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Burnout-Phasen: So verläuft der Erschöpfungsprozess

Fünf Phasen von Burnout: So verläuft der Erschöpfungsprozess
Burnout ist kein Zustand, sondern ein Prozess © Getty Images, Miodrag Gajic

Diese Burnout-Phasen sollten Sie kennen

Ob Manager, Krankenschwestern oder Hausfrauen, jeder kann an einem Burnout erkranken. Das Burnout-Syndrom kommt nicht von heute auf morgen, es entwickelt sich stufenweise und muss früher oder später erkannt und behandelt werden.

Bis heute sind sich die Mediziner nicht über das Krankheitsbild einig. Fest steht jedoch: Betroffene sind sowohl emotional, geistig als auch körperlich erschöpft. Ein Burnout wird in Zusammenhang mit Stress und Überforderung gebracht. Die Ursachen sind vielfältig, doch immer ist es ein Zusammenspiel aus äußeren und inneren Faktoren, die das Burnout-Risiko erhöhen. Sowohl Menschen mit einem schwachen Selbstbewusstsein, die überempfindlich reagieren, als auch zielstrebige Menschen mit viel Ehrgeiz haben einen großen Wunsch nach Anerkennung. Besonders die nicht erfüllte Erwartungshaltung spielt hierbei eine große Rolle. Doch wie fängt dieser Prozess an und welche Phasen durchlebt ein Burnout-Patient?

Das Burnout-Syndrom in fünf Phasen

Ein neuer Lebensabschnitt steht an - ob mit einem neuen Job, einer Ehe oder mit einem Kind? Von Anfang an entstehen Bilder im Kopf, die Wunschvorstellungen gleichen. Dieser Idealzustand ist mit viel Hoffnung und positive Erwartungen an das Zukünftige verbunden.

Phase 1: Enthusiasmus

Nun ist es soweit, das neue Kapitel beginnt. Die ersten Wochen verlaufen gut, doch die neue Situation erfordert (vielleicht erst noch unbemerkt) viel Energie. Und man erreicht einen ersten Tiefpunkt.

Phase 2: Erwartungshaltung vs. Realitätscheck

Nach dem ersten Tiefpunkt, wird es nicht mehr wie zuvor. Die Realität ist bereits vom Idealbild abgewichen. Nun entsteht der Konflikt zwischen inneren und äußeren Gegebenheiten. Was sind meine Bedürfnisse und was wird von mir verlangt? Hier beginnt der Stress.

Phase 3: Leugnung

Betroffene gehen über ihre Grenzen hinaus und wollen den aufkommenden Stress nicht wahrhaben. Sie ziehen sich zurück, da nun erste körperliche Beschwerden, wie beispielsweise Kopf- und Rückenschmerzen oder Schlafstörungen auftreten.

Phase 4: Rückzug

Nicht nur, dass die Qualität der Arbeit abnimmt, die Betroffenen flüchten nun in die Passivität und konzentrieren sich nur noch auf das Negative. Gleichgültigkeit kommt auf und sie distanzieren sich von ihrem Umfeld.

Phase 5: Zusammenbruch

Hoffnungslosigkeit, Panikattacken und sogar Selbstmordgedanken können in der Endphase aufkommen. Alles wirkt ausweglos und die Betroffenen sind nicht mehr sie selbst. Sie fragen sich, wie es dazu kommen konnte und werden von Schuldgefühlen geplagt.

Die beschriebenen Phasen können sich über Monate oder sogar über Jahre hinwegziehen. Besonders zu hohe Erwartungen an eine Situation gelten als Auslöser von Burnout-Beschwerden. Wichtig ist, dass sich Betroffene professionelle Hilfe suchen.

Die Warnsignale lassen sich auch von Laien früh erkennen. Wer häufig unter Stress steht, sollte seinen seelischen Zustand genau beobachten, damit es nicht zu einem Zusammenbruch kommt. Egal in welcher Phase sich die gefährdete Person befindet, die körperlichen und geistigen Beschwerden sollte sie nicht unterschätzen.

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