttermund?

Der Muttermund besteht aus zwei Öffnungen: der inneren und der äußeren. Als Inneren Muttermund bezeichnet man die Öffnung zur Gebärmutter. Der äußere Muttermund ist die Öffnung zur Scheide. Während der Schwangerschaft sind beide in der Regel geschlossen, damit keine Keime in die Gebärmutter gelangen können. Dadurch verhindert der Körper das Risiko einer Infektion.

Bei der Geburt öffnet sich zuerst der Gebärmutterhals, indem er weich wird und sich verkürzt. Dann öffnet sich der innere Muttermund und als nächstes der äußere. Wenn dieser eine Weite von ungefähr zehn Zentimetern erreicht hat, beginnt die Austreibungsphase der Geburt und das Kind kann zur Welt kommen.

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