Carolin Kebekus: Darum ist sie so erfolgreich

Carolin Kebekus
Carolin Kebekus hat den Preis für die 'Beste Komikerin' gewonnen © dpa, Henning Kaiser

Carolin Kebekus steckt sie alle in die Tasche

Carolin Kebekus hat zum wiederholten Mal den Deutschen Comedypreis als 'Beste Komikerin' bekommen. Was macht die 34-Jährige so erfolgreich? Und warum lieben sie einfach alle – Frauen genauso wie Männer? Das ist ihr Erfolgsgeheimnis.

Von Merle Wuttke

Hübsch, jung, nett – und auf den ersten Blick ein wenig harmlos: Wer Carolin Kebekus nicht kennt, und sie das erste Mal auf die Bühne kommen sieht, kann sich kaum vorstellen, dass dieses kleine Persönchen gleich innerhalb von Minuten den Saal zum Rocken bringen wird. Aber genau das schafft die gebürtige Bergisch-Gladbacherin völlig mühelos. Und es sind nicht nur Frauen, die über ihre Witze über Binden, Tampons oder Kleriker lachen, sondern fast genauso viele Männer – bis zu 40 Prozent ihrer Zuschauer sind männlich, das ist erstaunlich in einer Szene, in der auch die Stars hauptsächlich noch Männer sind.

Aber Carolin Kebekus steckt sie alle in die Tasche. Und das liegt hauptsächlich an ihrem ganz eigenen, sehr besonderen Charme – der schwankt zwischen „Zoten-Uschi“, „Kumpeltyp“ und „Sexy Schwester“. Vor allem aber lässt Kebekus sich in ihren Rollen nicht festlegen – sie spielt hysterische Mütter genauso wie tattrige Männer, ihr Humor bedient nicht ausschließlich Frauenthemen, sondern greift auch gern ganz tief in die Männerklamottenkiste. Sie kennt einfach keine Grenzen. Und ihr ist, wie sie selbst in einem Interview sagte, auch „nichts peinlich.“ Genau das macht sie so authentisch und eben so erfolgreich.

Carolin Kebekus schaffte es mühelos auf die großen Bühnen

Angefangen hat Kebekus' Karriere vor über zehn Jahren, da war sie Praktikantin in einer Produktionsfirma, welche die RTL-Comedysendung 'Freitagnacht News' produzierte. Dort fiel sie schnell durch ihren Sinn für Humor auf. Hugon Egon Balder setzte sich für sie ein, den Praktikantenjob verlor sie dennoch und entschied sich kurzerhand dafür, es als Komikerin zu versuchen. Die Unterstützung ihrer Eltern hatte sie sicher. Und es lief von Anfang an problemlos für Kebekus: Sie lief sich mit Auftritten auf kleinen Bühnen für die größeren warm und wurde Mitglied bei der Kayar Yanar-Show.

Heute braucht sie den Vergleich mit den anderen großen Damen und Namen der Comedy-Szene nicht mehr zu scheuen: Sie spielt in einer Liga mit Anke Engelke oder Martina Hill. Und ihren ersten kleinen Skandal hat sie ebenfalls schon hinter sich: Wegen eines kirchenkritischen Videos, in dem sie als Nonne einen Satire-Rap hinlegt, bekam sie an die hundert Strafanzeigen, das Filmchen selbst musste aus ihrer damaligen Sendung beim WDR heraus geschnitten werden. Na, wenn das nicht die größte Ehre ist, die einer Komikerin widerfahren kann: Der Einspruch der Kirche. Aber die Geistlichen (und wir) können sich sicher sein: Von Carolin Kebekus wird es in der nächsten Zeit noch jede Menge zu hören geben. Wir jedenfalls freuen uns darauf.

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