Candace Cameron Bure: Unterwürfigkeit als Zauberformel für eine glückliche Ehe?

Candace Cameron Bure: Unterwürfigkeit als Zauberformel für eine glückliche Ehe?
© imago stock&people

Candace Cameron Bure als demütige Ehefrau im 21. Jahrhundert

Die frühere Full-House-Darstellerin Candace Cameron Bure hat ein Buch geschrieben. Darin lüftet sie das Geheimnis ihrer schon 17 Jahre währenden Ehe mit dem früheren Eishockey-Star Valeri Bure: Sie lässt den Mann alle wichtigen Dinge entscheiden - und nimmt die Rolle der demütigen Frau ein.

Von Christiane Mitatselis

"Balancing it all" heißt das Werk, das der frühere Kinderstar verfasst hat. Das Cover ziert ein Foto der Autorin, die im 50er-Jahre-Look mit Schürze und schickem Kleid lachend in einer Küche steht. In der einen Hand hält sie schön gefaltete Handtücher, in der anderen ein Notebook.

In dem Buch, das 243 Seiten umfasst, erklärt Cameron Bure dann ausführlich, wie sie die perfekte Mutter von drei Kindern, Ehe- und Hausfrau geworden ist - und nebenher auch noch eine Super-Schauspielerin.

Angeblich sei sie von Fans und Freunden so oft gefragt worden, wie sie das alles schaffe, dass sie sich entschieden habe, das Buch zu schreiben. Das behauptet sie zumindest im Vorwort.

Oder läuft ihre Karriere doch nicht ganz so rund? Offenbar braucht die 37-Jährige dringend Schlagzeilen, im Dezember hatte sie bereits spektakulär enthüllt, dass sie früher an Bulimie gelitten, die Krankheit aber überwunden habe.

Nun gibt sie bevorzugt Interviews zu dem Kapitel ihres Buches, in dem sie sich mit ihrer Rolle als glückliche Ehefrau befasst. Das Erfolgsgeheimnis ihrer Verbindung mit dem 39 Jahre alten Russen Valeri Bure, Bruder des bekannteren NHL-Stars Pawel Bure: "Lass den Mann einen Mann sein!"

Der Gatte müsse der Herr im Haus sein und bei allen wichtigen Entscheidungen das letzte Wort haben. "Es ist schwierig, zwei Autoritäten zu haben", lautet ihre Begründung. Das funktioniere nicht im Militär und es gebe auch nur einen Präsidenten. Da sie Christin sei, gehe sie in der Rolle der demütigen, duldsamen und sanftmütigen Gattin auf. "Ich finde es wunderbar, dass mein Mann ein Leader ist", führt sie aus. "Ich will, dass er der Kopf unserer Familie ist."

"Ihre Thesen sind platt und dämlich"

Bestimmt fragt sie ihren Mann, was sie wählen soll. Wie soll eine Frau so etwas Kompliziertes allein entscheiden? Und wahrscheinlich teilt er ihr das Haushaltsgeld zu, denn als Mann kann er einfach besser rechnen als die arme, schwache Frau. Und wenn eine neue Waschmaschine angeschafft wird, dann sollte er das Modell auswählen. Frauen haben von Technik einfach keine Ahnung.

Cameron Bures Thesen passen perfekt zum Foto auf dem Buch-Cover. Sie stammen aus den 1950er Jahren und sind so platt und dämlich, dass man sich noch nicht einmal mehr über sie aufregen mag. Oder, um mit Alice Schwarzer zu sprechen: "Frauen sollten mit so einem Quatsch keine Zeit mehr verlieren."

Wie auch immer - immerhin ist Cameron Bure so freundlich, in ihren Ansichten keine Handlungsanweisungen für andere Frauen zu sehen. Hierzulande gab es da andere Fälle, zum Beispiel den einer ehemaligen Tagesschausprecherin, die die Super-Mutter gab, und auf angeblich egoistische Karrierefrauen eindrosch.

Cameron Bure schreibt allein über ihr glückliches, ausbalanciertes Leben, ohne andere Lebensweisen explizit niederzumachen. Man kann nur für die Schauspielerin hoffen, dass ihren Super-Leader-Ehemann die sanftmütige Unterwürfigkeit seiner Frau nicht eines Tages so sehr anödet, dass er mit dem frechen Kindermädchen oder einer exzentrischen Freundin der Frau durchbrennt. So etwas soll im 21. Jahrhundert vorkommen...

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