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Brustkrebs: Rotes Fleisch lässt das Risiko um 22 Prozent steigen

Besorgniserregende Ernährungsstudie

Frauen sollten wenig rotes Fleisch essen, rät eine aktuelle US-Langzeitstudie, die im ‚British Medical Journal‘ veröffentlicht wurde. Sie belegt, dass das Brustkrebsrisiko der Frauen um bis zu 22 Prozent steigt, wenn sie häufig rotes Fleisch essen. Schuld daran könnten Substanzen sein, die bei der Herstellung, beim Braten und beim Grillen entstehen. Reste von Wachstumshormonen, die die Tiere mit der Nahrung bekommen, können ebenfalls einer der Gründe sein.

Der Verzehr von rotem Fleisch, also Rind- und Schweinefleisch, lässt das Brustkrebsrisiko bei Frauen steigen.
Als rotes Fleisch wird Schweine-, Rind- und Lammfleisch bezeichnet. © dpa, Bernd Wüstneck

Übermäßiger Fleischkonsum galt noch nie als wirklich gesund: Diabetes und Herz-Kreislauf-Probleme wurden schon immer mit dem Verzehr von Fleischprodukten in Verbindung gebracht. Gerade rotes Fleisch, also Schweine-, Rind- und Lammfleisch sowie die daraus hergestellten Wurstwaren werden als Gründe für die Erkrankungen betrachtet. Wer nach einem weiteren Grund sucht, um weniger Fleisch zu essen, wird von der neuen Langzeitstudie aus der USA bedient.

Ein Forscherteam von der Harvard School of Public Health in Boston wertete Daten von 89.000 Frauen aus, die seit 1991 an einer Langzeitstudie teilgenommen haben. 2.830 von diesen Frauen erkrankten in den folgenden 20 Jahren an Brustkrebs. Um den Zusammenhang mit dem Fleischkonsum messen zu können, teilten die Wissenschaftler die Frauen nach ihrem Konsum vom roten Fleisch in fünf Gruppen ein.

Das Ergebnis: Frauen, die am meisten Fleisch gegessen haben, hatten auch das höchste Risiko für Brustkrebs – es war rund 22 Prozent höher als bei den Frauen, die nur wenig oder kein Fleisch gegessen haben.

Geflügel und Fisch statt Schwein und Rind

Andere Faktoren wie das Alter, der Alkoholkonsum und das Rauchen wurden in die Berechnungen miteinbezogen. Auch bei diesen Daten ergaben sich Korrelationen zum Fleischkonsum: Frauen, die viel Fleisch essen, waren häufiger Raucherinnen, hatten einen höheren Body-Mass-Index und mehr Kinder als die Wenig-Fleisch-Esserinnen.

Keinen Einfluss auf das Risiko für Brustkrebs hatten dagegen Geflügel und Fisch. Die Forscher haben errechnet, dass sich die Wahrscheinlichkeit für Brustkrebs um circa 14 Prozent senken ließe, wenn Frauen eine tägliche Portion Fleisch etwa durch Hülsenfrüchte, Nüsse, oder eben Geflügel und Fisch ersetzen würden.

Die Studie liefert dazu noch eine weitere interessante Erkenntnis: Die Forscher haben gezeigt, dass vor allem die Lebensumstände von jungen Frauen für das spätere Brustkrebsrisiko ausschlaggebend sind. Ab einem Alter von etwa 30 wirken sich die Umwelteinflüsse wie eben Fleischkonsum nicht mehr dermaßen stark auf das Brustkrebsrisiko aus.

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