Busfahrer setzt Erstklässler an Endstation aus

Hilflos und alleine an der Endstation der Buslinie - so begann der Schulalltag für drei Erstklässler aus Rheinland-Pfalz.
Hilflos und alleine an der Endstation der Buslinie - so begann der Schulalltag für drei Erstklässler aus Rheinland-Pfalz. © dpa, Frank Rumpenhorst

Ein Schulanfang mit Schrecken

Traumatischer Schulanfang für drei Erstklässler im Kreis Birkenfeld, Rheinland-Pfalz: Der Busfahrer fuhr mit den Sechsjährigen bis zur Endstation und setzte sie dort einfach mit den Worten "Hier müsst ihr jetzt raus." ab. Eigentlich wollten die Kinder an einer Haltstelle 15 km früher aussteigen - hatten aber wohl den Halteknopf nicht gedrückt.

"So ein Verhalten ist unverantwortlich", schimpfen die wütenden Eltern in der Rhein-Zeitung und fordern eine Bestrafung des Fahrers. Der hatte zuvor schon einen Zweitklässler an einer späteren Haltestelle abgesetzt, weil dieser ebenfalls den Halteknopf nicht rechtzeitig gedrückt hatte.

Laut einem der betroffenen Väter hatten die Kinder weder Handys noch Geld dabei - und waren an der Endstation dementsprechend hilflos. Schließlich seien sie komplett aufgelöst von ihren Müttern, die die Strecke abgefahren waren, eingesammelt worden. Laut Rhein-Zeitung hatten sich einige Realschülerinnen an der Endhaltestelle um die Erstklässler gekümmert. Auch der Zweitklässler hatte Glück: Er wurde von einer anderen Mutter nach Hause gebracht.

Der Busfahrer hätte an allen Stationen der Linie halten müssen, um den Kindern das Aussteigen zu ermöglichen - finden die Eltern. Sie wollen nun erreichen, dass der Busfahrer wegen Aussetzung von Schutzbefohlenen angezeigt wird. Die Kreisverwaltung Birkenfeld prüft nun mögliche strafrechtliche Schritte gegen das Busunternehmen ORN Omnibusverkehr Rhein-Nahe GmbH.

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