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'Cagefights' sind kein Kinderspiel - so brutal verprügeln sich Kinder in Käfigen

'Cagefight' - eine der brutalsten Sportarten der Welt

Ein harter Schlagabtausch von Kindern, unter dem Jubel der erwachsenen Zuschauer: Sogenannte 'Kinder-Cagefights', also Kinder-Kämpfe im Käfig, sind zwar wegen des hohen Verletzungsrisikos auch in den USA umstritten, aber nicht selten. Und das Schlimme: Dabei ist so ziemlich alles erlaubt, um den Gegner auszuschalten.

Die kleinsten Cagefighter sind gerade mal fünf Jahre alt. Die Brutalität bei den Kinder-Kämpfen ist dafür umso höher. Denn Kinder kennen ihre Grenzen noch nicht. Da stellt sich einem unweigerlich die Frage: Warum sind diese Kämpfe überhaupt erlaubt? Und was geht in den Eltern der Kinder vor?

Regina ist mit gerade mal neun Jahren professionelle Käfig-Kämpferin und schlägt zu, bis der Gegner am Boden liegt. Verlieren? Das kennt die Neunjährige nicht. Regina ist ein kleiner Champion im Cagefighting und in der heimischen Vitrine stehen zahlreiche Gürtel, Pokale und Medaillen.

Auch ihr Kampfname kommt nicht von Ungefähr: 'Schwarze Witwe' nennt sie sich.

„Ich halte den Gegner mit meinen Beinen fest, so wie eine Spinne ihr Opfer im Netz. Und wenn ich mit dem Kopf am Boden liege, dann sieht man meinen roten Streifen – so wie bei der Schwarzen Witwe“, erklärt das Käfigkind. Mit dem roten Streifen meint Regina ihre roten Haarsträhnen, die ihre Mutter ihr immer bereits einige Tage vor einem Turnier färbt.

Vater Ricky ist bei jedem Kampf dabei und Reginas Sparring-Partner. Er unterstützt und fördert das umstrittene Hobby seiner Tochter und sieht in den Kinderkämpfen vor allem den Aspekt der Selbstverteidigung: “Sie kann sich verteidigen, auch auf der Straße. Es ist gut zu wissen, dass kein Typ ihr was anhaben kann, jedenfalls wird er es nicht leicht haben!“.

Auch Regeln machen die Kinderkämpfe nicht sicher

Selbstverteidigung ist die eine Sache, doch Cagefiht gilt als eine der brutalsten Sportarten der Welt. Das hohe Verletzungsrisiko, dazu der ständige Drill und der Umgang mit Sieg und Niederlage im Kampf, machen die Kinderkämpfe nicht zu einem Kinderspiel! Wieso unterstützen Eltern ihre Kinder bei solchen Kämpfen und feuern sie auch noch an?

Auch der US-amerikanische Neurologe Dr. Joshua Cohen äußert ernsthafte Bedenken an dem brutalen Schlagaustausch der Kinder: „Die Kämpfe können ein schweres Kopftrauma verursachen. Und jedes Mal, wenn man sich am Kopf verletzt, kann es zu Gehirnerschütterungen kommen. Jeder Schlag kann dauerhafte Verletzungen hervorrufen, vor allem wenn man die Schläge schon in einem sehr jungen Alter abbekommt.“

John Frank von der 'United States Fight League' hingegen relativiert die Kritik: „Kinder in einem Käfig kämpfen zu lassen, sieht dramatischer aus als es ist und ist viel sicherer, als der Kampf auf einer Matte. Die Kinder können nicht herausfallen, sie können sich nicht in den Seilen verheddern und alles ist gut gepolstert. Kinder können außerdem überall hinfallen und sind im Käfig geschützt, wie in einer Hüpfburg“.

Immerhin: In diesem Jahr wurden erstmals Kampfregeln eingeführt. Wie beim Boxen müssen die Teilnehmer jetzt auf die Waage. Zwischen den Gegnern dürfen jetzt nur noch wenige Kilos liegen. Nicht mehr erlaubt sind außerdem Schläge auf den Kopf oder Nachtreten, wenn der Gegner bereits auf dem Boden liegt. Neu ist die Pflicht, Kopfschutz, Bein- und Hand-Protektoren zu tragen.

Doch auch diese Regeln machen die Kinder-Kämpfe im Käfig nicht ungefährlich. Gerade durch den Helm fühlen sich die kleinen Käfig-Kämpfer häufig zu sicher. Und beim Zuschauen der 'Cagefights' wird man das Gefühl nicht los, dass hier eigentlich die Erwachsenen ihre eigenen Kampf- und Sieg-Phantasien über ihre Kinder ausleben.

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