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Cannabis und Hodenkrebs: Drei Studien belegen den Zusammenhang

Drei Studien belegen den Zusammenhang zwischen Cannabis und Hodenkrebs
Männer, die Marihuana konsumieren, erkranken öfter an Hodenkrebs. © picture-alliance / dpa, Martin Ruetschi

Diagnose Hodenkrebs: Ist Cannabis schuld?

Männer, die Cannabis konsumieren, erkranken öfter an Hodenkrebs als Männer, die dies nicht tun. Das belegen drei verschiedene Studien: Der Konsum steigert den Untersuchungen zufolge die Gefahr von Nichtseminomen, bösartigen Hodentumoren, die die aggressivere Form von Hodenkrebs darstellen. In den Studien konnte bewiesen werden: Je häufiger und länger die Männer zum Joint greifen, desto höher ist das Hodenkrebsrisiko.

Die erste Studie zu diesem Thema stammt bereits aus dem Jahr 2009: Wissenschaftler vom Fred Hutchinson Cancer Research Center, USA, haben 369 Männer mit Hodenkrebs und 979 gesunde Männer zu ihrem Cannabiskonsum befragt. Das Ergebnis war deutlich: Wer Marihuana konsumierte, hatte ein um 70 Prozent gesteigertes Hodenkrebsrisiko. Die Studie wurde im Fachmagazin 'Cancer' veröffentlicht.

Im Jahr 2010 konnten Forscher vom National Cancer Institute in Rockville, ebenfalls USA, ähnliche Ergebnisse in einer Befragung erzielen. Laut der Studie, an der 187 Hodenkrebspatienten und 148 gesunde Männer teilnahmen, war das Risiko für Hodenkrebs für Cannabis-Konsumenten doppelt so hoch wie das Risiko für Männer, die nie Marihuana konsumieren. Auch diese Studie wurde in 'Cancer' veröffentlicht.

Cannabis & Hodenkrebs: THC beeinflusst die Spermienproduktion

Die neueste Studie zu dem Thema wurde 2012 von Wissenschaftlern von der University of Southern California in Los Angeles durchgeführt. Hier wurden 163 Männer mit Hodenkrebs und 292 gesunde Männer zu ihrem Drogenkonsum befragt. Wenig überraschend wurden die Daten auch hier bestätigt, Cannabis-Konsumenten erkrankten doppelt so häufig an Hodenkrebs wie Nicht-Konsumenten. Eine weitere, unerwartete Erkenntnis dieser Studie: Männer, die Kokain einnehmen, senken anscheinend ihr Risiko für Hodenkrebs.

John Charles Lacson, der die Studie 2012 geleitet hatte, erklärt den Zusammenhang zwischen Cannabis-Konsum und Hodenkrebs mit dem Wirkstoff THC (Tetrahydrocannabinol): Der interagiert mit den sogenannten Cannabinoid-Rezeptoren, die sich nicht nur im Hypothalamus im Gehirn, sondern auch in den männlichen Geschlechtsorganen befinden. Die Rezeptoren beeinflussen wahrscheinlich die Spermienproduktion, so der Forscher. Das THC könnte der These zufolge die körpereigenen Cannabinoide stören und so die Gesundheit beeinträchtigen.

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