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Cefaly: Gegen Migräne soll dieses Stirnband helfen

Cefaly: Ein High-Tech-Stirnband soll gegen Migräne helfen
Rund zehn Prozent der Deutschen leiden an Migräne - Cefaly könnte das bald ändern.

Cefaly: High-Tech gegen Migräne

Rund zehn Prozent der Bevölkerung in Deutschland leidet an Migräne: Die pulsierenden, halbseitigen Kopfschmerzen mit zusätzlichen Symptomen wie Übelkeit sowie Licht- und Geräuschempfindlichkeit gelten nach aktuellem Stand der Medizin als nicht heilbar. Das batteriebetriebene Cefaly-Stirnband soll Migräne-Geplagten bei der Bekämpfung der Symptome helfen und zukünftigen Migräneanfällen vorbeugen.

Jeden Tag melden sich allein in Deutschland rund 100.000 Menschen wegen einem akuten Migräneanfall arbeitsunfähig. Die Zahl derer, die trotz starker Schmerzen zur Schule oder Arbeit gehen, wird noch viel höher geschätzt. Das neue High-Tech-Stirnband mit dem Namen ‚Cefaly‘ könnte vielen von ihnen bald helfen. Das Gerät soll verlässlich und ohne den Einsatz von Medikamenten Kopfschmerzen bekämpfen und weiteren Migräneanfällen vorbeugen – angeblich auch ohne Nebenwirkungen, heißt es in einem Bericht der englischen Zeitung ‚Daily Mail‘.

Cefaly sendet Mikroimpulse an den sogenannten Nervus Trigeminus, der auch als Drillingsnerv bezeichnet wird. Dieser Nerv ist bei einer Migräne in der Regel am meisten betroffen. Durch die Mikroimpulse sollen die Schmerzen bei einem Anfall schnell gelindert werden können. Menschen, die regelmäßig Migräneanfälle erleiden, sollen das futuristisch aussehende Stirnband jeden Tag etwa 20 Minuten tragen. Diese Therapie soll die Häufigkeit der Anfälle halbieren.

Cefaly gegen Migräne: Wirkt es wirklich?

Während der Hersteller von einem Anteil von 71 Prozent an zufriedenen Patienten spricht, fiel eine Untersuchung an der belgischen Universität Lüttich deutlich nüchterner aus: Laut Professor Schoenen, der die Studie geleitet hat, konnte ‚Cefaly‘ rund 40 Prozent der Patienten helfen. Eine Therapie mit Medikamenten verspricht dagegen eine Erfolgsrate von 50 bis 60 Prozent. Allerdings konnten in der Studie von Prof. Schoenen tatsächlich fast keine Nebenwirkungen des Stirnbands nachgewiesen werden. Bei einer Medikamententherapie fallen dagegen Nebenwirkungen oft heftig aus, zum Beispiel kann die Einnahme der Schmerzmittel in manchen Fällen zur Entstehung von Magengeschwüren und Leberschäden führen.

„Etwa 40 Prozent der Patienten kann Cefaly helfen. Es lindert ihre Schmerzen, sodass sie weniger Medikamente nehmen müssen. Wenn Cefaly nicht funktioniert, sollte der Patient eine andere Therapie wählen“, so Prof. Schoenen gegenüber der ‚Daily Mail‘. Seine Studie kann allerdings wegen der geringen Teilnehmerzahl von 67 Personen kaum als repräsentativ angesehen werden. Und der Selbstversuch kann teuer werden: Das Gerät kostet in Deutschland laut Hersteller 295 Euro. Nach zwanzig Anwendungen müssen zusätzliche Klebeelektroden gekauft werden, die etwa 20 Euro kosten und für weitere 20 Anwendungen reichen.

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