Brutale Spätabtreibungen: Horror-Arzt steht vor Gericht

Brutale Spätabtreibungen: Horror-Arzt steht vor Gericht
© Nuno Silva

Von unfassbarer Grausamkeit

Es klingt wie eine Geschichte aus einem Horrorfilm, doch ist sie bittere Realität: Dr. Kermit Gosnell hat auf brutalste Weise Hunderte von Spätabtreibungen durchgeführt. Jetzt muss sich der heute 73-Jährige für seine Bluttaten in Philadelphia vor Gericht verantworten.

Wie US-Medien berichten, holte Gosnell nur wenige Wochen vor dem Geburtstermin Babys aus dem Mutterleib und schnitt ihnen mit der Schere durch Nacken und Wirbelsäule. In einem Geständnis bezeichnete einer seiner Mitarbeiter die blutige Tat als "Köpfen im wörtlichen Sinn. Es ist das Abtrennen des Gehirns vom Körper."

Zwischen 1972 und 2010 soll Gosnell in zwei Kliniken Hunderte solcher Abtreibungen durchgeführt oder angeordnet haben. Bislang konnten ihm allerdings nur sieben Morde eindeutig nachgewiesen werden. Frühere Unterlagen habe der Mediziner vernichtet.

Föten wurden in Plastiktüten verpackt

In den USA sind Abtreibungen umstritten. Während sie in manchen Städten und Bundesstaaten gar nicht durchgeführt werden, sind seit dem Grundsatzurteil des Supreme Court im Verfahren 'Roe vs. Wade' aus dem Jahr 1973 Abtreibungen bis zur 24. Schwangerschaftswoche legalisiert. Die meisten Ärzte lehnen jedoch Abtreibungen nach der 20. Schwangerschaftswoche ab.

Gosnell dagegen führte Abtreibungen im sechsten, siebten oder sogar achten Monat durch. "Halbbewusstlose Frauen, die für Abtreibungen vorgesehen waren, stöhnten im Wartezimmer oder im Aufwachraum, wo sie auf schmutzigen Liegen mit blutbefleckten Laken saßen", berichteten Ermittler. "Alle diese Frauen waren von nicht-lizensierten Angestellten sediert worden."

Im Kühlschrank entdeckten die Beamten unzählige Föten, die in Plastiktüten verpackt waren, manchmal waren es nur Körperteile der Babys. Eine der Frauen sei sogar bei der Abtreibung gestorben. Der Prozess läuft seit Mitte März.

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